Viralvideo: Brite auf Drogen sorgt für Verkehrs-Chaos

Viralvideo: Brite auf Drogen sorgt für Verkehrs-Chaos
Facebook/ เหยี่ยวข่าว ภูเก็ต Newshawk Phuket

PHUKET – Ein britischer Tourist hat auf der Ferieninsel komplett die Kontrolle verloren. Ein viral gegangenes Video zeigt ihn bei einer gefährlichen Fahrt auf einer Verkehrsinsel – und später beim Urinieren auf die Straße. Die Polizei griff durch.

Das zeigt das Skandal-Video

Am Samstag, den 10. Januar, filmte sich der 24-jährige Lee Terry O’Brien offenbar selbst. Er steuerte seinen gelben Geländewagen auf der vielbefahrenen Thepkasattri Road in Thalang.

Statt im Stau zu warten, fuhr er kurzerhand auf die Verkehrsinsel. Seine drei Freunde im Wagen feierten die Aktion und filmten begeistert mit. Die Szenen, die später im Internet auftauchten, zeigen deutlich die rücksichtslose Fahrweise des jungen Mannes.

Eine thailändische Augenzeugin meldete sich später zu Wort: Der Brite habe während des Staus auch noch öffentlich auf die Straße uriniert. Sie lieferte sogar ein Foto als Beweis. Die Aufnahmen dokumentieren das Verhalten, das bei Anwohnern und anderen Verkehrsteilnehmern für Empörung sorgte.

So nahm die Polizei ihn fest

Am folgenden Sonntag entdeckten Beamte der Thalang-Polizei das auffällige Fahrzeug erneut. Diesmal war O’Brien mit fünf Freunden unterwegs. Die Polizisten erkannten den gelben Geländewagen offenbar aufgrund der viralen Videos wieder.

Die Polizei stoppte den Wagen und führte standardmäßige Tests durch. Ein Alkoholtest war negativ, doch der Drogentest schlug an: Yaba (Methamphetamin) wurde in seinem System nachgewiesen. Die Substanz gehört in Thailand zu den Drogen der Kategorie 1 und ist streng verboten.

„Er wurde unter Drogeneinfluss gefahren“, bestätigten die Ermittler. Damit war der Fall klar. Die Beamten nahmen den Briten umgehend fest und leiteten ein Strafverfahren ein.

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Diese drei Anklagen muss er jetzt fürchten

Die Staatsanwaltschaft bereitet eine dreifache Anklage vor. Die erste Anklage betrifft das Fahren unter Drogeneinfluss nach dem Verkehrsgesetz. Hierfür drohen bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe von 5.000 bis 20.000 Baht, was etwa 125 bis 500 Euro entspricht.

Die zweite Anklage bezieht sich auf den Konsum einer Droge der Kategorie 1, konkret Yaba, nach dem Betäubungsmittelgesetz. Auch hier können bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht verhängt werden. Diese Anklagepunkte werden unabhängig voneinander verhandelt.

Die dritte Anklage wegen öffentlicher Belästigung für das Urinieren auf die Straße kann mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Baht geahndet werden, was rund 125 Euro entspricht. Alle drei Anklagepunkte können zu einer Kombination aus Haftstrafen und Geldbußen führen.

Hintergrund: Das Drogenproblem in Thailand

Thailand kämpft seit Jahren gegen den Konsum und Handel von Methamphetamin. Yaba, was auf Thai „verrückte Medizin“ bedeutet, ist in der Region weit verbreitet und gilt als besonders gefährlich. Die thailändischen Behörden haben ihre Kontrollen verschärft und gehen konsequent gegen Konsumenten vor.

Auch Touristen genießen keine Sonderbehandlung mehr. Die Zeiten, in denen Ausländer mit milden Strafen davonkamen, sind in den meisten Fällen vorbei. Die Regierung möchte ein deutliches Zeichen setzen, dass Thailand kein rechtsfreier Raum für Touristen ist.

Shitstorm in den sozialen Netzwerken

Das Video, zuerst von „Newshawk Phuket“ geteilt, verbreitete sich rasend schnell. Die Empörung in den Kommentarspalten war riesig. Innerhalb weniger Stunden hatten Tausende Menschen die Aufnahmen gesehen und geteilt.

Nutzer warfen dem Briten Respektlosigkeit und gefährliches Verhalten vor. Ein User berichtete, der Mann sei kurz zuvor auch schon mit hoher Geschwindigkeit und fast verunglückt unterwegs gewesen. Andere Kommentatoren forderten harte Strafen und ein Einreiseverbot für solche Touristen.

Die Toleranz für solche Ausraster von Touristen scheint in Phuket endgültig am Ende zu sein. Viele Einheimische äußerten in den sozialen Medien ihren Unmut über das Verhalten einzelner Urlauber, die das Image der Insel beschädigen.

Zeichen gegen rücksichtslose Touristen

Die schnelle Festnahme sendet ein deutliches Signal. Die thailändischen Behörden gehen zunehmend hart gegen rücksichtslose Ausländer vor. In den vergangenen Monaten gab es mehrere hochkarätige Fälle, bei denen Touristen wegen Fehlverhaltens belangt wurden.

In der Vergangenheit gab es ähnliche Vorfälle mit Motorradfahrern, die auf Verkehrsinseln wendeten – ohne dass Verhaftungen bekannt wurden. Die Behörden wurden damals kritisiert, zu nachsichtig zu sein. Diese Kritik scheint nun Wirkung zu zeigen.

Diesmal zeigt die Polizei Entschlossenheit. Für Lee Terry O’Brien dürfte der Urlaub auf Phuket wohl unerwartet im Gefängnis enden. Die Kombination aus viralem Video, nachgewiesenen Drogen und mehrfachen Verstößen macht eine milde Strafe unwahrscheinlich.

Die Rolle der sozialen Medien bei der Aufklärung

Der Fall zeigt eindrücklich, wie soziale Medien zur Strafverfolgung beitragen können. Das selbst gefilmte Material diente als Beweismittel und führte zur schnellen Identifizierung des Täters. Die Polizei nutzte die viralen Videos, um das Fahrzeug und den Fahrer ausfindig zu machen.

Experten warnen jedoch auch vor vorschnellen Urteilen im Internet. Die Online-Empörung kann manchmal außer Kontrolle geraten und zu überzogenen Reaktionen führen. In diesem Fall scheint die Festnahme jedoch auf klaren Beweisen und gesetzlichen Grundlagen zu basieren.

Wenn Respekt auf der Strecke bleibt

Wo endet Urlaubsfreiheit und wo beginnt Rücksichtslosigkeit? Diese Frage stellt sich nach solchen Vorfällen immer wieder. Ein Verkehrsinsel-Ritt im Stau, Drogen im Körper und Urin auf offener Straße sind keine Kavaliersdelikte, sondern ernsthafte Vergehen.

Was für manche nur ein „lustiges Video“ ist, bedeutet für Anwohner Gefahr, Ekel und ein weiteres Kratzen am Image Thailands als sicheres Reiseziel. Die lokale Bevölkerung leidet unter solchen Vorfällen, die das Zusammenleben zwischen Touristen und Einheimischen belasten.

Der Fall zeigt ein wachsendes Problem: Touristen, die glauben, Gesetze gelten im Urlaub nicht. Diese Einstellung führt zu gefährlichen Situationen und belastet die Gastfreundschaft der Thailänder. Respekt vor der lokalen Kultur und den Gesetzen sollte selbstverständlich sein.

Behörden jagen Täter immer gnadenloser

Doch Phuket reagiert zunehmend schneller und sichtbarer. Viralvideo, Identifizierung, Festnahme – dieser Ablauf könnte künftig zur Norm werden. Die Technologie macht es den Behörden leichter, Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Frage bleibt: Reichen Geldstrafen und kurze Haftandrohungen, oder braucht Thailand härtere Konsequenzen, um diese Art von Verhalten endlich zu stoppen? Einige fordern bereits längerfristige Einreiseverbote für verurteilte Straftäter. Die Debatte über angemessene Strafen wird weitergehen, während die Behörden versuchen, die Balance zwischen Tourismus und öffentlicher Ordnung zu finden.

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Quelle: The Thaiger

5 Kommentare zu „Viralvideo: Brite auf Drogen sorgt für Verkehrs-Chaos

  1. Wenn man heute die Meldungen über Touristen-Ausraster, Kriminellen und sonstigen ausländischen Gesocks zusammennimmt, dann könnte man schon irgendwie zur Erkenntnis gelangen, dass es den Thailändern langsam reicht. Oberkante – Unterlippe sozusagen.

  2. Wozu hat man schließlich extra einen Geländewagen, im ansonsten urbanen Verkehr ? Da dürfte doch eine Verkehrsinsel -kein- wirkliches Hindernis darstellen. Urinieren in Phuket + mit Drogenkonsum, unbedingt sofortige Visumanulierung + das nächste Flugzeug in die Heimat startet mit den britischen Kandidaten fürś nächste „Dschungelcamp“ – DORT können sie sich dann ungestraft austoben, aber bitte NICHT in Thailand.

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