Kein freier Termin im Internet – und jetzt?
Klaus sitzt in seiner Wohnung in Bangkok vor dem Computer. Es ist der 13. Januar 2026. Sein Jahresvisum läuft in wenigen Tagen ab. Er klickt sich durch die Webseite der thailändischen Einwanderungsbehörde und sucht einen Termin. Doch überall sieht er nur rote Felder. Kein einziger freier Termin im ganzen Monat.
Klaus ist nicht allein mit diesem Problem. Viele Ruheständler in Bangkok erleben gerade dasselbe. Die Sorge wächst: Was passiert, wenn das Visum abläuft? Drohen Strafen? Ein Einreiseverbot? Die Nerven liegen blank, dabei sind alle Unterlagen längst fertig.
Das Online-System ist überlastet
Die Immigration Division 1 in Bangkok hat ein Online-System eingeführt. Man soll sich bequem von zu Hause einen Termin buchen können. Das klingt modern und praktisch. In der Realität funktioniert es aber oft nicht gut.
Besonders zu Monatsbeginn sind alle Termine sofort ausgebucht. Tausende Menschen versuchen gleichzeitig, einen Platz zu bekommen. Das System kommt nicht hinterher. Eine Warteliste gibt es nicht. Wer keinen Termin findet, steht erstmal ratlos da.
Der große Behördenkomplex im Norden der Stadt
Die Immigration Division 1 befindet sich im Regierungskomplex Chaeng Watthana. Das ist ein riesiges Gebäude im Norden von Bangkok. Wer zum ersten Mal dorthin fährt, braucht gute Nerven.
Täglich kommen Tausende Menschen hierher. Lange Flure, viele Schalter, überall Menschen mit Ordnern unter dem Arm. Für Neulinge kann das überwältigend sein. Doch genau hier entscheidet sich, ob man weiter in Thailand bleiben darf.
Was passiert ohne gültiges Visum?
Jeder Tag ohne gültiges Visum ist ein Problem. Das nennt sich „Overstay“ – also Überziehung der Aufenthaltsdauer. Die thailändischen Behörden verstehen da keinen Spaß.
Pro Tag zahlt man 500 Thai Baht Strafe. Das sind etwa 14 Euro. Das klingt erstmal nicht dramatisch. Aber es kommt schlimmer: Man bekommt einen Stempel in den Pass. Bei längerer Überziehung droht sogar ein Einreiseverbot für Thailand. Deshalb ist die Angst bei vielen Ruheständlern groß.
Wie viel Geld muss man haben?
Thailand verlangt finanzielle Nachweise. Wer hier als Rentner leben will, muss zeigen, dass er sich selbst versorgen kann. Die Regeln sind streng.
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Auf dem thailändischen Bankkonto müssen 800.000 Thai Baht liegen. Das sind umgerechnet etwa 21.900 Euro. Und dieses Geld darf nicht frisch eingezahlt sein. Es muss mindestens zwei Monate vor dem Antrag auf dem Konto sein. Nach der Verlängerung darf man es drei Monate lang nicht abheben. Die Behörden prüfen das genau.
Die Alternative: Monatliche Rente nachweisen
Es gibt auch einen anderen Weg. Wer eine ausreichend hohe Rente bezieht, kann das stattdessen nachweisen. Die Rente muss mindestens 65.000 Thai Baht im Monat betragen.
Das entspricht etwa 1.780 Euro monatlich. Die deutsche Botschaft muss die Rentenbescheide beglaubigen. Wichtig ist der Wechselkurs: Fällt der Euro gegenüber dem Baht, kann es knapp werden. Viele Ruheständler rechnen deshalb genau nach.
Alle Unterlagen müssen perfekt sein
Die thailändische Bürokratie ist penibel. Ein Antrag besteht aus vielen Dokumenten: Passkopien, Bankbelege, Mietvertrag, Fotos. Jedes einzelne Blatt muss unterschrieben sein – mit blauem Kugelschreiber, handschriftlich.
Fehlt auch nur eine Kopie, wird man weggeschickt. Das Formular von letztem Jahr? Nicht mehr gültig. Die Beamten kennen kein Erbarmen. Deshalb haben erfahrene Residenten ihre Unterlagen in Klarsichthüllen sortiert, alles übersichtlich und vollständig.
Die vergessene Wohnsitzmeldung TM.30
Ein häufiger Stolperstein ist die TM.30. Das ist eine Meldung, die der Vermieter machen muss. Er meldet der Behörde, dass ein Ausländer bei ihm wohnt.
Viele Vermieter vergessen das oder wissen nichts davon. Ohne diese Meldung gibt es keine Visumverlängerung. Manche Mieter müssen ihre Vermieter regelrecht drängen. Andere zahlen die Strafe für die verspätete Meldung selbst, nur um den Prozess nicht zu gefährden.
Auch das Passfoto hat Regeln
Selbst beim Foto kann man Fehler machen. Es darf nicht älter als sechs Monate sein. Es muss biometrischen Standards entsprechen. Keine Sonnenbrille, kein Hut, ordentliche Kleidung.
Wer mit einem alten Foto kommt, wird abgewiesen. Viele lassen sich direkt im Erdgeschoss des Behördengebäudes fotografieren. Dort gibt es einen Fotoshop. So ist man auf der sicheren Seite.
Warum die richtige Kleidung wichtig ist
In Thailand ist Respekt vor Behörden wichtig. Wer in kurzen Hosen und Flip-Flops zur Immigration kommt, macht einen schlechten Eindruck. Die Beamten könnten das als respektlos empfinden.
Männer sollten lange Hosen und ein Hemd mit Kragen tragen. Frauen bedecken Schultern und Knie. Ein gepflegtes Aussehen kann tatsächlich den Unterschied machen. Die Beamten haben Ermessensspielräume bei kleinen Fehlern. Ein freundlicher, respektvoller Auftritt hilft.
Die Gebühren und Kosten
Die offizielle Gebühr für die Visumverlängerung beträgt 1.900 Thai Baht. Das sind etwa 52 Euro. Dazu kommen kleine Kosten für Kopien und Fotos.
Wer während des Jahres ins Ausland reisen möchte, braucht ein Re-Entry Permit. Das kostet 1.000 Baht für eine einzelne Ausreise. Oder 3.800 Baht für beliebig viele Reisen. Ohne diesen Stempel verfällt das Visum bei der Ausreise sofort.
Alle 90 Tage wieder zur Behörde?
Mit dem Jahresvisum allein ist es nicht getan. Alle 90 Tage muss man seinen Wohnsitz bestätigen. Auch dafür gibt es ein Online-Portal.
Leider funktioniert auch dieses System nicht immer. Dann muss man persönlich zur Behörde oder den Postweg nutzen. Die Fristen sind streng. Wer zu spät kommt, zahlt 2.000 Baht Strafe. Das nervt viele Ruheständler, ist aber Pflicht.
Geduld ist das wichtigste Kapital
In Thailand gilt eine goldene Regel: Ruhe bewahren. Wer laut wird oder sich beschwert, erreicht das Gegenteil. Die Beamten brechen dann das Gespräch ab.
Ein freundliches Lächeln öffnet Türen. Auch wenn man zwei Stunden gewartet hat. Auch wenn ein Dokument fehlt. Die kulturelle Anpassung ist genauso wichtig wie das Geld auf dem Konto. Wer das versteht, hat es deutlich leichter.
Was viele nicht wissen: Walk-in ist möglich
Jetzt kommt die gute Nachricht. Und die löst das Problem von Klaus und vielen anderen. Die Online-Buchung ist nicht verpflichtend. Man kann auch einfach so zur Behörde gehen.
Das nennt sich „Walk-in“. Man erscheint ohne Termin und holt sich eine Wartemarke. Klingt riskant? Ist es aber nicht. Es gibt nur einen Haken: Man muss sehr früh aufstehen.
Der Trick mit dem frühen Aufstehen
Wer vor 7 Uhr morgens vor der Immigration Division 1 steht, bekommt fast garantiert eine Nummer. Die Behörde öffnet um 8:30 Uhr. Aber die Wartemarken werden schon vorher verteilt.
Manche stehen bereits um 5 Uhr morgens in der Schlange. Das mag hart klingen. Aber es funktioniert. Man wird am selben Tag drangenommen. Kein Stress mit dem Online-System. Kein tagelang erfolglose Versuche. Einfach früh da sein, Nummer holen, warten, fertig.
Klaus findet die Lösung
Klaus hat inzwischen mit anderen Deutschen gesprochen. Einer erzählt ihm vom Walk-in. Klaus ist skeptisch, aber verzweifelt genug, es zu probieren.
Am nächsten Morgen klingelt sein Wecker um 5:30 Uhr. Er fährt mit dem Taxi nach Chaeng Watthana. Als er um 6:45 Uhr ankommt, stehen schon etwa 30 Menschen da. Aber es ist ruhig, geordnet. Um 7:15 Uhr bekommt er eine Nummer. Um 9:30 Uhr ist er dran. Zwei Stunden später hat er den Stempel im Pass. Ein Jahr verlängert.
Die wichtigste Botschaft für alle Betroffenen
Wenn das Online-System ausgebucht ist: Nicht verzweifeln. Die roten Felder im Internet sind kein Todesurteil. Der persönliche Weg steht immer offen.
Packen Sie Ihre Unterlagen, die 1.900 Baht und etwas Geduld ein. Stellen Sie den Wecker früh. Fahren Sie zur Immigration Division 1. Holen Sie sich eine Wartemarke. Dieser Weg funktioniert auch 2026 noch zuverlässig.
Wichtiger Hinweis
Alle genannten Gebühren und Wechselkurse entsprechen dem Stand vom Januar 2026. Der Wechselkurs liegt bei etwa 36,5 Thai Baht pro Euro. Die thailändischen Einwanderungsgesetze können sich ändern. Informieren Sie sich vor dem Behördengang auf der offiziellen Webseite des Immigration Bureau.


