Miete 327 Euro, Wocheneinkauf für 23 Euro, ein Abendessen mit Getränk für rund 2,30 Euro – und trotzdem fast 1.035 Euro im Monat gespart. Katie Smith aus England lebt in Da Nang, Vietnam. Ihr Fall ist kein Einzelfall. Er steht für eine Generation, die sich in der Heimat kein normales Leben mehr leisten kann.
Von Redcar nach Vietnam – warum eine britische Schulassistentin ihr Land verließ
Katie Smith, 29, arbeitete in Redcar an der englischen Nordostküste als Schulassistentin. Der Job war fest, der Lohn reichte nicht. Eigene Wohnung, Ersparnisse, eine halbwegs sichere Zukunft – all das blieb außer Reichweite. Die Stadt bot keine Antwort auf diese Frage.
Gemeinsam mit ihrem Freund Dan reifte der Plan, Großbritannien zu verlassen. Kein breites Sicherheitsnetz, kein Garantieschein – nur die Entscheidung, dass es so nicht weitergeht. 2023 brachen beide auf. Ihr Ziel: Vietnam. Was sie dort fanden, überraschte sie selbst.
Erster Halt Hanoi – und warum das Paar schnell weiterzog
Die Hauptstadt war ihr erster Stopp. Hanoi rollte das Paar mit seinem Tempo nieder. Der Verkehr, der Lärm, die Dichte – nichts davon gab ihnen den Neustart, den sie gesucht hatten. Nach kurzer Zeit stand fest: Es muss woanders sein.
Ihr nächstes Ziel war Da Nang, eine Küstenstadt im Zentrum des Landes. Die Stadt ist groß genug für funktionierende Infrastruktur, überschaubar genug, um sich rasch zurechtzufinden. Was sie dort erwartete, veränderte ihre Planung grundlegend.
Da Nang – warum manche die Küstenstadt das „Miami Asiens“ nennen
Da Nang liegt direkt am Meer, hat eine moderne Skyline und wächst seit Jahren. Den Spitznamen „Miami Asiens“ trägt die Stadt nicht ohne Grund: breite Strände, Hochhäuser, internationales Flair – kombiniert mit südostasiatischen Lebenshaltungskosten.
Für Katie und Dan wurde Da Nang zur Basis. Die Stadt hält, was sie versprochen hat: Infrastruktur ohne Überforderung, Anschluss ohne Anonymität. Doch wie viel kostet das Leben dort wirklich – und was bleibt am Ende des Monats übrig?
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TEFL-Lehrerin per Videokonferenz – Katies flexibler Arbeitsalltag in Vietnam
Katie arbeitet heute als TEFL-Lehrerin – Teaching English as a Foreign Language. Sie unterrichtet Kinder per Videokonferenz, rund 26 Stunden pro Woche. „Montag ist mein ruhigster Tag, da arbeite ich etwa vier Stunden“, sagte sie der britischen Zeitung „Sun“. Der Rest der Woche ist dichter.
Der Job funktioniert von überall mit Internetanschluss. Das verschafft ihr eine Freiheit, die in einem britischen Klassenzimmer nicht möglich wäre. Und das Einkommen aus diesem Job reicht in Da Nang für deutlich mehr als in Redcar – was sich in den monatlichen Zahlen zeigt.
327 Euro Miete, alle Kosten inklusive – so wohnt Katie in Da Nang
Katies Wohnung kostet rund 327 Euro pro Monat – sämtliche Nebenkosten bereits eingeschlossen. Zum Vergleich: In britischen Großstädten wäre das kaum ein Zehntel einer vergleichbaren Miete. In Küstenorten wie Redcar sind erschwingliche Wohnungen schlicht selten.
Die Wohnsituation ist damit einer der größten finanziellen Hebel im Leben des Paares. Weniger Miete bedeutet mehr Spielraum – für Essen, Freizeitaktivitäten, aber vor allem für das, was Katie wirklich antreibt: Sparen. Doch zunächst lohnt ein Blick auf die täglichen Ausgaben.
Markt, Restaurant, Frisör – was das Leben in Da Nang im Alltag kostet
Der Wocheneinkauf für zwei Personen kostet rund 23 Euro. Auf den Märkten legen Händler oft noch etwas gratis dazu. Eine Mahlzeit mit Getränk im lokalen Restaurant schlägt mit rund 2,30 Euro zu Buche, ein Drei-Gänge-Menü mit Getränken mit etwa 9,20 Euro. Ein Bier ist schon für gut einen Euro zu haben.
Selbst Dienstleistungen kosten einen Bruchteil des europäischen Preises. Haare waschen und föhnen: rund 4,60 Euro. Das sind keine Ausnahmepreise – das ist der normale Markt für Einheimische und Expats gleichermaßen. Und genau das macht Da Nang für Menschen wie Katie so attraktiv.
Über 1.000 Euro gespart pro Monat – Vietnam als Sprungbrett zurück nach Hause
Katie träumt nicht davon, für immer in Vietnam zu bleiben. Sie will zurück nach Großbritannien – aber erst, wenn sie es sich leisten kann. Wohneigentum oder auch nur bezahlbare Miete sieht sie dort derzeit nicht als realistisch an. Also spart sie, solange die Kosten stimmen.
Bis zu 1.035 Euro legt sie Monat für Monat zur Seite. Da Nang ist kein Lebenstraum, sondern ein klarer Plan: Kapital aufbauen, dann zurückkehren. Ob dieser Plan aufgeht, hängt nicht nur von Vietnam ab – sondern von dem, was sie in Großbritannien erwartet. Ryan aus den USA rechnet anders.
Ex-Soldat Ryan lebt in Ho-Chi-Minh-Stadt – und nennt es den sichersten Ort seines Lebens
Ryan, 36, aus den USA, war Soldat. Heute lebt er in Ho-Chi-Minh-Stadt, in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in einem der höchsten Wohnhochhäuser der Stadt. Sicherheit definiert er anders als die meisten. „Vietnam ist der sicherste Ort, an dem ich je gelebt habe. Hier muss ich mich nie umschauen“, sagte er dem US-Sender CNBC.
„Die Menschen konzentrieren sich auf ihr tägliches Leben.“ Das klingt nach einem Satz, den jemand sagt, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn das nicht so ist. Ryans Geschichte lässt sich nicht auf Kosten reduzieren – aber die Zahlen hinter seinem Alltag sind ebenfalls aufschlussreich.
722 Euro Miete und 110 Euro Betriebskosten – Ryans Lebensrechnung in Vietnam
Ryans Wohnung kostet rund 722 Euro pro Monat. Strom, Wasser und Reinigung kommen mit etwa 110 Euro dazu. Das sind Kosten für gehobenes innerstädtisches Wohnen in einer der größten Metropolen Südostasiens – und trotzdem deutlich weniger als für vergleichbaren Komfort in einer US-amerikanischen Großstadt.
Ryan ist damit ein anderes Beispiel als Katie: kein Sparprogramm, kein Übergangsplan, sondern eine bewusste Entscheidung für ein Leben, das in den USA in dieser Form nicht finanzierbar wäre. Beide – Katie und Ryan – stellen dieselbe Frage, nur auf unterschiedliche Weise.
Wenn Fachkräfte auswandern, um sich ein normales Leben zu finanzieren
Katie Smith und Ryan stehen stellvertretend für viele: Menschen, die in ihren Heimatländern arbeiten, Steuern zahlen und sich trotzdem keine stabilen Lebensverhältnisse aufbauen können. Vietnam bietet ihnen Spielraum – durch niedrige Mieten, günstige Lebenshaltungskosten und ein funktionierendes Alltagsleben.
Wer selbst über einen längeren Aufenthalt in Südostasien nachdenkt, sollte frühzeitig auch den Krankenversicherungsschutz klären. Global Insurance Thailand bietet internationale Krankenversicherungen für Expats in der Region. Die entscheidende Frage bleibt: Wie lange ist Auswandern noch eine persönliche Wahl – und ab wann wird es zur einzigen Option?



Ja, solange man eine Arbeitserlaubnis und damit auch ein längerfristiges Visa in Vietnam erhält, mag das alles stimmen. Aber als Rentner? Aufenthalt mit Visa gibt es maximal für 90 Tage, kostet um die 100$. Dann raus und alles wieder von vorne. Da bin ich hier in Thailand aber besser dran mit meiner Erlaubnis für ein Jahr.
Vietnam hat m.E. kein Interesse daran alte, weiße Männer in großer Anzahl anzuziehen.
Und das ist auch gut so…!!! 🇻🇳👍🏽
Bist ein ziemlich Respektloser deutscher auch du wirst vielleicht auch alt!