BANGKOK, THAILAND – Nach einem deutlichen Einbruch der ausländischen Besucherzahlen im Jahr 2025 startet das Königreich mit ehrgeizigen Zielen und höheren Fluggebühren in das neue Tourismusjahr 2026.
Deutlicher Rückgang 2025 – Ambitioniertes Ziel für 2026
Die Tourism Authority of Thailand (TAT) hat für 2026 ein offizielles Ziel von 36,7 Millionen ausländischen Ankünften festgelegt. Das entspricht einem geplanten Zuwachs von 10,35 % gegenüber dem Vorjahr.
2025 verzeichnete das Land dagegen nur 32,9 Millionen internationale Gäste – ein Minus von 7,23 % im Vergleich zu 2024. Die Einnahmen aus dem Auslandstourismus gingen parallel um 4,7 % auf ฿1,53 Billionen zurück. Insgesamt erwirtschaftete der Sektor – inklusive Inlandsreisen – ฿2,7 Billionen.
Schocks, Fluten, Kriminalität – ein anfälliger Sektor
Das Jahr 2025 zeigte, wie anfällig der Tourismus für externe Schocks ist. Das Tourismusministerium meldete Vorfälle, die das Vertrauen der Reisenden beeinträchtigten: Kriminalität, Naturkatastrophen und politische Störungen.
Ein besonders einschneidendes Ereignis war die katastrophale Überschwemmung in Hat Yai in der Provinz Songkhla. In dieser Phase brach die Nachfrage ein, zeitweise wurde ein Jahresrückgang der Ankünfte von bis zu 9,8 % befürchtet. Erst in den letzten Wochen des Jahres setzte eine Erholung ein, sodass der Rückgang bei 7,23 % blieb.
Sicherheitsimage, Korruption und Konkurrenzdruck
International rückte das Sicherheitsimage des Landes stärker in den Fokus. Ein viel beachteter Fall war die Entführung eines chinesischen Schauspielers, der später gerettet wurde. Hinzu kamen Berichte über Straßenverkehrsunfälle mit Touristen, fehlende Versicherungen und Spendenaufrufe für verunfallte Reisende mit hohen Krankenhausrechnungen.
Analysten sehen zudem wachsenden Schaden durch den Ruf als Drehscheibe für Betrugs- und Scam-Zentren und anhaltende Korruptionsprobleme. Als Reaktion verschärfte die Regierung Sicherheitskampagnen und landesweite Razzien, was jedoch auch zu Verunsicherung bei Visa- und Einreisebestimmungen führte.
Parallel steht Thailand im Wettbewerb mit dynamischen Nachbarn wie Vietnam, das mit „saubereren, sichereren und besser organisierten“ Angeboten wirbt, sowie Malaysia, das weiterhin hohe Gästezahlen meldet.
Besucherstruktur verschiebt sich – Inland stützt die Branche
Trotz des Rückgangs blieb das Volumen beachtlich. Malaysia war 2025 mit 4,5 Millionen Einreisen wichtigster Quellmarkt, gefolgt von China mit 4,4 Millionen, Indien mit 2,4 Millionen, Russland mit 1,8 Millionen und Südkorea mit 1,5 Millionen. Die Nachfrage aus China blieb jedoch unter früheren Höchstständen und war von spürbarer Vorsicht geprägt.
Zugleich verschob sich der Mix: Langstreckengäste nahmen anteilig zu, blieben länger, gaben aber zurückhaltender aus. Kurzstreckenmärkte aus der Region entwickelten sich schwächer, was den Umsatzrückgang erklärt.
Der Binnenmarkt wirkte stabilisierend. Thailänder unternahmen 202,37 Millionen Inlandsreisen, ein Plus von 2,7 %. Die Einnahmen aus dem Inlandstourismus stiegen um 3,69 % auf ฿1,16 Billionen. Für 2026 liegt das Ziel bei 205 Millionen Inlandsreisen.
Stärkerer Baht, Grenzkonflikte und politische Unsicherheit
Die Aufwertung des Baht gegenüber dem Dollar, unter anderem im Zuge steigender Goldpreise, machte das Land für Ausländer teurer. In mehreren Märkten sank dadurch die reale Kaufkraft der Besucher, was sich in den gesunkenen Pro-Kopf-Einnahmen niederschlug.
Parallel sorgen Grenzspannungen mit Kambodscha und ein regionaler Krieg für zusätzliche Unsicherheit. Militäranalysten halten sogar eine weitere Eskalationsphase für möglich. Dazu kommt eine Generalwahl im Februar, die die politische Lage erneut in den Fokus rückt.
Neue Fluggebühren ab Februar 2026
Mitten in dieser Lage erhöhen sich die Kosten für Flugreisen. Die Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT) setzt zum 1. Februar 2026 höhere Abgaben durch, genehmigt vom National Civil Aviation Board am 3. Dezember 2025.
Die Passenger Service Fee steigt von ฿15 auf ฿25 pro Person und gilt für ein- und ausreisende internationale Passagiere. Zudem klettert die Ausreisebesteuerung von ฿790 auf ฿1.120 – ein Aufschlag von rund 57 %. Für jeden ausländischen Abreisenden bedeutet das zusätzliche ฿390.
Die Gebühren werden von den Fluggesellschaften über die Tickets eingezogen. Die CAAT, die keine direkten Staatsmittel erhält und derzeit mit Defiziten arbeitet, erwartet dadurch bis 2028 Kostendeckung. Sie verfügt über Rücklagen von rund ฿1,4 Milliarden und beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter.
Offiziell hat die Behörde das Recht, vier Gebührentypen zu erheben, nutzt aber nur Ein- und Ausreiseentgelte, um zusätzliche Belastungen für Passagiere zu begrenzen.
Zielmarke 36,7 Millionen – Hohe Erwartungen trotz Risiken
Die TAT-Gouverneurin Thapanee Kiatphaibool bestätigte, dass 36,7 Millionen Ankünfte die neue Referenzmarke für 2026 bilden. „Das Ziel ist klar definiert, die Entwicklung von Flugangebot, Ankünften und Ausgaben wird eng verfolgt“, lautet die Linie der Behörde.
Kurzstreckenmärkte sollen weiterhin mehr als 70 % der Gäste stellen, während Langstreckenmärkte wegen längerer Aufenthalte wichtig für die Gesamterlöse bleiben. Das Ministerium will beide Segmente 2026 detailliert auswerten.
Dennoch bleiben die Risiken deutlich:
• Kriminalität und Sicherheitswahrnehmung
• Naturkatastrophen wie die Flut in Hat Yai
• Grenz- und Regionalspannungen mit Kambodscha
• Währungseffekte des starken Baht
• Steigende Abgaben auf Flugtickets
Trotzdem hält die Regierung an der Zielmarke fest. Für die politisch Verantwortlichen ist klar, dass der stark vom Tourismus abhängige Wirtschaftssektor strukturelle Anpassungen und Investitionen braucht – eine Aufgabe, die auf jede neue Regierung im Jahr 2026 zukommt.
🗣 Optimismus oder Realitätsverweigerung?
7,23 % weniger ausländische Touristen, sinkende Einnahmen, steigende Kosten – und dennoch ein ambitioniertes Ziel von 36,7 Millionen Ankünften.
Ist das mutige Planung oder politischer Zweckoptimismus?
Kann Thailand sein Image von Kriminalität, Chaos und Unsicherheit rechtzeitig korrigieren – während Nachbarn schneller, günstiger und organisierter auftreten?
Und was passiert, wenn die Rechnung 2026 erneut nicht aufgeht?




Optimismus verbreiten und fuehlen ist gut…. Ich plane und sage fuer 2026 voraus, der Bath Wechselkurs wird 1 Euro=46 Bath und die Lebenshaltungskosten sinken um 25 Prozent, bei einer Rentenerhoehung um die 36 Prozent.
😂😂😂
Deine Planung gefällt mir.
Sollten diese Kurse tatsächlich Realität werden, werde ich dich „ausquetschen“ bis du mir die kommenden Lottozahlen verrätst.
„Zudem klettert die Ausreisebesteuerung von ฿790 auf ฿1.120“
Solche merkwürdigen Gebühren könnte man doch mit der Overstay Gebühr verrechnen. Offensichtlich möchte man also doch nicht, dass die Gäste wieder gehen 😜
Thailand wird tatsächlich immer mehr unattraktiv.Die Preise mal erhöhen trotz weniger Touris.
Das hat Tradition. Nicht den Service verbessern,sondern die Preise erhöhen. Kommen 10 Prozent weniger Gaeste, erhöht man alles um 10 Prozent und macht sogar noch einen Gewinn.