BANGKOK, THAILAND – Der Finanzdienst Wise ändert ab dem 19. Mai 2026, wie er in Thailand arbeitet. Bisher wickelte das britische Unternehmen seine Geschäfte in Thailand über eine ausländische Gesellschaft ab – künftig betreibt Wise eine eigene Thai-Firma, die direkt von der Thailändischen Zentralbank überwacht wird. Für alle, die Wise zum Überweisen von Geld ins Ausland nutzen, hat das spürbare Folgen.
Was Wise überhaupt ist – und warum es viele nutzen
Wise ist ein Online-Dienst, mit dem man Geld von einem Land ins andere schicken kann – schnell, günstiger als bei vielen Banken und ohne versteckte Gebühren. Wer etwa als Deutscher in Thailand lebt und Geld nach Hause schickt oder umgekehrt Rente aus Deutschland empfängt, nutzt häufig Wise. Auch wer im Ausland einkauft oder Rechnungen in einer anderen Währung begleicht, greift gerne auf den Dienst zurück.
Bisher hatte Wise in Thailand keine eigene lokale Zulassung. Das ändert sich nun: Die Zentralbank Thailands hat Wise grünes Licht gegeben, als regulierter Finanzdienst im Land zu arbeiten. Das bedeutet mehr Kontrolle durch den Staat – und für Nutzer sowohl neue Möglichkeiten als auch klare Einschränkungen.
Was Wise neu einführt
Mit der Thai-Lizenz kommen einige praktische Neuerungen. Wer in Thailand lebt, kann künftig Baht direkt aus seinem Wise-Konto ins Ausland schicken – also zum Beispiel Geld nach Deutschland überweisen, ohne umständliche Zwischenschritte. Bisher war das nur über ausländische Konten möglich.
Dazu führt Wise das sogenannte PromptPay ein – ein in Thailand weit verbreitetes System, mit dem man per Handynummer oder ID-Nummer Geld empfangen und versenden kann. Wer ein Wise-Konto hat, kann dann auch an Marktständen oder kleinen Läden mit einem QR-Code bezahlen, die keine Bankkarte akzeptieren. Außerdem gibt es erstmals eine physische Wise-Karte, die direkt nach Thailand geliefert wird.
Was sich verschlechtert – und warum
Die Kehrseite der Regulierung ist einschneidend: Wer bislang Dollar, Euro oder Pfund auf seinem Wise-Konto gehalten und direkt ins Ausland überwiesen hat, kann das ab Mai nicht mehr tun. Jede Auslandsüberweisung muss künftig in Baht erfolgen. Das klingt technisch, hat aber eine konkrete Konsequenz: Wer 1.000 Dollar verschicken will, muss sie erst in Baht umrechnen lassen und dann wieder in Dollar – das bedeutet zweimal Wechselkursgebühren statt einmal.
Das Gleiche gilt für eingehende Zahlungen. Schickt jemand aus Deutschland 500 Euro auf ein Wise-Konto in Thailand, rechnet Wise den Betrag automatisch in Baht um. Das Geld landet nicht mehr als Euro auf dem Konto, sondern als Baht. Wer mehrere Währungen gleichzeitig verwaltet hat – etwa für Reisen oder Auslandsgeschäfte –, verliert diesen Vorteil.
Am Geldautomaten in Thailand funktioniert die Karte nicht mehr
Eine weitere Einschränkung betrifft die Wise-Karte: Wer sie in Thailand bestellt, kann damit in Thailand kein Bargeld am Automaten abheben. Wise empfiehlt stattdessen, den PromptPay-QR-Code zum Bezahlen zu nutzen. Das funktioniert in vielen modernen Geschäften gut – aber nicht überall. Viele Märkte, kleinere Restaurants oder Taxis akzeptieren nach wie vor hauptsächlich Bargeld.
Im Ausland bleibt die Karte dagegen voll funktionsfähig. Wer nach Europa reist oder in einem anderen Land Geld am Automaten zieht, ist nicht betroffen. Nur in Thailand selbst entfällt diese Möglichkeit.
Was jetzt zu tun ist – und was im April kommt
Bis Mai 2026 ändert sich zunächst nichts. Wise bestätigt, dass alle bestehenden Konten weiter wie gewohnt funktionieren. Wer seinen Wohnsitz jedoch nicht mehr in Thailand hat, sollte seine Adresse im Wise-Konto aktualisieren – sonst behandelt Wise das Konto weiterhin nach den neuen Thai-Regeln.
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Im April will Wise zusätzliche Ausweisdokumente von seinen Kunden anfordern – eine Pflicht, die die Zentralbank vorschreibt. Welche Dokumente genau benötigt werden, teilt Wise zu einem späteren Zeitpunkt mit. Wer ein Wise-Konto nutzt, sollte die E-Mails des Unternehmens in den kommenden Wochen im Blick behalten.
Mehr Kontrolle, weniger Freiheit – rechnet sich das für Expats?
Die neue Lizenz macht Wise in Thailand offizieller und sicherer – zumindest auf dem Papier. Doch für viele Expats, die den Dienst gerade wegen seiner Flexibilität schätzen, bringt die Regulierung spürbare Nachteile. Ob die neuen PromptPay-Funktionen und die lokale Karte die weggefallene Fremdwährungsfreiheit aufwiegen, hängt davon ab, wie man Wise bisher genutzt hat – und für wen das Konto künftig noch sinnvoll ist.



Wenn ich das korrekt verstanden habe, sind die Fremdwährungskonten in Zukunft für Expats hinfällig. Ich kann also keine USD oder andere Währung mehr bei Wise deponieren. Wie verhält es sich mit den Vermögen, welche sich derzeit auf den Fremdwährungskonten befinden? Werden diese für das Bezahlen einer Rechnung in’s Ausland zuerst in Baht umgerechnet und dann in der Fremdwährung überwiesen?
Nun, wer aber in D. noch gemeldet ist, da sein Wisekonto eröffnet hatte, und da EUR-USD-THB Konten hat, kann ja weiter wie bisher agieren. Man wechselt seine EUR auf sein THB Konto bei Wise und von dort schickt man es sich, wenn man es braucht. Das direkte Durchschleifen von EUR vom Referenzkonto via Wise war eh nie ideal und dauerte.
Wenn man die Wisekarte nicht in Thailand bestellt, kann man ja weiter den Automat benutzen, oder?
Und wenn die Promptpay Variante mit beiden Varianten funktioniert, wäre es noch praktischer.
Klar, billiger wird es so oder so nicht. Alternative, bekannte Karten anderen Anbieter in Betracht ziehen solange es geht. Mal schauen wie es sich dann darstellt wenn es soweit ist.
Habe grade von der Postbank via Echtzeitüberweisung an Wise mein Geld in 2 Sekunden auf dem Konto der Kasikorn gehabt. Schneller geht es nicht und zu mehr brauche ich Wise nicht.