BANGKOK – Die sieben gefährlichen Tage um Neujahr haben erneut eine erschütternde Spur der Verwüstung hinterlassen. Die offizielle Bilanz: 272 Todesopfer, 1.464 Verletzte und 1.511 Unfälle. Bangkok ist die traurige Spitze.
Das sind die schockierenden Gesamtzahlen
Vom 30. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 starben täglich im Durchschnitt fast 39 Menschen im Straßenverkehr.
Insgesamt registrierte die Katastrophenschutzbehörde DDPM 1.511 Unfälle. Die Zahl der Verletzten lag bei 1.464.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Zahlen zwar zurück, doch 272 Tote sind eine schreckliche Bilanz.
Bangkok ist die gefährlichste Provinz
Die Hauptstadt führt die traurige Statistik mit 22 Todesfällen an. Auf den Plätzen folgen andere große Provinzen.
Bei den Unfällen liegt Phuket mit 55 Vorfällen vorn, gefolgt von mehreren Nordost-Provinzen. Fünf Provinzen blieben ohne Todesopfer.
Die häufigste Unfallursache war mit 39,44 Prozent überhöhte Geschwindigkeit. Motorräder waren in 68,53 Prozent der Fälle beteiligt.
So sieht die Tagesbilanz vom 5. Januar aus
Der letzte Tag der Kampagne brachte 142 Unfälle, 155 Verletzte und 19 Tote. Die meisten Crashs passierten zwischen 15:01 und 18:00 Uhr.
Die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen stellte den höchsten Anteil an Verletzten und Getöteten. Phatthalung und Yala meldeten die meisten Unfälle.
Die vier Todesfälle in Nakhon Sawan machen die landesweite Tragödie besonders greifbar.
Das fordert die DDPM jetzt
DDPM-Chef Theerapat Kachamat mahnt, die Präventionsarbeit fortzusetzen. „Provinzen müssen Maßnahmen auf allen Ebenen vorantreiben“, so sein Appell.
Im Fokus stehen Fahrzeugchecks, korrekte Fahrpraktiken und Versicherungsschutz. Es geht um einen langfristigen Wandel der Fahrkultur.
Bezirke ohne Unfälle sollen als Vorbilder dienen. Die Integration von Gemeinden und Freiwilligen ist entscheidend.
Kann Thailand die Verkehrshölle bezwingen?
Die Zahlen zeigen einen leichten Rückgang – ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch die absolute Zahl bleibt inakzeptabel hoch.
Die „sieben gefährlichen Tage“ sind ein symptomatischer Höhepunkt eines ganzjährigen Problems. Raserei und Leichtsinn kosten täglich Leben.
Die Herausforderung für das nächste Mal ist klar: Die positive Tendenz muss in einen dramatischen Sturzflug der Opferzahlen münden. Die Zeit des Redens ist vorbei.
🗣 272 Gründe, endlich aufzuwachen
272 Tote in sieben Tagen sind keine „Feiertagsstatistik“.
Es sind 272 Familien, die 2026 nicht gefeiert, sondern getrauert haben.
Jedes Jahr dieselben Appelle, dieselben Kampagnen, dieselben roten Banner –
und trotzdem sterben weiter Hunderte auf Thailands Straßen.
Motorräder, Tempo, Gleichgültigkeit.
Die Muster sind seit Jahren bekannt. Die Zahlen ändern sich kaum.
Die eigentliche Frage ist nicht, warum es passiert.
Die Frage ist, warum es hingenommen wird.
Wenn 272 Tote nicht reichen, um Politik, Kontrolle und Verkehrskultur grundlegend zu ändern –
was dann?




Verstaerkte Kontrollen – die letztendlich nur Stichproben sind -, Appelle und Kampagnen – die ungehoert bleiben bzw. nur Alibifunktion haben – bringen nichts.
Solange der Grossteil der Bevoelkerung nicht ordentlich geschult wird, bevor jeder Einzelne fuer den Strassenverkehr freigegeben wird, und den Menschen nicht vermittelt wird Gesetze und Regeln zu beachten verplatzt jede Bemuehung wie ein Seifenblase.
Geschwindigkeitsbegrenzungen werden ignoriert, rote Ampeln oft nur als unverbindliche Empfehlungen angesehen, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gilt als Kavaliersdelikt usw.
Es muessen Vergehen hart und konsequent bestraft werden – und die Moeglichkeit, solche mit der Uebergabe eines „braunen Umschlags“ beizulegen darf es in keinem Fall geben.