Preis-Explosion bei der BTS! Pendler in Bangkok zahlen jetzt das Dreifache
In Bangkok herrscht dicke Luft: Die Fahrpreise fĂŒr die Erweiterungen der BTS GrĂŒnen Linie sind massiv angehoben worden. Statt einer Pauschale von 15 Baht zahlen Pendler jetzt je nach Strecke zwischen 17 und 45 Baht â bei ĂbergĂ€ngen sogar bis zu 65 Baht. Der Verbraucherschutz schlĂ€gt Alarm und warnt vor einer dreifachen finanziellen Belastung fĂŒr ĂŒber 380.000 Menschen tĂ€glich. Doch der Gouverneur der Stadt kontert: Die Metropole könne die jĂ€hrlichen Verluste von sechs Milliarden Baht nicht lĂ€nger tragen.
VerbraucherschĂŒtzer ziehen vor den Stadtrat
Der Ărger der Bevölkerung ist so groĂ, dass der Verbraucherrat von Thailand offiziell Beschwerde eingelegt hat. Eine Petition wurde an den Bangkok Metropolitan Council (BMC) ĂŒbergeben, wo sie von VizeprĂ€sident Netiphum Mingrujiralai entgegengenommen wurde. Der Rat versprach, den Protest an verschiedene AusschĂŒsse und die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) weiterzuleiten, wo das Thema nun intensiv diskutiert wird.
Die neuen Preise, die bereits am vergangenen Samstag in Kraft traten, betreffen drei wichtige Streckenabschnitte: Mo ChitâKhu Khot, Bang ChakâSamut Prakan und Pho NimitâBang Wa. FĂŒr viele Pendler aus den Vororten, die tĂ€glich in die Stadt zur Arbeit fahren, bedeutet dies eine enorme finanzielle Mehrbelastung.
Gouverneur Chadchart rechtfertigt die drastische Erhöhung
Auf der anderen Seite steht Gouverneur Chadchart Sittipunt, der die unpopulĂ€re Entscheidung verteidigt. Er erklĂ€rte, die Erhöhung sei notwendig, da die BMA jĂ€hrlich Verluste von ĂŒber 6 Milliarden Baht (umgerechnet etwa 150 Millionen Euro) ausgleichen mĂŒsse, um den alten Pauschalpreis von 15 Baht auf den Erweiterungsstrecken zu subventionieren. Die Stadt gibt etwa 8 Milliarden Baht pro Jahr fĂŒr Betriebskosten aus, nimmt aber nur 2 Milliarden Baht an Einnahmen ein.
„Die Stadt kann nicht lĂ€nger Steuergeld verwenden, um solche Defizite zu decken“, so Chadchart in einer klaren Ansage. Er betonte, dass die neuen Tarife nichts mit den ausstehenden Schulden der Stadt an ihren privaten Konzessionsnehmer zu tun hĂ€tten, sondern eine notwendige Strukturreform seien, um die Preise an die tatsĂ€chlichen Kosten anzupassen.
Wer ist wirklich betroffen?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Die Auswirkungen sind konkret und massiv. Betroffen sind laut Verbrauchervertretern ĂŒber 380.000 Pendler pro Tag. Viele von ihnen, insbesondere Pendler aus den VorstĂ€dten, werden durch die Umstellung auf die entfernungsabhĂ€ngige GebĂŒhr bis zu 200 Prozent mehr bezahlen mĂŒssen â also das Dreifache ihres bisherigen Fahrpreises. Eine Fahrt, die bisher pauschal 15 Baht kostete, kann nun schnell 45 Baht kosten.
Wer zwischen der Hauptlinie und den Erweiterungen wechselt, muss sogar bis zu 65 Baht pro Fahrt berappen. FĂŒr viele Berufspendler summiert sich dies zu einer erheblichen finanziellen Zusatzbelastung am Ende des Monats. Der Shock sitzt tief in der Bevölkerung, die bereits mit hohen Lebenshaltungskosten zu kĂ€mpfen hat.
Was kommt als nÀchstes?
Der Streit ist noch lange nicht vorbei
Die Petition des Verbraucherrates ist nur der erste Schritt in einem lĂ€ngeren politischen Ringen. Die Diskussionen in den AusschĂŒssen des BMC und mit der BMA werden sicherlich hitzig gefĂŒhrt werden. Die Pendler und VerbraucherschĂŒtzer hoffen auf eine TeilrĂŒcknahme oder soziale Abfederung der Preiserhöhungen fĂŒr einkommensschwache Gruppen.
Gouverneur Chadchart hingegen beharrt auf der finanziellen Notwendigkeit. Eines ist sicher: Der Konflikt um die BTS-Preise ist zu einem Symbol fĂŒr die wachsenden sozialen Spannungen und die finanziellen Herausforderungen in der Megacity Bangkok geworden. Die Frage, wer die Kosten fĂŒr eine moderne Infrastruktur tragen soll, bleibt vorerst unbeantwortet.
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