Bangkok, Thailand – Thaksin Shinawatra ist nach acht Monaten Haft auf Bewährung frei, doch politisch bleibt er weiter eng eingebunden. Die elektronische Fußfessel, laufende Verfahren und sein Einfluss auf die Pheu Thai machen klar: Von Rückzug kann keine Rede sein. Für die Partei beginnt damit eine heikle Phase zwischen neuer Freiheit und altem Machtzentrum.
Bewährung mit enger Leine
Thaksin Shinawatra wurde am 11. Mai auf Bewährung entlassen. Seine Freiheit ist aber an Auflagen geknüpft, darunter das Tragen einer elektronischen Fußfessel.
Außerdem steht er weiter unter Druck durch laufende Gerichtsverfahren, darunter ein Fall nach Section 112 mit anhängigem Berufungsverfahren sowie Vorwürfe rund um seinen Aufenthalt im 14. Stock des Police General Hospital.
Rothämmer vor Chan Song La
Vor seiner Residenz Chan Song La versammelten sich Anhänger der Rothemden, nachdem er entlassen worden war. Thaksin beschrieb seine Haftzeit als „Winterschlaf“ und sagte außerdem, er fühle sich „erleichtert“.
Politisch gilt seine Haftzeit aber nicht als Stillstand, denn er soll die Pheu Thai weiter geführt und mit Verbündeten kommuniziert haben.
Einfluss ohne offizielles Amt
Erwartet wird, dass Thaksin keine offene Rolle auf der politischen Bühne übernimmt. Stattdessen dürfte er als „Hintergrund-Regisseur“ auftreten, der Strategien formt und Einfluss ausübt, ohne selbst ein formelles Amt zu bekleiden.
In der Pheu Thai bleibt er das Gravitationszentrum und der spirituelle Führer. Die Partei hängt weiter stark an seiner Marke und an seiner Ausstrahlung.
Pheu Thai verliert an Boden
Die Pheu Thai befindet sich nach den Angaben in einer Übergangsphase und gilt nicht mehr als führende Kraft im Parlament. Mit 78 Sitzen im Repräsentantenhaus ist sie die zweitgrößte Koalitionspartei unter der Regierung von Anutin.
Damit hat die Bhumjaithai die Führung übernommen. Für die Pheu Thai bedeutet das einen klaren Rollenwechsel: weg vom Gestalten, hin zum Reagieren.
Paetongtarn und Dr. Yodchanan unter Druck
Auch Paetongtarn bleibt eine Kernfigur der Partei und steht selbst unter politischen Risiken aus mehreren Fällen. Gleichzeitig wird Dr. Yodchanan Wongsawat als Premierministerkandidat der Pheu Thai genannt.
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Die Partei versucht, jüngere Figuren nach vorne zu bringen. Doch nach dieser Darstellung reicht Fleiß allein nicht aus; in der thailändischen Politik zählen auch Glauben, Charisma und die Aura der Macht.
Die nächste Rolle für den alten starken Mann
Thaksin Shinawatra soll sich zurücklehnen und der jüngeren Generation Platz machen, wird aber weiterhin als „Hintergrund-Direktor“ erwartet, der die entscheidenden Linien mitzieht. Er bleibt das spirituelle Führungszentrum und das Gravitationszentrum der Pheu Thai Partei, deren politische Aktivitäten er wegen drohender rechtlicher Konsequenzen vorsichtig kalkulieren muss.
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