Thailand – Die Regierung zieht die Zügel im Tourismus und bei der Einreise deutlich an. Die visafreie Aufenthaltsdauer soll von 60 auf 30 Tage sinken, dazu kommen eine Tourismusabgabe von 300 Baht und höhere Flughafengebühren. Im Hintergrund stehen Sicherheitsbedenken, Kritik an Fehlverhalten von Ausländern und der klare Kurswechsel hin zu „Qualität statt Quantität“.
Regierung will Visaregeln deutlich verschärfen
Tourismus- und Sportminister Surasak Phanjaroenworakul bestätigte am Montag, dass die Regierung die bisherige 60-tägige visafreie Einreise zurücknehmen will. Stattdessen soll die Aufenthaltsdauer für visafreie Besucher auf 30 Tage reduziert werden.
Nach den Plänen sollen die Behörden alle Visakategorien überprüfen, nicht nur Touristenvisa. Dazu zählen auch Investoren-, Studenten- und Heiratsvisa.
Arbeitsgruppe soll alle Visa prüfen
Nach dem Treffen der Bhumjaithai-Partei im Government House am 11. Mai erklärte Surasak, der Premierminister habe informell eine komplette Überprüfung des Visasystems angeordnet. Eine neue Arbeitsgruppe soll den Prüfprozess begleiten.
Den Angaben zufolge sollen der stellvertretende Premierminister Pakorn Nilapraphan und die zuständigen Behörden die Arbeit dieser Gruppe überwachen. Die formelle Zustimmung soll in der Kabinettssitzung am Dienstag kommen.
93 Länder waren bisher beim Visum im Vorteil
Bisher konnten Reisende aus 93 Ländern Thailand 60 Tage lang ohne Visum besuchen. Dieses System soll nun wegfallen, auch wenn noch nicht bestätigt ist, ob die Änderungen zu einem festen Datum starten.
Das Außenministerium bereitet nach Regierungsangaben Vorschläge für das Kabinett vor. Geplant sind auch länderspezifische Unterschiede bei der visafreien Einreise, die noch nicht näher festgelegt wurden.
Minister verweist auf kurze Aufenthalte
Surasak begründet die geplante Kürzung damit, dass die meisten ausländischen Gäste ohnehin nicht lange im Land bleiben. Laut Ministerium liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei etwas mehr als neun Tagen.
Als Beispiel nannte er norwegische Touristen, die im Schnitt rund 21 Tage bleiben. Nach Einschätzung der Behörden soll ein Limit von 30 Tagen für die meisten Besucher ausreichen.
Strengere Kontrollen wegen Kriminalität und Missbrauch
Die Regierung reagiert nach eigenen Angaben auf Berichte über kriminelle Aktivitäten ausländischer Staatsbürger und den Missbrauch von Visa für illegale Geschäfte. Auch Strohmann-Geschäftsmodelle und Fehlverhalten von Touristen stehen im Fokus.
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Surasak machte klar, dass Geld allein künftig nicht mehr für eine Visumerteilung reichen soll. Die Behörden wollen bei der Prüfung auch Verhalten und Sicherheit stärker bewerten.
„Quality over quantity“ statt Massentourismus
Die Minister betonten bei ihren Gesprächen den Kurs „quality over quantity“. Thailand will sich damit nach und nach vom reinen Ansturm auf viele Besucher lösen.
Nach Surasaks Worten soll nicht mehr nur die Zahl der Ankünfte zählen. Die Regierung will strengere Genehmigungen und engere Kontrollen im gesamten Tourismussektor.
300-Baht-Abgabe soll in Infrastruktur fließen
Parallel plant die Regierung eine Tourismusabgabe von 300 Baht für internationale Besucher. Die Einnahmen sollen nach Angaben des Ministers in Tourismusinfrastruktur und Förderprogramme fließen.
Die geplante Abgabe soll vor allem Flugankünfte betreffen. Unklar bleibt, ob sie zusätzlich zu anderen Gebühren erhoben wird.
Flughafengebühren steigen ab 20. Juni
Zusätzlich werden die Flughafengebühren für internationale Passagiere angehoben. Die Ausreisegebühr steigt von 730 Baht auf 1.120 Baht pro Person.
Die Erhöhung von rund 50 Prozent soll am 20. Juni in Kraft treten. Für ausländische Reisende wird der Aufenthalt in Thailand damit spürbar teurer.
Mehr Druck auf Einreise und Tourismus
Die Behörden wollen nach den neuen Plänen alle Visakategorien strenger kontrollieren und die Einreise stärker absichern. Auch alternative Visawege für medizinische Behandlungen oder längere Aufenthalte sollen weiter bestehen bleiben. Die Regierung setzt damit auf einen harten Kurswechsel: weniger Fokus auf Masse, mehr Kontrolle und höhere Hürden für Besucher.
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