Sehr geehrte Redaktion, liebe Mitleserinnen und Mitleser,
mein Sohn lebt seit einigen Jahren in Bangkok und verlängert jedes Jahr sein Visum auf Ehebasis. Das läuft inzwischen routinemäßig ab — man kennt die Unterlagen, man kennt die Abläufe. Aber was ihm neulich bei der Bangkok Bank passiert ist, hat uns beide ziemlich ratlos zurückgelassen, und ich glaube, das betrifft nicht nur uns.
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Er wollte das übliche Bankschreiben abholen, das er jedes Jahr bei der Einwanderungsbehörde einreichen muss. Ohne dieses Dokument läuft gar nichts. Die Mitarbeiter der Filiale haben es ihm aber zunächst verweigert — und das nicht etwa, weil etwas mit dem Konto nicht stimmte.
Stattdessen haben sie ihm ein Formular hingelegt, das er unterschreiben sollte. Darin hat er sich schriftlich verpflichtet, die 400.000 Baht für zwei Monate ab Antragsdatum unangetastet auf dem Konto zu lassen. Erst nachdem er das unterschrieben hatte, gab es das Bestätigungsschreiben für die Behörde.
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Nun gut, er hat unterschrieben — was sollte er auch sonst tun? Ohne das Schreiben kein Visum. Aber mich lässt das nicht los. Was passiert, wenn er in den nächsten zwei Monaten an das Geld muss? Ein Notfall, eine kaputte Maschine, eine Krankheit — das Leben hält sich nicht an Bankverträge. Und gilt so eine Unterschrift überhaupt rechtlich? Kann eine Bank einem Kunden vorschreiben, wie er sein eigenes Konto zu nutzen hat?
400.000 Baht — das ist die Summe, die bei einer Verlängerung auf Ehebasis auf dem Konto liegen muss. Das ist bekannt, damit haben wir kein Problem. Dass das Geld eine gewisse Zeit vor dem Antrag dort liegen muss und auch während der Bearbeitung nicht angetastet werden soll, wissen die meisten. Aber dass eine Privatbank jetzt eigene Verpflichtungserklärungen ausstellt und damit quasi Behördenaufgaben übernimmt — das ist mir neu.
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Die Frage, die mich beschäftigt: Ist das eine neue Anweisung von ganz oben — von der Zentralbank oder in Absprache mit der Einwanderungsbehörde? Oder macht das diese eine Filiale auf eigene Faust, weil irgendein Filialleiter das so entschieden hat? Wir kennen das alle: Von Filiale zu Filiale läuft vieles anders, von Provinz zu Provinz sowieso. Das ist Thailand.
Aber wenn das jetzt flächendeckend so gehandhabt wird, dann sollte man das wissen. Dann muss man sich darauf einstellen — und vor allem darauf, dass ein Teil des eigenen Geldes für Monate faktisch eingefroren ist, auch wenn nirgendwo offiziell von einer Sperrung die Rede ist.
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Vielleicht haben andere Leser in letzter Zeit ähnliches erlebt — bei der Bangkok Bank oder auch bei anderen Instituten. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand in den Kommentaren meldet. Und falls die Redaktion die Möglichkeit hat, direkt bei der Bank oder bei der Einwanderungsbehörde nachzufragen, wäre das eine echte Hilfe für alle, die demnächst zur Verlängerung müssen.
Mit freundlichen Grüßen,
ein besorgter Vater
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Anmerkung der Redaktion
Wir danken unserem Leser für diese Schilderung. Das Thema kennen viele: Was die Einwanderungsbehörde verlangt und was Banken daraus machen, passt nicht immer zusammen. Ob diese Verpflichtungserklärung inzwischen Filialstandard bei der Bangkok Bank ist oder ob andere Banken ähnlich vorgehen — das wissen wir noch nicht. Haben Sie ähnliches erlebt? Schreiben Sie uns in den Kommentaren, bei welcher Bank und in welcher Stadt. Das hilft allen, die demnächst zur Verlängerung müssen.



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