Thailand – Ein 56-jähriger Australier hat Australien verlassen und in Thailand neu angefangen. Jeff Asselin nennt steigende Lebenshaltungskosten, Jobunsicherheit und Frust über die Lage in der Heimat als Gründe für den radikalen Schritt. Heute lebt er dort deutlich günstiger und will später dauerhaft bleiben.
Vom Bildungssektor nach Thailand
Jeff Asselin ist ehemaliger Medienproduzent, hat 25 Jahre im Bildungssektor gearbeitet und besitzt einen Master-Abschluss. Nach eigenen Angaben geriet er in der Covid-Zeit zunehmend unter Druck und fühlte sich isoliert.
Er sagt, seine Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, habe das Gefühl verstärkt, von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Zwei Entlassungen innerhalb von zwei Jahren hätten ihn trotz seiner Berufserfahrung in finanzielle Unsicherheit gedrängt.
Mehr als 50 Bewerbungen, kaum Erfolg
Über zwei Jahre habe er sich auf mehr als 50 Stellen beworben, ohne dauerhaft wieder Fuß zu fassen. Asselin meint, sein Alter könne bei Vorstellungsgesprächen eine Rolle gespielt haben.
Auf dem Papier sei er für viele Positionen stark genug gewesen, sagt er. Trotzdem sei die Jobsuche zermürbend geblieben.
Australien wurde ihm zu teuer
Asselin beschreibt die Lebenshaltungskosten in Australien als kaum noch tragbar. Nach der Scheidung habe er allein in einer Mietwohnung fast 7.500 Dollar im Monat ausgegeben, obwohl er sparsam lebte.
Er macht zudem staatliches Missmanagement und Masseneinwanderung für die verschärfte Wohnungsnot verantwortlich. Steuern, Wohnkosten, Versorgungsleistungen, Versicherungen und Strom hätten ihn das Gefühl gegeben, dass sich jahrzehntelange Arbeit kaum auszahle.
Immobilien, Scheidung und gebundenes Geld
Der Australier sagt, er habe sich mit harter Arbeit zwei Immobilien aufgebaut. Eine blieb nach der Scheidung bei seiner Ex-Frau, die andere sei in seinem selbstverwalteten Rentenfonds gebunden.
Genau das habe seine Lage zusätzlich erschwert. Trotz Besitz habe er nicht einfach auf das Geld zugreifen können.
Neues Leben für 1.500 Dollar im Monat
In Thailand lebt Asselin jetzt deutlich günstiger und gibt nach eigenen Angaben rund 1.500 Dollar im Monat aus. Seine Zwei-Zimmer-Hütte kostet etwa 106 Dollar Miete, dazu kommen etwa 21 Dollar für Strom.
Er betreibt dort den YouTube-Kanal „Aussie Nomad Life“ und dokumentiert das Leben von Auswanderern in Südostasien. Er sagt, er führe keinen Luxusalltag, sondern konzentriere sich auf Geschäft, Gesundheit und seine Beziehung.
Abschied von den Kindern bleibt der schwerste Preis
Der schwerste Nachteil seines Umzugs sei die Trennung von seinen vier Kindern, sagt Asselin. Keine günstigere Miete und kein neuer Lebensstil könnten das ersetzen.
Auch seine Familie stand dem Umzug zunächst skeptisch gegenüber. Nach Einblicken in sein Leben vor Ort habe sich diese Haltung aber geändert.
Plan bis zur Rente mit 60
Asselin will sich dauerhaft in Thailand niederlassen, sobald er mit 60 Zugriff auf seine Altersvorsorge erhält. Auch andere Australier hätten ihn wegen Bezahlbarkeit, Wohnraum und Jobunsicherheit kontaktiert.
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