Sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe jetzt seit einigen Jahren als Rentner hier in Thailand und habe schon mehrere Male mein Visum verlängern lassen. Heute möchte ich mal über etwas schreiben, das viele von uns beschäftigt: Kann man eigentlich das Geld für die Visumsverlängerung auf ein Festgeldkonto legen, statt es einfach nur auf dem Sparkonto liegen zu lassen?
Bei den niedrigen Zinsen auf normalen Sparkonten und den gestiegenen Lebenshaltungskosten überlegt man sich ja schon, ob man sein Geld nicht ein bisschen besser anlegen kann. Ich war selbst lange unsicher und habe mich dann schlau gemacht. Was ich dabei herausgefunden habe, möchte ich gerne weitergeben, damit andere nicht dieselben Sorgen haben müssen wie ich damals.
Also, erst mal zu den Grundlagen: Für das Rentnervisum, das Non-Immigrant O-A, muss man ja nachweisen, dass man finanziell abgesichert ist. Man muss mindestens 800.000 Baht auf einem thailändischen Bankkonto haben, das sind ungefähr 22.000 Euro. Das Geld muss zwei Monate vor dem Antrag schon dort liegen, und das Konto muss auf den eigenen Namen laufen. Es gibt auch noch andere Möglichkeiten mit monatlichem Einkommen, aber die meisten von uns nehmen die Variante mit dem Bankguthaben, weil das am einfachsten ist.
Jetzt die große Frage: Darf das Geld auch auf einem Festgeldkonto sein? Nach allem, was ich rausgefunden habe – ja, das geht! Die thailändischen Vorschriften sagen nirgendwo, dass es unbedingt ein Sparkonto sein muss. Wichtig ist nur, dass die Bank einen offiziellen Brief ausstellt, wo drinsteht, wie viel Geld da ist und wie lange es schon dort liegt. Bei Festgeld muss die Bank bestätigen, dass das Geld verfügbar ist oder für den Nachweis freigegeben werden kann.
Bei mir war es so: Vor zwei Jahren habe ich gemerkt, dass mein Sparkonto bei der Bangkok Bank fast gar keine Zinsen bringt, nur 0,5 Prozent. Gleichzeitig haben andere Banken wie Kasikorn oder Siam Commercial für Festgeld bis zu 1,5 Prozent angeboten. Da habe ich mir gedacht, warum soll ich 800.000 Baht einfach so rumliegen lassen?
Ich habe auf der Webseite vom Immigration Bureau nachgeschaut und auch im lokalen Büro nachgefragt. Nirgendwo steht, dass nur Sparkonten erlaubt sind. Das Problem bei Festgeld ist nur: Das Geld ist für eine bestimmte Zeit gebunden. Man muss also aufpassen, dass die Laufzeit mit dem Antragstermin zusammenpasst.
Ein wichtiger Punkt ist die Zeit nach der Visumsverlängerung. Man sollte das Geld nicht sofort nach der Genehmigung vom Konto nehmen. Ich habe drei Monate gewartet, bevor ich mein Geld vom Sparkonto auf ein Festgeldkonto übertragen habe. Nach meiner letzten Verlängerung im Januar 2025 habe ich die 800.000 Baht bis April auf dem Sparkonto gelassen und sie dann zu einem sechsmonatigen Festgeld bei der KBank übertragen. Das hat mir 1,2 Prozent Zinsen gebracht, und für die nächste Verlängerung war das überhaupt kein Problem.
Aber Vorsicht: Nicht überall in Thailand läuft das gleich ab. Was in Bangkok normal ist, kann in Phuket oder Hua Hin anders gehandhabt werden. Die lokalen Immigration-Büros haben einen gewissen Spielraum. Deshalb mein Rat: Geht vorher zum Immigration Office und fragt nach. Nehmt euren Pass, das Visum und vielleicht schon mal einen Probe-Brief von der Bank mit. Bei mir in Jomtien war der Beamte sehr hilfsbereit und hat bestätigt, dass Festgeld in Ordnung ist, solange die Laufzeit bis zum nächsten Antrag reicht.
Man muss auch aufpassen, dass man das Festgeld nicht vorzeitig auflöst, denn dann fallen Strafzinsen an, die können bis zu 5 Prozent sein. Und noch etwas: Die Immigration akzeptiert nur ein Konto pro Antrag. Man sollte also nicht anfangen, das Geld auf verschiedene Konten zu verteilen oder gar Offshore-Konten zu nutzen.
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Für mich persönlich hat sich der Wechsel gelohnt. Es ist einfach ein besseres Gefühl, wenn das Geld wenigstens ein bisschen Zinsen bringt, während ich hier das Leben genieße. Aber man muss sich vorher gut informieren und alles richtig planen. Thailand ist wirklich ein schönes Land für uns Rentner, man muss nur die Regeln kennen und befolgen.
Ich hoffe, meine Erfahrungen helfen dem einen oder anderen weiter.
Viele Grüße aus Pattaya,
Hans M.
Anmerkung der Redaktion
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