Krypto-Betrüger in Bangkok erwischt und verhaftet

🛂 Ein Ausländer mit gültiger Aufenthaltserlaubnis versucht, mit falschem Pass zu fliehen – und fällt genau dadurch auf. Ermittler sprechen von Betrug in Millionenhöhe und internationalen Verbindungen. Welche Rolle spielte Thailand wirklich?

Krypto-Betrüger in Bangkok erwischt und verhaftet
KhaoSod English

BANGKOK – Eigentlich hätte alles klappen müssen. Doch dann machte der angebliche Krypto-König einen Fehler, so dumm, dass es selbst die Polizei nicht fassen konnte: Er versuchte, mit einem gefälschten Pass aus Thailand zu fliegen – obwohl er ein gültiges Visum für Jahre in der Tasche hatte! Jetzt sitzt der 44-jährige Chinese hinter Gittern.

Verdacht kam beim Check-in

Am Suvarnabhumi Airport wollte der Mann namens Huang an Bord eines Flugzeugs gehen. Er präsentierte einen mexikanischen Pass auf den Namen „Gole“. Doch die Beamten der thailändischen Einwanderungspolizei wurden stutzig.

Bei der Kontrolle fanden sie nämlich auch eine Thailand Privilege Card. Diese berechtigt zu einem langfristigen Aufenthalt im Land – und war noch mehrere Jahre gültig.

„Warum sollte jemand mit einem legalen Status einen gefälschten Pass benutzen, der seine Rechte eigentlich nur einschränkt?“, fragte sich Polizeioberst Pongthon Pongrachtanantan laut. Die logische Antwort: Es konnte keinen legitimen Grund geben.

Jagd nach einem international Gesuchten

Die Polizisten durchsuchten das Gepäck des Verdächtigen. Dort kam die Wahrheit ans Licht: Sein echter chinesischer Reisepass.

Ein schneller Abgleich ergab: Name und Foto stimmten mit einer INTERPOL-Roten Notiz überein. Der Mann wurde international zur Fahndung ausgeschrieben.

Die chinesische Botschaft in Bangkok bestätigte umgehend: Bei Huang handelt es sich um einen hochrangigen Flüchtigen. Ein Hauptverdächtiger in einem gigantischen Betrugsfall.

Millionenschweres Schneeballsystem

Laut den Ermittlungen soll Huang der Kopf eines Kryptowährungs-Betrugsrings gewesen sein. Das System war einfach wie dreist: Die Gangster erstellten gefälschte Handelsplattformen.

Über soziale Medien suchten sie sich ihre Opfer. Sie gaben sich als reiche, alleinstehende Geschäftsleute aus, bauten Vertrauen auf.

Anfangs zahlten sie sogar hohe Renditen aus – doch nur, um noch mehr Geld einzusacken. Dann verschwanden sie mit der gesamten Kohle. Der Schaden: Rund eine Milliarde Baht (ca. 32 Millionen Euro) bei über 500 Geschädigten.

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Fluchtroute führte über Myanmar

Huang war den Behörden offenbar schon länger auf der Spur. Chinesischen Angaben zufolge floh er bereits 2020 über die Provinz Yunnan nach Myanmar.

Von 2022 bis 2024 soll er sein Unwesen im New Taichung Park in Myawaddy getrieben haben – direkt an der Grenze zur thailändischen Provinz Tak.

Von diesem vermeintlich sicheren Hort aus steuerte er das betrügerische Netzwerk, bevor es ihm wohl in Myanmar zu heiß wurde und er nach Thailand wechselte.

Was jetzt mit dem Betrüger passiert

Vor thailändischen Gerichten muss sich Huang zunächst wegen des Besitzes und Gebrauchs eines gefälschten Passes verantworten. Dies kann bereits hohe Haftstrafen nach sich ziehen.

Anschließend laufen Auslieferungsverfahren an China. Die thailändischen Behörden kooperieren eng mit internationalen Partnern, um solche Verbrecher zur Strecke zu bringen.

Polizeigeneral Khathathon Khamthiang betonte, dass diese Festnahme ein Zeichen für die verschärften Kontrollen an Thailands Grenzen ist. Man bekämpfe entschlossen grenzüberschreitende Kriminalität.

Die Moral von der Geschichte

Der Fall zeigt: Auch die cleversten Betrüger machen irgendwann einen dummen Fehler. Huangs Schuss ging gewaltig nach hinten los.

Statt unerkannt zu verschwinden, landete er direkt in den Händen der Polizei. Für die über 500 Opfer seines Schneeballsystems ist das eine späte Genugtuung.

Und für andere Kriminelle eine klare Warnung: Thailand ist kein sicheres Versteck mehr.

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Quelle: KhaoSod English

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