BANGKOK – Die Millionen-Metropole sagt den streunenden Hunden den Kampf an. Ab dem 10. Januar 2026 tritt eine scharfe Verordnung in Kraft: Jeder Hund und jede Katze muss registriert und gechipt werden. Wer dagegen verstößt, muss bis zu 25.000 Baht Strafe zahlen. Doch Tierschützer laufen schon Sturm.
Neue Regel: Chip, Leine, Limit
Die von der Stadtverwaltung beschlossene Verordnung ist streng. Innerhalb von 120 Tagen nach der Geburt oder 30 Tagen nach dem Erwerb muss jedes Haustier registriert und mit einem Mikrochip versehen sein.
Doch damit nicht genug: Die Anzahl der Tiere wird abhängig von der Grundstücksgröße begrenzt. Auf einem Grundstück unter 20 Quadrat-Wah (80 m²) sind nur zwei Haustiere erlaubt.
In der Öffentlichkeit müssen Hunde an der Leine geführt werden, und Herrchen oder Frauchen müssen die Hinterlassenschaften beseitigen. Die Kontrollen sollen scharf werden.
Warum Bangkok so hart durchgreift
Gouverneur Chadchart Sittipunt macht die enorme Zahl streunender Tiere für die Maßnahme verantwortlich. Geschätzt 100.000 herrenlose Hunde durchstreifen die Stadt.
„Die Registrierung ist der Schlüssel, um die Haustierhaltung nachzuverfolgen, verantwortungsvolle Pflege zu fördern und Probleme durch streunende Hunde und Katzen zu reduzieren“, so der Gouverneur.
Fortschrittlichere Städte hätten deutlich weniger Streuner. Bangkok wolle diesem Beispiel folgen und für mehr Ordnung und Sauberkeit sorgen.

Große Sorge: Woher die Chips nehmen?
Bereits jetzt gibt es ein massives Problem: einen Mangel an Mikrochips. Bürger, die ihre Tiere chippen lassen wollten, standen vor leeren Regalen in den Tierkliniken.
Die Stadtverwaltung will nun weitere 50.000 Mikrochips beschaffen. Acht städtische Tierkliniken bieten die Implantation und Registrierung kostenlos an.
Man denkt auch über mobile Registrierungsdienste nach, um den Bürgern den Weg zu ersparen und sie nicht teuren Privatkliniken auszuliefern.
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Tierschützer kritisieren die Pläne scharf
Doch nicht alle sind von der Verordnung begeistert. Eine Tierschutzgruppe will einen Protestbrief einreichen. Sie sieht langfristige Belastungen und Vollzugsprobleme.
Kritikpunkte sind die grundstücksabhängigen Beschränkungen, die Probleme für Mieter, die die Erlaubnis des Vermieters brauchen, und Bedenken gegen das Chippen selbst.
Stadträtin Kanoknuch Klinsang hat die Bedenken bereits im Gouverneursbüro vorgebracht. Gespräche mit der Gesundheitsbehörde über mögliche Anpassungen laufen.

Was passiert mit den streunenden Hunden?
Die Stadt kann nicht alle Streuner in Tierheime stecken. Stattdessen setzt man auf eine andere Strategie: Sterilisation und Impfung.
So viele streunende Hunde wie möglich sollen eingefangen, behandelt und dann wieder in ihr Revier zurückgebracht werden. Dies soll die unkontrollierte Vermehrung stoppen und die Population langfristig reduzieren.
Ein bereits eingerichtetes Tierheim im Bezirk Prawet ist Teil dieser Strategie. Es dient als Auffangstation und Behandlungszentrum.
Droht jetzt ein Krieg zwischen Stadt und Tierhaltern?
Die Verordnung trifft einen wunden Punkt. Viele Bangkoker leben mit mehreren Tieren auf engem Raum. Die neuen Limits werden für sie zum Problem.
Die hohen Strafen sind eine deutliche Drohung. Ob die Polizei jedoch tatsächlich Grundstücke nach Tierzahl durchsuchen wird, ist fraglich.
Bangkok will seine Straßen sauberer und sicherer machen. Der Preis dafür ist eine beispiellose staatliche Regulierung des Privatlebens der Tierhalter. Der Streit ist eröffnet.
🗣 Schutz – oder Übergriff?
Eine Stadt voller Streuner – und jetzt kommt der große Schnitt: Chip-Pflicht, Begrenzungen, Strafen.
Ein Rettungsplan für Tiere und Menschen?
Oder ein Verwaltungsmonster, das am Alltag scheitert?
Was meinst du: notwendig – oder übertrieben?



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