Wenn das Lager zur Gefahrenquelle wird

In vielen Betrieben laufen die Lagerprozesse im Hintergrund und fallen dabei so gut wie gar nicht auf. Solange alles funktioniert, wird die Infrastruktur also kaum wahrgenommen.

Wenn das Lager zur Gefahrenquelle wird
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Wie regelmäßige Regalprüfungen Leben schützen

In vielen Betrieben laufen die Lagerprozesse im Hintergrund und fallen dabei so gut wie gar nicht auf. Solange alles funktioniert, wird die Infrastruktur also kaum wahrgenommen. Doch genau diese Selbstverständlichkeit birgt Risiken: Was täglich zuverlässig erscheint, wird selten hinterfragt. Sicherheitsrelevante Bauteile geraten aus dem Fokus, weil sie scheinbar „einfach da“ sind. Erst wenn ein Schaden sichtbar wird oder es zu einem Zwischenfall kommt, rückt die Bedeutung der Regalsysteme plötzlich ins Bewusstsein.

Unsichtbare Risiken im Alltag

Regalsysteme tragen in Industrie, Handel und Logistik enorm große Lasten. Paletten und schwere Bauteile werden täglich ein- und ausgelagert. Dabei entstehen Belastungen, die mit dem bloßen Auge oft nicht sofort erkennbar sind. Kleine Anfahrschäden durch Flurförderzeuge oder gelockerte Verbindungen können sich im Laufe der Zeit immer weiter verschärfen. Was zunächst harmlos wirkt, kann im Ernstfall gravierende Folgen haben. Instabile Regale können Mitarbeitende gefährden und hohe Sachschäden verursachen. Ein Zusammenbruch kann einen gesamten Betriebsablauf lahmlegen und immense Kosten verursachen.

Vorab wichtig: Die gesetzlichen Grundlagen kennen

Unternehmen sind grundsätzlich dazu verpflichtet, ihre Arbeitsmittel regelmäßig zu prüfen. Dazu zählen auch ortsfeste Regalsysteme aus Stahl. Die einschlägigen Vorschriften, unter anderem nach DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) und DIN (Deutsches Institut für Normung), schreiben vor, dass Regalanlagen in bestimmten Intervallen kontrolliert werden müssen. Zusätzlich zur jährlichen Experteninspektion ist auch eine regelmäßige Sichtkontrolle durch eine geschulte, befähigte Person aus dem Unternehmen vorgesehen.

Schäden an Regalen sind gemäß DIN EN 15635 und DGUV zu prüfen, zu dokumentieren, zu bewerten und fristgerecht zu beheben. Die Norm definiert klare Schadensklassen (Grün, Gelb, Rot) und regelt, wann ein Regal weiter betrieben oder unverzüglich entlastet werden muss. Wer diese Pflichten nicht einhält, verletzt seine Betreiberverantwortung – mit möglichen Haftungsfolgen und Risiken für den Versicherungsschutz, insbesondere bei fehlender oder unvollständiger Dokumentation.

 

Diese typische Mängel gibt es und das sind deren Ursachen

In der Praxis zeigen sich immer wieder ähnliche Schwachstellen. Anfahrschäden durch Gabelstapler gehören hier mit zu den häufigsten Ursachen für strukturelle Probleme. Auch Überlastungen, zum Beispiel durch falsch eingestellte Fachlasten, führen zu Verformungen. Weitere Mängel können wie folgt entstehen:

  • durch fehlende Sicherungen gegen Herausfallen von Ladeeinheiten
  • durch ungenügend befestigte Regalrahmen (Bodenanker müssen gesetzt werden)
  • durch Korrosion oder Materialermüdung
  • durch fehlende Kennzeichnungen zur Tragfähigkeit

Wie Dokumentation zur Sicherheit beiträgt

Eine fachgerechte Prüfung ist nach der Sichtkontrolle noch lange nicht abgeschlossen, denn die Ergebnisse müssen stets nachvollziehbar dokumentiert werden. Prüfberichte dienen hier als eine Art Nachweis gegenüber Behörden und Versicherern. Sie zeigen, dass das Unternehmen seiner Verantwortung auch wirklich nachkommt.

Moderne Systeme setzen auf eine digitale Dokumentation der Regalprüfung – wie sie die ROS Gruppe als bundesweit tätiger Spezialist für Regalreparatur und Regalinstandsetzung anbietet. Durch eine digitale Erfassung per Tablet oder Prüfsoftware werden Schäden direkt vor Ort normkonform aufgenommen, bewertet und einer Schadensklasse zugeordnet. Maßnahmen lassen sich so klar priorisieren und lückenlos dokumentieren. Die Prüfberichte sind sofort verfügbar, revisionssicher archiviert und jederzeit nachvollziehbar. Besonders in großen Lagerbereichen sorgt das für Transparenz, klare Zuständigkeiten und eine fristgerechte Planung wiederkehrender Kontrollen gemäß DIN EN 15635.

Deshalb sind Schulungen für Mitarbeitende so wichtig

Zusätzlich zur formellen Inspektion spielt natürlich auch die Sensibilisierung der Belegschaft eine wichtige Rolle. Die Mitarbeitenden, die täglich im Lager arbeiten, erkennen Veränderungen oft schon sehr früh. Voraussetzung ist, dass sie wissen, worauf zu achten ist. Regelmäßige Unterweisungen vermitteln wichtige Grundlagen zu Traglasten, Sicherheitsabständen und Meldewegen bei Schäden. Eine klare Kommunikation sorgt dafür, dass Hinweise wirklich ernst genommen werden. Sicherheitskultur entsteht also durch gelebte Praxis und nicht nur durch Vorschriften.

Wirtschaftliche Aspekte nicht unterschätzen

Die Regalprüfung kann als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden. Aber sie wirkt präventiv, denn Schäden werden früh erkannt, Reparaturen können geplant und durchgeführt werden. Das verhindert unnötige und kostspielige Notfälle und Produktionsausfälle. Durch einen ungeplanten Stillstand geraten Liefertermine in Verzug und bisher gute Kundenbeziehungen werden belastet. Die Investition in regelmäßige Inspektionen schützt somit auch die wirtschaftliche Stabilität.

Integration in bestehende Prozesse

Eine wirksame Regalprüfung sollte also fest in das betriebliche Sicherheitsmanagement eingebunden sein. Sie kann sinnvoll mit anderen regelmäßigen Kontrollen, beispielsweise von Maschinen oder elektrischen Anlagen, abgestimmt werden. Klare Zuständigkeiten und verbindliche Termine sorgen dafür, dass Prüfungen auf keinen Fall vergessen werden. Ein strukturierter Ablauf hilft dabei, Schäden systematisch zu erfassen, Maßnahmen nachvollziehbar zu priorisieren und Fristen zuverlässig im Blick zu behalten. So entsteht ein geschlossenes Sicherheitskonzept, das Risiken aktiv steuert und nicht einfach so dem Zufall überlässt.

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So erreicht man Verantwortung auf allen Ebenen

Sicherheit im Lager ist im Großen und Ganzen also eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Geschäftsführung, Sicherheitsbeauftragte und auch alle Mitarbeitenden tragen gemeinsam die Verantwortung dafür. Regalsysteme sind tragende Elemente im wörtlichen Sinn, denn ihre Stabilität entscheidet über reibungslose Abläufe. Regelmäßige Inspektionen nach anerkannten Vorgaben bilden die Grundlage für einen sicheren Arbeitsalltag. Wenn Prüfungen konsequent durchgeführt und Ergebnisse strukturiert dokumentiert werden, stärkt das den Arbeitsschutz und verbessert auch die Organisation und Transparenz im Unternehmen insgesamt.

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