Zwei Tonnen Geisternetze aus Riff geborgen

🌊 Dramatische Rettungsaktion im Mu Ko Similan National Park: Taucher bergen zwei Tonnen Geisternetze aus 45 Metern Tiefe. Die Netze hatten sich in empfindliche Korallen verfangen – wie knapp entging das Riff einer Katastrophe?

Zwei Tonnen Geisternetze aus Riff geborgen
Mu Ko Similan National Park
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PHANGNGA, THAILAND – In den Gewässern des Mu Ko Similan Nationalparks ist ein Spezialteam von Tauchern herrenlose Fangvorrichtungen und Geisternetze aus einem empfindlichen Tiefsee-Korallenriff entfernt und hat damit schwere Schäden für Meerestiere wie Schildkröten, Delfine und Dugongs verhindert. Nach Angaben von Parkchef Siriwat Suebsai handelte es sich um eine aufwendig geplante Bergungsaktion in rund 45 Metern Tiefe, bei der ein Netz- und Tauwerk-Knäuel von etwa 2.000 Kilogramm Gewicht kontrolliert an die Oberfläche gebracht wurde.

Entdeckung der herrenlosen Fanggeräte

Ranger des Mu Ko Similan Nationalparks hatten am Donnerstag während einer Patrouille zwei große treibende Fish Aggregating Devices (FADs) in der Nähe von Koh Payan, auch als Similan Nr. 3 bekannt, gesichtet.

Die schwimmenden Fangvorrichtungen hatten nach Einschätzung der Parkverwaltung verlorene oder aufgegebene Fischernetze mitgeschleppt und diese in eine großflächige Ansammlung von Fächerkorallen in etwa 45 Metern Tiefe gezogen, wie Siriwat Suebsai am Freitag erklärte.

Heikle Bergung in 45 Metern Tiefe

Auf die Sichtung folgte der Einsatz eines spezialisierten Tauchteams, das unter Wasser eine massive Ansammlung aus Netzen und Tauen vorfand, die eng um Fächerkorallen geschlungen waren, eine langsam wachsende und für das Riffökosystem besonders wichtige Korallenart.

Nach einer Schadensanalyse entschieden sich die Taucher für eine stufenweise Bergung, um die brüchigen Korallenstrukturen nicht weiter zu beeinträchtigen und zusätzliche Brüche oder Abrisse zu vermeiden.

2.000 Kilogramm Geisternetze an der Oberfläche

Schließlich gelang es dem Team, die komplette verhedderte Masse aus FADs und sogenannten Geisternetzen als Einheit zu lösen und mit Hebetechnik an die Wasseroberfläche zu bringen, wo das Material zur fachgerechten Entsorgung übernommen wurde.

Die Einsatzleitung betonte, dass gerade das geschlossene Anheben des Netzkonglomerats entscheidend gewesen sei, um lose Netzteile nicht erneut abtreiben zu lassen und so neue Gefahrenquellen für Meerestiere zu schaffen.

Gefährliche Folgen für Meer und Mensch

Siriwat Suebsai warnte, dass herrenlose Geisternetze ein gravierendes Risiko für Meereslebensräume darstellen, da sie Schildkröten, Delfine, Haie und Dugongs fangen und ertränken können, wenn sie unkontrolliert im Meer treiben oder über Riffen liegen bleiben.

Zudem brechen die Netze Korallenstrukturen, überziehen ganze Riffbereiche wie eine Decke und zerfallen mit der Zeit in Mikroplastik, das in die Nahrungskette gelangt und damit letztlich auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigt.

Bedeutung von FADs und Kritik am Einsatz

FADs sind schwimmende oder verankerte künstliche Objekte, die darauf ausgelegt sind, pelagische Fischarten wie Thunfisch, Mahi-Mahi oder Wahoo anzuziehen und den Fang durch industrielle oder handwerkliche Fischerei zu erleichtern.

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Obwohl diese Systeme weltweit genutzt werden und als effizient gelten, stehen sie zunehmend in der Kritik, weil sie hohe Beifangraten verursachen und in Form verlorener oder aufgegebener Vorrichtungen erheblich zur Verschmutzung der Ozeane beitragen.

Signal für stärkeren Meeresschutz

Die erfolgreiche Bergungsaktion habe nicht nur unmittelbar bedrohte Arten und ein sensibles Tiefsee-Korallenökosystem geschützt, betonte Siriwat Suebsai, sondern sende auch ein deutliches Signal für die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen zum Schutz der marinen Umwelt des Landes.

Der Vorfall vor Koh Payan verdeutlicht nach Einschätzung der Parkverwaltung, dass verstärkte Kontrollen, bessere Entsorgungswege für Fanggeräte und ein verantwortungsvoller Umgang der Fischerei mit FADs entscheidend seien, um ähnliche Gefährdungen künftig zu vermeiden.

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Quelle: Bangkok Post

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