BANGKOK, THAILAND – Ein junger thailändischer Tänzer und seine Freundin galten seit 24. Februar als vermisst und sollen später in einem Nachbarland in die Hände einer Callcenter-Betrügerbande geraten sein.
Vermisstmeldung bei der Polizei
Ein Angehöriger, der 65-jährige Suthep Phueanpharam, erstattete am 1. März bei der Polizeistation Banmulnak Anzeige, nachdem sein Neffe Pongsakorn „Aon“ Phueanpharam (25) und dessen Freundin Panadda „Dream“ Chokeboonrueang (23) nicht mehr erreichbar waren.
Nach Angaben der Familie brach das Paar auf, um sich um einen Job zu kümmern, wobei es bei Dream um eine Stelle als Website-Administratorin gegangen sein soll.
Jobangebot mit Fernarbeits-Versprechen
Der Familie zufolge klang das Angebot zunächst seriös: Schulung, danach Arbeiten von überall.
Gerade diese Kombination aus „Training“ und angeblicher Remote-Arbeit gilt seit Jahren als typisches Einfallstor für grenzüberschreitende Rekrutierung durch kriminelle Netzwerke in der Region.
Hotel in Bangkok und Abholung am nächsten Tag
Die Nachrichtensendung Puttha Talk um den Moderator Phuttha Apiwan berichtete nach eigenen Recherchen, Aon und Dream hätten am 24. Februar in einem Hotel in Bangkok eingecheckt.
Demnach bezahlte das Paar den Aufenthalt nicht selbst, und am folgenden Tag soll eine Limousine sie abgeholt haben, woraufhin der Kontakt zu Freunden und Familie abriss.
Promi-Umfeld – Sängercrew sucht mit
Aon arbeitet als Tänzer für den thailändischen Sänger Krit Boonyaliang, den Bruder von Nipaporn „Kratae“ Boonyaliang (bekannt als Kratae R-Siam).
Kratae erklärte, sie habe von dem Verschwinden erst über Berichte erfahren, während sie, ihr Bruder und weitere Crew-Mitglieder inzwischen versuchten, die Familie bei der Suche nach dem Paar zu unterstützen.
Zeugin berichtet von Callcenter-Zwang in Kambodscha
Nachdem der Fall online größere Aufmerksamkeit bekam, meldete sich eine thailändische Frau namens Wi und sagte, sie habe Aon und Dream in Kambodscha gesehen, als sie selbst in eine Callcenter-Masche geraten sei.
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Wi schilderte, sie habe auf ein Jobangebot als Website-Administratorin reagiert, sei nach einer angeblichen Schulung in Grenznähe gebracht, zum illegalen Grenzübertritt gezwungen und anschließend zur Arbeit für eine Betrügergruppe gedrängt worden.
Handy weg – Konten missbraucht – Freilassung nach Sperren
Wi berichtete, ihr Mobiltelefon und persönliche Dokumente seien ihr abgenommen worden, außerdem hätten die Täter ihre Bankkonten genutzt, um Geld von Opfern entgegenzunehmen.
Sie sei erst freigekommen, nachdem ihre Konten wegen verdächtiger Aktivitäten gesperrt worden seien, und Aon sowie Dream hätten bei ihrer letzten Begegnung unverletzt gewirkt.
Behörden koordinieren Rückholung
Die Zeitung ThaiRath berichtete, zuständige thailändische Behörden stimmten sich mit kambodschanischen Stellen ab, um die Freilassung von Aon und Dream zu erreichen.
Ziel sei, beide aus der mutmaßlichen Zwangslage herauszubekommen und nach Hause zurückzubringen.



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