PEA Solarprogramm 2026: Die neuen Regeln für Hausbesitzer im Detail

Lohnt sich Solarstrom in Thailand? Alles zum neuen PEA-Programm 2026: Details zu Einspeisevergütung, technischen Hürden und Renditechancen für Hausbesitzer.

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KI generiertes Symbolbild

Seit dem 1. Juli 2026 nimmt die Provincial Electricity Authority (PEA) Anträge für ihr neues Haushalts-Solarprogramm entgegen. Hausbesitzer, die eine Aufdachanlage betreiben, können überschüssigen Strom für 2,20 Baht pro Kilowattstunde ins öffentliche Netz einspeisen — garantiert für zehn Jahre. Das Kontingent ist auf 500 Megawatt begrenzt, die Vergabe läuft nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Wer zu spät dran ist, geht leer aus.

Das Programm trifft einen Nerv: Die Stromtarife in Thailand liegen seit Anfang 2026 bei einem Basissatz von 3,88 Baht pro Einheit, für Haushalte mit hohem Verbrauch steigt der Preis gestaffelt auf über 4,40 Baht. Eine Solaranlage auf dem Dach senkt die eigene Rechnung spürbar — und mit dem neuen Einspeiseprogramm lässt sich der tagsüber produzierte Überschuss erstmals wieder planbar zu Geld machen. Was genau gilt, wie die Anmeldung funktioniert und ob sich die Sache unter dem Strich rechnet, klärt ein Blick auf die Bedingungen.

Das PEA-Programm 2026 auf einen Blick

Die PEA kauft überschüssigen Strom aus privaten Aufdachanlagen zu einem festen Satz von 2,20 Baht pro Kilowattstunde. Das Programm heißt offiziell „Solar Rooftop Power Purchase Scheme for Households“ und wird gemeinsam mit der Metropolitan Electricity Authority (MEA, Großraum Bangkok) verwaltet. Der Vertrag läuft ab dem Tag der offiziellen Inbetriebnahme (SCOD) für exakt zehn Jahre. Pro Stromzähler sind maximal 5 Kilowatt (kW) AC Einspeiseleistung erlaubt; das landesweite Kontingent liegt bei 500 Megawatt AC.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. November 2027, 17 Uhr. Der späteste Termin für die Inbetriebnahme (SCOD) ist Ende 2027. Die Vergabe funktioniert strikt nach Eingang der Anträge — ein reserviertes Kontingent für Nachzügler gibt es nicht. Wer sich für das Programm interessiert, sollte den Zeitbedarf für Installation, Ingenieurprüfung und behördliche Freigabe realistisch einkalkulieren. Zwischen Antragstellung und tatsächlicher Einspeisung können nach Erfahrungsberichten ein bis drei Monate vergehen.

Wer teilnehmen darf — und wer nicht

Das Programm richtet sich ausschließlich an sogenannte Typ-1-Stromkunden der PEA — das sind private Wohnhaushalte im Versorgungsgebiet der PEA. Der Antragsteller muss identisch mit dem eingetragenen Inhaber des Stromzählers sein. Wer zur Miete wohnt und den Zähler nicht auf seinen Namen hat, kann nicht teilnehmen. Haushalte im Großraum Bangkok fallen unter die MEA und beantragen dort separat. Gewerbliche Nutzer, Hotels oder Eigentümergemeinschaften von Kondominien sind von diesem speziellen Haushaltsprogramm ausgeschlossen.

Die Solarpaneele müssen auf dem Dach, einer Dachterrasse oder einem anderen integralen Bestandteil eines bewohnten Gebäudes montiert sein. Freiflächenanlagen — also auf dem Boden montierte Systeme, wie sie im Isaan oder auf großen Gartenarealen zu sehen sind — sind von der Einspeisevergütung ausgeschlossen. Wer Paneele auf einem Carport oder einer freistehenden Überdachung installiert hat, sollte vorab bei der PEA klären, ob diese als Gebäudebestandteil gelten.

Anmeldung über das PPIM-Portal der PEA

Die Anmeldung läuft digital über das Portal ppim.pea.co.th. Im ersten Schritt wird ein Konto angelegt. Danach wählt der Antragsteller das Projekt „Solar Rooftop 2569″ (thailändisches Kalenderjahr für 2026), gibt die Zählerdaten ein und lädt die Unterlagen hoch: aktuelle Stromrechnung (nicht älter als drei Monate), Anlagenspezifikation und die geplante Einspeiseleistung. Die PEA veröffentlicht das Ergebnis innerhalb von 30 Tagen auf dem Portal.

Nach der Freigabe wird die Prüfgebühr fällig (siehe nächster Abschnitt), und der Antragsteller unterzeichnet innerhalb von 30 Tagen den zehnjährigen Stromkaufvertrag bei der zuständigen PEA-Regionaldienststelle. Wer diese Frist versäumt, verliert seinen Platz im Kontingent. Danach folgt die technische Inspektion der Anlage durch die PEA, der Austausch des Stromzählers gegen ein bidirektionales Modell und die erste Synchronisation mit dem Netz. Für Rückfragen steht das PEA Call Center unter der Kurzwahl 1129 rund um die Uhr zur Verfügung.

Was die Teilnahme kostet

Die PEA erhebt eine einmalige Prüf- und Anschlussgebühr von 2.000 Baht zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer — insgesamt 2.140 Baht. Bei einer Vergütung von 2,20 Baht pro Kilowattstunde muss ein Haushalt rund 973 kWh einspeisen, bevor allein diese Gebühr wieder eingespielt ist. Für eine 5-kW-Anlage, die bei fünf bis sechs Sonnenstunden pro Tag voll exportiert, dauert das etwa fünf bis sechs Wochen — sofern der Eigenverbrauch niedrig genug ist, dass der volle Überschuss ins Netz fließt.

Die Anlage selbst muss vom Hausbesitzer auf eigene Kosten installiert werden. Die verwendeten Wechselrichter (Inverter) müssen auf der Positivliste der PEA stehen, einsehbar unter smartlist.pea.co.th. Wer nicht-zertifizierte Geräte verbaut hat, muss sie austauschen lassen. Die PEA verlangt einen Schaltplan, der von einem zertifizierten Elektroingenieur abgenommen wurde. Bei Aufdachanlagen ist häufig eine statische Berechnung durch einen Bauingenieur nötig.

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Steuerabzug bis 200.000 Baht: Royal Decree 805

Seit März 2026 gilt der Royal Decree Nr. 805, veröffentlicht in der Royal Gazette. Privatpersonen können die Kosten für Kauf und Installation einer netzgekoppelten Solaranlage bis zu 200.000 Baht von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen. Die Regelung gilt für Anlagen, die zwischen dem 3. März 2026 und dem 31. Dezember 2028 ans Netz gehen. Der tatsächliche Vorteil hängt vom Steuersatz ab: In der 20-Prozent-Stufe ergibt sich eine Erstattung von 40.000 Baht, in der 10-Prozent-Stufe von 20.000 Baht.

Steuerabzug und Einspeisevergütung schließen sich nicht aus — beides kann gleichzeitig genutzt werden. Wer eine 5-kW-Anlage für 160.000 Baht installiert, setzt die vollen 160.000 Baht ab und speist den Überschuss für 2,20 Baht pro Einheit ein. Der Antragsteller muss identisch mit der Person auf dem Stromzähler sein und Rechnungen eines zertifizierten Installateurs vorlegen. Steuerpflichtige, die durch den 180-Tage-Aufenthalt als ansässig gelten, machen den Abzug in ihrer Einkommensteuererklärung (PND90/PND91) geltend.

Lohnt sich die Einspeisung? Eine Beispielrechnung

Die Vergütung von 2,20 Baht pro Kilowattstunde liegt deutlich unter dem Netzstrompreis. Der Basistarif beträgt seit Anfang 2026 rund 3,88 Baht; bei einem Verbrauch über 200 Einheiten steigt der Preis gestaffelt auf über 4,40 Baht. Jede Kilowattstunde, die im eigenen Haushalt verbraucht statt eingespeist wird, spart mehr als doppelt so viel wie die Vergütung einbringt. Die Anlage sollte daher vorrangig auf den Eigenverbrauch ausgerichtet sein — nicht auf den Verkauf.

Eine 5-kW-Anlage produziert in Thailand bei fünf bis sechs Sonnenstunden pro Tag etwa 20 bis 25 kWh. Verbraucht der Haushalt tagsüber 15 kWh (Klimaanlagen, Kühlschrank, Warmwasser), bleiben 5 bis 10 kWh Überschuss. Bei 300 Sonnentagen ergibt das eine jährliche Einspeisung von 1.500 bis 3.000 kWh — also 3.300 bis 6.600 Baht Vergütung. Kein Vermögen, aber die Amortisationszeit verkürzt sich um ein bis zwei Jahre.

Immobilie mit Solaranlage: Worauf Expats in Thailand achten müssen

Das Einspeiseprogramm setzt voraus, dass der Antragsteller als Inhaber des Stromzählers eingetragen ist. Für Expats, die über eine thailändische Ehefrau oder eine Firma ein Haus besitzen, kann das bedeuten, dass der Antrag auf den Namen der Zählerinhaberin laufen muss. Wer den Kauf einer Wohnung oder eines Hauses in Thailand plant, sollte die Dachfläche und die statische Eignung des Gebäudes von Anfang an mitdenken. Eine vorhandene Solaranlage mit laufendem Einspeisevertrag kann den Wiederverkaufswert einer Immobilie steigern.

Seit November 2025 gelten Solarmodule auf einem Dach laut Ministerialverordnung Nr. 72 nicht mehr als bauliche Veränderung, sofern das Installationsgewicht bestimmte Grenzen einhält. Wer eine reine Eigenverbrauchsanlage ohne Netzeinspeisung betreibt, braucht keine behördliche Zulassung. Erst wer Strom verkaufen will, durchläuft den PPIM-Prozess. Die Entscheidung hängt vom Tagesrhythmus ab: Wer tagsüber kühlt, verbraucht den Großteil selbst. Wer tagsüber außer Haus ist, produziert Überschuss — und für den gibt es jetzt 2,20 Baht.

Redaktionelle Hinweise

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Die genannten Vergütungssätze, Fristen und Steuerregelungen basieren auf dem Stand Juli 2026 (PEA-Ausschreibung VSPP-RT3-2, Royal Decree Nr. 805). Änderungen im Verlauf des Programms sind nicht ausgeschlossen — vor einer Investitionsentscheidung sollten die aktuellen Bedingungen auf ppim.pea.co.th geprüft und gegebenenfalls eine auf thailändisches Energierecht spezialisierte Beratung eingeholt werden.

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