PATTAYA, THAILAND – Tausende US-Soldaten der USS Abraham Lincoln haben Pattaya nach 264 Tagen auf See besucht. Bis Samstagabend wurde nur eine kleinere betrunkene Schlägerei gemeldet, während Geschäfte, Hotels, Restaurants und Transportdienste von zusätzlichen Ausgaben profitierten. Für Pattaya kommt der Besuch mitten in der Nebensaison und in einem schwierigen Tourismusjahr.
Eine Schlägerei bleibt der einzige gemeldete Zwischenfall
Der Vorfall ereignete sich am frühen Donnerstagmorgen nahe der Walking Street. Zwei amerikanische Matrosen gerieten gegen 1.30 Uhr in einer betrunkenen Auseinandersetzung aneinander, woraufhin ein Thai den Notruf wählte.
Die Polizei brachte die Lage unter Kontrolle. Ein Verbindungsteam der US Navy nahm die beiden Männer mit zu einem gemeinsamen thailändisch-amerikanischen Einsatzzentrum und brachte sie anschließend zurück auf die USS Abraham Lincoln. Für den Rest des Besuchs durften sie das Schiff nicht mehr verlassen. Schwere Verletzungen oder Strafanzeigen nach thailändischem Recht wurden nicht gemeldet.
Polizei und Militär sichern Pattaya rund um die Uhr
Rund um Laem Chabang, Pattaya und die umliegenden Ausflugsgebiete waren Polizei, Militär und örtliche Behörden im Einsatz. Patrouillen zu Land und zu Wasser liefen während des gesamten Besuchs, während der Verkehr rund um den Hafen kontrolliert wurde.
In Pattaya überwachten Provinzpolizei, Stadtpolizei, Touristenpolizei und Einwanderungsbehörde gemeinsam mit Soldaten, Bezirksbeamten, Stadtmitarbeitern und Freiwilligen die Bereiche Walking Street, Soi 6, Royal Garden Plaza, Soi Buakhao und Dongtan. Auch Hotels, Einkaufszentren, Sehenswürdigkeiten und Verkehrsknotenpunkte wurden verstärkt kontrolliert.
USS Abraham Lincoln bringt 5.000 mögliche Kunden
Der Flugzeugträger war am 2. September in Thailand eingetroffen. An Bord befanden sich rund 5.000 US-Soldaten, darunter Matrosen und Marines. Die Abfahrt ist für den 6. September vorgesehen.
Die USS Abraham Lincoln ist mehr als 333 Meter lang und kann mehr als 5.000 Menschen sowie über 80 Flugzeuge aufnehmen. Zwei Atomreaktoren ermöglichen lange Einsätze ohne herkömmliche Tankstopps. Vor dem Thailand-Besuch hatte die Besatzung 264 Tage ununterbrochen auf See verbracht, der gesamte Einsatz dauerte 286 Tage.
Am Donnerstag besuchte Gouverneur Narit Niramaiwong den Träger im Hafen Laem Chabang, begleitet von Generalmajor Prasert Jaikla, dem Kommandeur des 14. Militärkreises, und weiteren Provinzbeamten.
Einzelhandel meldet deutlich mehr Umsatz
Besonders sichtbar wurde der Ansturm in Pattayas Einkaufszentren. Ein Geschäft von American Eagle erzielte in der Nebensaison normalerweise etwa 70.000 Baht am Tag. Am Mittwoch lagen die Verkäufe laut Angaben des Geschäfts bei mehr als 200.000 Baht, bis Donnerstagmittag kamen weitere 100.000 Baht hinzu.
Auch Nike, Victoria’s Secret und Starbucks meldeten stärkeren Handel. Die Soldaten kauften Kleidung, Schuhe, Geschenke, Souvenirs, Lebensmittel und persönliche Dinge. Schneider, Massagebetriebe und Pedikürestudios profitierten ebenfalls, wobei die Nachfrage je nach Geschäft stark unterschiedlich ausfiel.
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Grab-Fahrer erhält 1.000 Baht für eine 120-Baht-Fahrt
Ein Grab-Fahrer aus Pattaya berichtete, ein US-Matrose habe ihm nach einer Fahrt für 120 Baht ein Trinkgeld von 1.000 Baht gegeben. Der Fahrer veröffentlichte anschließend eine Dankesnachricht im Internet.
Auch andere Fahrer erzählten von großzügigen Trinkgeldern amerikanischer Matrosen. Für eine Essenslieferung soll ein Fahrer 2.000 Baht erhalten haben.
Hotels, Restaurants und Verkehrsdienste profitieren
Bürgermeister Poramet Ngampichet sagte, die Besucher hätten sich über Pattaya verteilt. Sie gingen in Restaurants, Hotels, Einkaufszentren und kulturelle Attraktionen. Einige reisten auch zu anderen Ausflugszielen rund um den Badeort.
Damit blieb der zusätzliche Umsatz nicht auf das Nachtleben beschränkt. Hotels, Restaurants, Verkehrsbetriebe und Tourismusunternehmen erhielten zusätzliche Kunden. Kleinere Geschäfte meldeten aber teils deutlich weniger Nachfrage. Einige Massagebetriebe sahen kaum Zuwachs, ein Verkäufer auf einem Nachtmarkt verkaufte nach eigenen Angaben nur einen Kühlschrankmagneten an einen US-Matrosen.
Pattaya warnt vor überhöhten Preisen
Die Reise der US-Soldaten brachte Pattaya auch internationale Aufmerksamkeit. Medien aus verschiedenen Ländern zeigten die Besucher beim Einkaufen, Essen, Spazierengehen sowie bei Massagen und Pediküren.
Bürgermeister Poramet warnte die Geschäfte deshalb davor, amerikanische Besucher überhöht zu berechnen. Pattaya verfüge über viele Unterkünfte und eine ausgebaute touristische Infrastruktur. Auch Koh Larn stand den Besuchern als weiteres Ausflugsziel zur Verfügung.
Thailand und US Navy loben die Zusammenarbeit
Am Freitagabend fand im Renaissance Pattaya Resort & Spa eine Dankesveranstaltung für die thailändischen Stellen statt, die für Sicherheit und die Landgänge zuständig waren. Gouverneur Narit Niramaiwong, Bürgermeister Poramet, Vertreter der Royal Thai Police und der US-Botschaft sowie der Kommandant der USS Abraham Lincoln, Captain Dan Keeler, nahmen teil.
Keeler dankte Chonburi und Pattaya für den Empfang und die Unterstützung der Besatzung. Er sagte außerdem, er hoffe auf eine Rückkehr der US Navy nach Thailand und Pattaya.
Strenge Regeln gelten für US-Soldaten
Für die US-Soldaten galten während des Aufenthalts klare militärische Vorgaben. Cannabis und Prostitution sind nach den Regeln der US-Streitkräfte verboten, bestimmte Unterhaltungsbereiche und Aktivitäten waren ebenfalls untersagt.
Bis Samstagabend wurden keine schweren Angriffe, größeren Auseinandersetzungen mit Einheimischen, Todesfälle oder schweren Verkehrsunfälle mit dem Besuchskontingent gemeldet. Auch bedeutende Drogenfestnahmen unter den Matrosen wurden nicht gemeldet. Vor der für Sonntag, den 6. September, geplanten Abfahrt sollten Polizei und Militär die Kontrollen fortsetzen.
Pattaya zählt auf den letzten Ausgaben-Schub
Für die Stadt zeichnete sich bis Samstagabend eine gemischte, aber positive Bilanz ab. Große Händler, Restaurants, Hotels und Verkehrsbetriebe gewannen zusätzliche Kunden, während kleinere Geschäfte teils kaum Veränderungen spürten. Der Besuch brachte Pattaya damit Einnahmen in der Nebensaison und Bilder für ein internationales Publikum.
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