BANGKOK, THAILAND – Die Thai Health Promotion Foundation (ThaiHealth) stuft den Drogenkonsum unter Jugendlichen als Krise ein, weil Cannabis, Kratom und Methamphetamin in Thailand nach ihrer Analyse so leicht verfügbar sind. Behördenzahlen zeigen zudem: Unter straffällig gewordenen Jugendlichen hat ein großer Teil bereits Drogenerfahrung – teils in erschreckend jungem Alter.
Alarmstufe bei ThaiHealth
ThaiHealth sieht die Lage bei Jugendlichen als „Krisenstadium“, weil verschiedene Rauschmittel im Alltag offenbar immer leichter erreichbar sind.
Rungarun Limlahaphan, Direktorin für die Kontrolle großer Risikofaktoren bei ThaiHealth, forderte nach Angaben der Stiftung rasches Handeln und verwies auf knappe Ressourcen im öffentlichen Gesundheitssystem.
Zahlen aus der Jugendjustiz
Aus Daten des Juvenile Observation and Protection Department geht hervor, dass von 13.631 im Jahr 2024 wegen Straftaten verfolgten Jugendlichen 8.971 eine Vorgeschichte mit Drogenkonsum hatten.
Damit ist Drogenkonsum nach dieser Auswertung kein Randthema mehr, sondern ein Faktor, der in einem großen Teil der Jugendfälle bereits im Hintergrund steht.
Immer jüngere Konsumenten, früher in der Schule
Laut Rungarun Limlahaphan waren viele der betroffenen Jugendlichen noch in der unteren Sekundarstufe, danach folgten Grundschule, Berufsschule und obere Sekundarstufe.
Besonders brisant ist aus Sicht der Analysten die sinkende Altersgrenze, denn es wurden demnach auch Kinder als jung wie 11 Jahre unter den Konsumierenden festgestellt.
Deregulierung und neue Mischkulturen
In der Auswertung von ThaiHealth und dem Rocket Media Lab blieb Methamphetamin zwar die am häufigsten genutzte Substanz, doch Cannabis und Kratom hätten seit der Entkriminalisierung deutlich zugelegt.
Von den 8.971 Jugendlichen mit Substanzvorgeschichte konsumierten 3.240 im Jahr 2024 Cannabis und 1.579 Kratom, zudem beobachteten die Analysten, dass mehr Jugendliche schädliche Chemikalien mischten – aus dem Irrglauben heraus, den Rausch zu „verstärken“.
Onlinehandel – Plattform X als Schaufenster
Als zentralen Vertriebskanal nennen die Autoren inzwischen Online-Märkte, wobei X in der Untersuchung 68% der drogenbezogenen Posts ausmachte.
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Um Erkennung zu umgehen, würden Händler demnach Emojis nutzen, die Drogennamen verschleiern und Monitoring-Systeme austricksen sollen.
Konsum wandert in private Räume
Parallel habe sich der Ort des Konsums verändert: weg von öffentlichen Flächen, hin zu privaten Rückzugsorten.
Genannt werden Zimmer, Poolvillen und Resorts, weil sich Jugendliche dort nach Einschätzung der Analysten besser vor Festnahmen schützen wollen.
Therapie am Limit – 260.000 Suchende
Für 2025 wurde die Zahl der Menschen, die Behandlung suchen, auf 260.000 geschätzt, was die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitssystems nach Einschätzung der Beteiligten deutlich übersteigt.
Satichai Arpornsiri, Managing Editor des Rocket Media Lab, verwies außerdem auf einen Mangel an Suchtpsychiatern und forderte ein Handeln „aller Sektoren“, damit Jugendliche als gesunde, leistungsfähige Mitglieder in die Gesellschaft zurückkehren können.



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