THAILAND – Die Regierung verkürzt die visumfreie Aufenthaltsdauer für Besucher aus mehr als 90 Ländern von 60 auf höchstens 30 Tage. Der Schritt reagiert auf wiederholte Ärgernisse mit ausländischen Touristen sowie Sicherheits- und Einwanderungsbedenken und soll Schlupflöcher schließen, die von Personen mit unlauteren Absichten genutzt wurden. Für die meisten Urlauber dürfte die Änderung kaum spürbar sein, für die Behörden bedeutet sie strengere Kontrollen.
Änderung der Visaregel
Die visumfreie Aufenthaltsdauer für Besucher aus mehr als 90 Ländern wurde von zuvor 60 Tagen auf bis zu 30 Tage reduziert. Die Regierung nennt als Ziel, Missbrauch des bisherigen Systems zu erschweren und längere, nicht genehmigte Aufenthalte zu verhindern.
Die Maßnahme ist Teil einer größeren Politik, die Tourismusmanagement mit Fragen der öffentlichen Ordnung und nationaler Sicherheit zu verknüpfen. Auslöser waren Berichte über unbezahlte Rechnungen, Schlägereien und respektloses Verhalten gegenüber Einheimischen.
Wer betroffen ist
Betroffen sind Staatsangehörige aus mehr als 90 Ländern, die visumfrei nach Thailand einreisen konnten. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die meisten regulären Touristen ohnehin weniger als 30 Tage bleiben und daher kaum beeinträchtigt werden.
In der Öffentlichkeit stieß die Verschärfung auf breite Zustimmung; einzelne Reisende zweifeln jedoch, ob kürzere Aufenthalte das Fehlverhalten reduzieren. Der ungarische Tourist Rudolf Guzsaly argumentierte, dass Störer auch innerhalb weniger Tage Probleme verursachen können und strengere Durchsetzung wichtiger sei als kürzere Visa.
Fristen und Dauer
Bisher erlaubte Thailand visumfreie Aufenthalte von 60 Tagen, künftig sind es bis zu 30 Tage. Die neue Begrenzung gilt für die genannten mehr als 90 Länder.
Gleichzeitig bleibt der Tourismussektor ein zentraler Wirtschaftsfaktor: Er trägt dem Land zufolge bis zu 20 % zum BIP bei und sichert Millionen von Arbeitsplätzen, weshalb jede Regeländerung wirtschaftliche Bedeutung hat. Behörden und Branche müssen daher Abwägen zwischen Sicherheit und Attraktivität.
Verfahren und Begründung
Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek begründete den Schritt damit, das bisherige Visasystem habe „eine Lücke für Menschen ohne gute Absichten geschaffen, diese auszunutzen“. Die Maßnahme soll die Überprüfung von Ankömmlingen erleichtern und Langzeitaufenthalte von Gesetzesbrechern eindämmen.
Behörden haben Fälle von illegalen Geschäftspraktiken, fragwürdigen Landbesitzverhältnissen und der Nutzung Thailands als Basis für Aktivitäten außerhalb des Tourismus hervorgehoben. Medienberichte geben an, dass die Umsetzung besonders darauf achten wird, Missbrauch zu reduzieren, ohne legitime Reisende abzuschrecken.
Offene Punkte und Folgen
Unklar bleibt, wie die neuen Regeln praktisch umgesetzt werden und ob sie die erwünschte Wirkung zeigen. Die Tourismuspraxis legt nahe, dass die Mehrheit der Besucher unbetroffen bleibt, doch die Herausforderung für die Behörden ist, Kontrollen so durchzuführen, dass die Sicherheit steigt, ohne den Ruf des Landes als beliebtes Reiseziel zu beschädigen.
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Es wäre mir neu, dass Kriminelle unter den visabefreit einreisenden Touristen diese Absichten erst zwischen dem 31. Und 60. Tag entwickeln würden. Aber sei’s drum. Man sollte diese Einzelmaßnahme auch nicht nur isoliert betrachten. Diese Verkürzung reiht sich in ein ganzes Maßnahmenpaket ein, welches letztendlich als Ausländerunfreundlich wahrgenommen wird. Erhöhung der Flughafengebühren um über 50%. Einführung einer Eintrittsgebühr für Ausländer. Die losgetretene Hatz auf Firmen mit ausländischer Beteiligung welche Jahrzehntelang wissentlich geduldet wurde. Die angekündigte verstärkte Überprüfung von Ehegattenvisa. Und zuguterletzt die für August angekündigte große Reform des Visa- und Aufenthaltsrechts. Das alles zu den bekannten Ausländer betreffenden Banken und Behördenbürokratismus, welcher insbesondere durch die unterschiedlichen Interpretationen der lokalen Immigrationbüros als willkürlich empfunden werden. Nur am Rande erwähnt das staatlich sanktionierte bekannte Double-Pricing-Prinzip. Die Aufzählung erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Alle diese Maßnahmen treffen nun zusammen mit einer weltweit verunsicherten Reiseszene, die durch das schleifen internationalem Rechts, ersetzt durch das Recht des vermeintlich Stärkeren ersetzt wurde. Die indirekten Folgen kann man unter anderem an exorbitant gestiegenen Treibstoffkosten ablesen. Diese wiederum verursachen Inflationsschübe, welche die Reise-Budgets in den Herkunftsländern schmälern und gleichzeitig die Ticketpreise der Airlines aber massiv steigen lässt. Vermutlich gehört schon auch eine Prise Fatalismus dazu, wenn heutzutage es gar nicht mehr ausgemacht scheint, dass man zu dem gebuchten Termin auch wieder Nachhause, an den Arbeitsplatz, Schule oder was auch immer kommt. Das mag im nachbarschaftlichen Reiseverkehr keine große Rolle spielen. Für Fernreisen aber umso mehr.
Eigentlich wäre es nur logisch in diesen Zeiten den Langzeittourismus zu fördern. Schon allein um den Anteil der Anreisekosten zu relativieren. Wer länger bleibt lässt über die Zeit auch mehr Geld im Land. Die Vorstellung mit dem Durchschnittstouristen über einen kurzen Aufenthalt einfach nur mehr generieren zu können ist zwar nett, aber weltfremd. Insbesondere wenn das Gebotene keinen Deut umfangreicher oder gar besser geworden ist. Gemacht wird genau das Gegenteil! Als Resident in diesem Land kann man all das nur vom Spielfeldrand, ohne jeglichen Einfluss beobachten. Und letztendlich nur versuchen das Beste daraus für sich selber zu machen. Für mich persönlich bin ich zwischenzeitlich in diesem Land, in diesem Haus und nicht zuletzt in dieser, meiner Familie verwurzelt. Hier fühle ich mich wohl und bin Zuhause. Da will und werde ich nicht mehr weggehen. Wenn ich allerdings ohne die Verbindungen und neu in dieses Land käme, dann würde ich ganz bestimmt nicht mehr bleiben wollen. Eigentlich ein trauriges Fazit, oder?
Eben deshalb sollte man, ich habs an anderer Stelle schon mal erwähnt, sich Thailand als Ruhestandsdestination gut überlegen und abwägen. Meiner Meinung nach ist dieses Land nicht mehr geeignet für Langzeitresidenten. Man fühlt sich unerwünscht und rausgeekelt. Ich kann das Land des vermeintlichen Lächelns niemandem mehr empfehlen. Auf die neuen Regeln im August darf man gespannt sein. Willkommensfreundlich werden sie nicht sein.
Den Kommentare von Oskar Kusch und Peter Schneider ist nichts mehr hinzuzufügen. Sie haben es auf den Punkt gebracht. Danke!
Und was genau hat sich für die Langzeitresidenten geändert?
Nicht viel. Früher hat die EoS mal 500 Baht gekostet und man musste weniger Formulare beibringen und unterschreiben. Und die meisten, die jetzt, heute oder morgen, auswandern wollen, die kennen doch nur die heutige Situation und werden schon wissen, damit umzugehen. Als Single ist es natürlich schwieriger als mit einheimischer Frau an seiner Seite. Aber…als Alternative zum Leben in Deutschland immer noch eine Überlegung wert…mindestens.
Als das EOS 500 THB gekostet hat, wie war damals nochmals der Wechselkurs, Dein Gehalt usw.?
Hallo Oskar, dein Kommentar trifft den Nagel genau auf dem Kopf. Man möchte ja nur noch die sogenannten „Qualitätstouristen“ im Lande haben. Dieses Vorhaben sind in anderen Länder bereits mehrfach gescheitert. Thailand wird es auch erleben.
Immer nur nehmen und nichts geben rächt sich irgendwann.
„Ausländerunfreundliches Maßnahmenpaket“, das ist aber sehr höflich ausgedrückt, mir würde dazu eine andere Wortwahl einfallen … Will man wirklich die letzten Goldesel aus dem Land vertreiben? Ich weiß es nicht. Habe gerade die neuesten touristischen Erfolgsnachrichten aus Vietnam gelesen, mein lieber Mann 🚹, da geht die Post ab.
Und wenn ich an meinen letzten Urlaub in Malaysia denke – volle Restaurants, volle Einkaufstüten und volle Kassen. Es ist einfach eine Freude zu sehen, wie gut gekleidete, immer lächelnde Chinesen das Straßenbild dominieren 😁, überhaupt viele Asiaten und natürlich unsere gutgelaunten Aussies, da rollt der Rubel 💰. Wovon träumt eigentlich Thailand?
Zum Dual Pricing, aktuelle Eintritts-Preise für den Bali Zoo, Sukawati: Inländer 100K Rupiah (5 €),
Ausländer 395K (20€). Also, nichts Neues.
Perfekt geschrieben! Danke.
Super Kommentar👍demist nichts mehr zuzufügen. Das vorgegebene Ziel der Aufenthaltsbegrenzung wird nicht eintreffen! Aber vermutlich geht es um ein anderes Ziel🤔 Meine Vermutung darf ich nicht aussprechen, es hat mit USA und OECD zu tun.
Für den verwöhnten Thailand Besucher aus Deutschland oder auch aus anderen, so fortschrittlichen, westlichen Ländern ist es nur schwer verständlich, dass in Thailand, Thailand Gesetze macht, die Thailand für sich als richtig und notwendig erachtet.
Schaut man sich die Politik in Deutschland an, kann das schon irritieren. Wie würde es wohl in Deutschland aussehen, wenn wir eine Regierung hätten die sich für die eigene Bevölkerung anstatt in erster Linie für die Ukraine und den Rest der Welt interessieren würde.
Warum gibt es in Thailand keine Bevorzugungen für Expats gegenüber den Thailändern, was soll daran falsch sein? Ja so ist es eben und wem es nicht passt, der sollte eine Entscheidung treffen.
Irgendwie bin ich es leid mich mit den Propaganda-Wiederkäuern aus der dunkelsten Ecke Deutschlands auseinanderzusetzen. Aber so langsam sollte auch der Letzte begriffen haben, dass wir in Deutschland in unserem eigensten Ur-Interesse eine jährliche Netto-Zuwanderungsquote von 400.000 Menschen brauchen um unseren Wohlstand auch nur halbwegs zu sichern. Letztes Jahr waren es gerade mal 225.000. Zum Narrativ, dass in Deutschland keine Politik für die eigene Bevölkerung gemacht wird ist dermaßen abgedreht und absurd, dass es gar keine Widerrede braucht.
Schön geantwortet, das links grüne Lager vergibt dafür bestimmt die volle Punktzahl. Auch die derzeitige geniale Koalition wird es erfreuen. Wenigstens Einer bei dem die Wäsche Erfolg hatte. Aber warum genießt er das beste Deutschland aller Zeiten nicht vor Ort sondern aus der Ferne? Naja zum Glück akzeptiere ich das es Leute gibt, die eine andere Meinung haben ohne diese zu beleidigen. Ch habe mal gelernt das dies zu echter Demokratie dazu gehört. „Unsere“ Demokratie hat mit anderen Meinungen eben Probleme.
Das ist in der Tat eine gute Frage, warum ich mein Leben in der Fremde führe obwohl ich mich nicht im Geringsten (noch) in einer Diaspora empfinde. Und das sogar ohne rosarote Brille und die negativen Seiten, die auch dieses Land durchaus hat nicht verdrängen muss um mich hier trotzdem sehr wohl zu fühlen. Meine regelmäßig Standard-Antwort lautet immer „weil es hier auch sehr schön ist“. Was eigentlich schon stimmt und doch viel zu kurz greift. Wie auch immer, über die rund 30 Jahre die ich jetzt hier rumturne, haben sich die Motivationen mit zunehmendem Alter auch stetig gewandelt.
Und noch ein Satz zu angeblichen Beleidigungen. Es ist ja auch schon eine Beleidigung meines Intellekts die dunkelbraunen Narrative wieder und wieder irgendwo einzuschieben. Egal ob es gerade zum Thema passt oder auch nicht. Ergo werde ich das auch künftig entsprechend kommentieren. So viel Meinungsfreiheit und Demokratie darf schon sein. Und übrigens, wer so austeilen kann, sollte auch kein virtuelles Glaskinn haben.
Was ist ein links-grünes Lager – gehören da nach AfD Meinung auch rot und schwarz dazu?…..übrigens 75% der deutschen Wähler! Die AfD Lemminge leiden offensichtlich alle am Dunning-Kruger-Effekt! In Wirklichkeit ist es gerade diese Klientel, die kritiklos die Lügen der Blaubraunen aufsaugt, nicht hinterfragt und faktenresistent ist. Lt. einer Studie sind sie unterdurchschnittlich intelligent, meist männlich und arbeitslos. Das sagt doch eigentlich viel darüber aus, wie man die Kommentare der Anhänger dieser in Teilen gesichert rechtsradikalen Partei zu bewerten hat. Das Deutschland-Bashing ist kaum noch zu ertragen und kommt von Menschen, die in Deutschland ein unzufriedenes Leben geführt haben und andere dafür verantwortlich machen, statt mal bei sich selbst zu suchen…..übriges ist DEUTSCHLAND DIE LETZTEN 3 JAHRE DIE DRITTSTÄRKSTE WIRTSCHAFTSNATION MIT EINEM DER MÄCHTIGSTEN PÄSSE DER WELT, was wiederum auch Reisenden zugutekommt.
Kopfschüttel.Die Linken zerstören Europa nicht die AFD
Danke Herr Kusch.
Es tut gut auch mal jemand zu lesen der nicht über die Ausländer oder Regierung in Deutschland schimpft, obwohl selber Ausländer in Thailand, selten Thai, geschweige wenigstens ein ordentliches Englisch spricht.
Die meisten Urlauber bleiben wohl kaum länger als 30 Tage.
Die Wintertouristen brauchen eh ein 90 Tage Visum.
Allerdings finde ich die Begründung für diese Rücknahme auch mehr als Zweifelhaft
Was ich darüber denke? Es trifft am Ende nur die falschen Gäste! Natürlich sind jetzt mathematisch nur relativ wenige Urlauber von der Visaverkürzung betroffen. Aber es zerstört etwas was man nicht in Zahlen ausdrücken kann. Es zerstört langfristig das Image von Thailand. Wenn man nicht mehr willkommen ist, dann sucht man sich ein anderes Land wo wenigsten unser Geld noch gefragt ist. Die Nachbarländer von Thailand reiben sich die Hände. Gelebte Ausländerfeindlichkeit bei jeder Gelegenheit fördert auf keinen Fall die Attraktivität von Thailand. Ganz im Gegenteil.
Nur weil man 2 Jahre lang einen längeren Aufenthalt in Thailand visabefreit machen konnte und jetzt wieder das vorher gültige Prozedere eingeführt wird, zerstört Thailand was?
Es bleibt jedem unbenommen eine Visa zu beantragen, die man gegen kleines Geld erhält!
Mir geht das „Nicht mehr willkommen“ Gejammer so was von auf den Keks. Wie in jedem andern Land sind Touristen willkommen, denn sie bringen Devisen.
und warum bestehen die kriminellen machenschaften nicht in anderen ländern?deutschland schweiz usw.?nur in thailand?das kommt von 60 tage visa?
Wenn man jede Einzelmaßnahme für sich nimmt, kann man auch jede mit mehr oder weniger guten Argumenten begründen. Es ist letztlich das Konglomerat aller dieser Maßnahmen die von Regierungsseite keinen freundlichen Eindruck mehr machen. Und um es zu betonen, noch mag es nur Minderheiten unter uns Ausländern betreffen, aber der Spaß ist ja noch lange nicht vorbei. Es ist aktuell einfach sich einzureden mich betrifft das alles nicht und so arg ist es doch für die paar Anderen auch gar nicht. Mal abwarten bis einen dann doch irgendwann ganz persönlich trifft. Um mich nicht misszuverstehen, ich lebe sehr gerne in diesem Land und das auch nicht erst seit gestern. Nur ganz offensichtlich, leichter wird man es uns von offizieller Seite höchstwahrscheinlich nicht machen.
Hallo Roman!
Es ist doch nicht nur die Visaverkürzung. Es ist das ganze ausländerfeindliche und extrem bürokratisches Paket von Maßnahmen der neuen Regierung. Dazu noch sehr bedenkliche Äußerungen thailändischer Politiker zu diesem Thema. Wollen Sie das nicht verstehen?
Herr Hoffmann, seien Sie getrost eins versichert.
Ihr Geld ist nach wie vor gerne willkommen in Thailand
so ein blödsinn–wer mit 30 tage visa kommt macht genau son mist wie einer mit 60-aber nach 30 tagen problemlos ne 30 tage verlängerung bekommen-einnahmengeil??
Wenn ich die vielen [entfernt] höre die immer noch begeistert von Thailand sind könnte ich mich kaputtlachen.Dieses Land war immer schon Ausländerfreundlich solange der Rubel rollt.Ein falsches Wort oder nicht mehr so großzügig und man sieht wie Thaiköpfe ticken.Ob 3 Wochen oder 3 Monate in diesem Land belogen und betrogen wirst du sowieso.Wie schon so oft gesagt:Das Land des falschen Lächelns.
Redaktioneller Hinweis: Teile dieses Kommentars, die gegen die Regeln verstoßen haben, wurden entfernt.
Dann lach dich doch kaputt.
Wobei, man sagt ja lachen ist gesund. Vielleicht kannst du danach auch die schönen Seiten von Thailand erkennen.
Montong, ding dong. Da ist Hopfen und Malz verloren.