BANGKOK, THAILAND – Bangkoks Markt für Ultra-Luxus-Eigentumswohnungen legt 2026 weiter zu, obwohl die Gesamtwirtschaft nur moderat wächst und die globale Lage unsicher bleibt.
Boom im Premiumsegment trotz zäher Gesamtwirtschaft
Die National Economic and Social Development Council (NESDC) meldete für 2025 ein Wachstum von 2,4 Prozent und erwartet für 2026 rund 2 Prozent, ein Tempo, das eher nach Stabilität als nach Aufschwung klingt.
Genau dagegen setzt sich der Luxus-Immobilienmarkt ab, weil sehr vermögende Käufer Wohnungen in Toplagen weniger als Konsumgut sehen, sondern als langfristige Anlage und Statussymbol.
Warum Toplagen wie Witthayu plötzlich noch knapper wirken
Als besonders gefragt gelten die Viertel Witthayu, Phloen Chit und Chidlom, wo Nähe zu Botschaften, Luxusretail und der BTS-Anbindung traditionell als Werttreiber gilt.
In diesen Zonen erreichen Grundstücke laut Marktangaben bis zu 4 Millionen Baht pro Square Wah, ein Preis, der Knappheit signalisiert und die Einstiegshürde für neue Projekte weiter nach oben schiebt.
Colliers sieht Rückenwind durch Design, Service und Aussicht
Nach Einschätzung von Colliers Thailand wird das Ultra-Luxus-Segment vor allem von Einheiten in Prime-Lage mit Skyline-Blick, zeitgemäßer Architektur und Hotel-ähnlichen Services getragen.
Dass Käufer diese Objekte gleichzeitig als Zuhause und Vermögensbaustein betrachten, stützt laut Colliers die Preisentwicklung und hält das Vertrauen im Segment hoch.
Neue Projekte 2026 – über 1000 weitere Einheiten geplant
Für 2026 werden mehr als 1.000 neue Ultra-Luxus-Units erwartet, unter anderem von SC Asset, Sansiri, Ananda, Quality Houses und Noble.
SC Asset kündigte zwei Prestige-Projekte mit zusammen 25,5 Milliarden Baht an, darunter eine gebrandete Residenz an der Rama IV, bei der Preise bis zu 1 Million Baht pro Quadratmeter genannt werden.
Sansiri setzt auf Penthouse-Strategie und seltene Grundstücke
Sansiri will landesweit 16 Condominium-Projekte im Wert von 26 Milliarden Baht ausrollen und damit alle Marktsegmente abdecken.
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Im Super-Luxusbereich entstehen demnach drei Vorhaben auf selten verfügbaren Flächen in Sarasin, Chidlom und Sukhumvit 51, vielfach als Penthouses mit 700.000 bis 1 Million Baht pro Quadratmeter und Verkaufspreisen von 100 bis 300 Millionen Baht pro Einheit.
Milliarden warten auf Übergabe – und auf Käufer, die pünktlich zahlen
In Bangkok und den angrenzenden Provinzen stehen dieses Jahr 52 Projekte mit einem Gesamtwert von knapp 148 Milliarden Baht zur Übertragung an, was das Volumen im Markt deutlich macht.
Parallel stehen 176 Milliarden Baht an Immobilienanleihen im Raum, ein Hinweis auf Chancen für Entwickler, aber auch auf Verwundbarkeiten, falls Verkäufe oder Übergaben ins Stocken geraten.
REIC senkt Prognose – Nahostkonflikt drückt auf den Gesamtmarkt
Das Real Estate Information Center (REIC) korrigierte seinen Ausblick für den Wohnungsmarkt 2026 nach unten und verwies dabei explizit auf den Konflikt im Nahen Osten.
Im Best-Case rechnet das REIC mit einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent, im Fall anhaltender globaler Folgewirkungen mit bis zu 1 Prozent Minus.
Energiepreise, Lebenshaltung und weniger Spekulation
Laut REIC führen steigende Energiekosten und Sorgen um die Lebenshaltung dazu, dass sich manche Objektübertragungen um ein bis zwei Monate verzögern.
Während die Nachfrage nach Wohnungen zur Eigennutzung als stabil gilt, gehen spekulative und rein investitionsgetriebene Käufe demnach zurück.
Ausländer stützen das Luxusgeschäft – China und Myanmar vorne
Im vierten Quartal 2025 entfielen bei ausländischen Condo-Transfers in Bangkok laut REIC auf China 771 Einheiten (39,8 Prozent) und auf Myanmar 425 Einheiten (22 Prozent).
Es folgten Taiwan mit 232 Einheiten (12 Prozent) sowie unter anderem USA (45), Frankreich (32), UK (32), Japan (30) und Deutschland (21), womit Europa zwar präsent bleibt, aber nicht der Haupttreiber ist.
Neue Käufergruppe im Blick – Kapital sucht Sicherheit
Das REIC hält es für möglich, dass Käufer aus dem Nahen Osten angesichts globaler Unsicherheiten stärker nach sicheren Standorten suchen und dabei Bangkok-Lagen sowie touristische Hotspots bevorzugen.
Analysten verweisen zudem auf vergleichsweise wettbewerbsfähige Lebenshaltungskosten und die hohe Lebensqualität, Faktoren, die den Luxusmarkt selbst dann stützen können, wenn die Binnennachfrage abkühlt.



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