BANGKOK, THAILAND – Energie-Ministerium und die Sonderermittler der DSI haben am 22. März ein Shell-Öldepot in Chong Nonsi überprüft, um Verdachtsmomente wie Horten oder überhöhte Margen auszuräumen.
Kontrolle im Depot – Auftrag aus dem Regierungsbüro
Bei der Begehung am Standort an der Na Ranong Road im Bezirk Khlong Toei prüften Beamte Bestände, Ein- und Ausgänge sowie die öffentliche Preisauszeichnung am Lager.
Laut den Behörden geschah die Aktion auf Anweisung des Premierministers, um verlässliche Daten für das Krisenmanagement am Kraftstoffmarkt zu bekommen.
Was die Prüfer bei Shell sehen wollten
Im Fokus stand der Vergleich der Auslieferungsmengen vor und nach Beginn der aktuellen Versorgungsspannungen, also insbesondere Februar gegen März.
Chatchai Khunlohit, Vizechef der Department of Energy Business im Energieministerium, sagte, die Auslieferungen im März seien insgesamt deutlich höher gewesen, mit Spitzen in der ersten Märzwoche.
Kein Öl zu wenig – aber Nachfrage explodiert
Nach Darstellung der Behörden ist das Kernproblem nicht fehlender Kraftstoff, sondern ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage, der Produktion und Logistik überfordert.
Als Beispiel nannten die Verantwortlichen Diesel: Die inländische Raffineriekapazität liege bei 77 Millionen Litern pro Tag, der übliche Verbrauch bei 67 Millionen Litern, während die Nachfrage in der Krise auf über 100 Millionen und an einzelnen Tagen bis 107 Millionen Liter gestiegen sei.
Hamsterkäufe und Kanister: Legaler Graubereich auf dem Land
Ein Teil des Nachfrageschubs komme laut Ministerium auch daher, dass Verbraucher Kraftstoff in Kanistern oder anderen Behältern kaufen, um ihn zu lagern.
Die Behörden betonten, sie förderten dieses Verhalten nicht und warnten, dass das Halten von Kraftstoff über den gesetzlichen Grenzen liegen könne, machten aber eine Ausnahme für Landwirte, die Treibstoff nachweislich für Agrarfahrzeuge benötigen.
Regierung will Reserven schneller in den Markt drücken
Um kurzfristig mehr Volumen in den Kreislauf zu bringen, soll die Lockerung bei Pflichtreserven zurückgefahren werden, damit Unternehmen zusätzliche Reservemengen in den Markt einspeisen.
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Das Ministerium erwartet spürbare Effekte innerhalb der kommenden Woche und zeigt sich überzeugt, dass bis zum Reisehöhepunkt rund um Songkran genug Kraftstoff verfügbar sein wird.
Preise am Lager – Jobber im Blick
Geprüft wurde auch, zu welchen Preisen die Depots an Zwischenhändler, sogenannte Jobber, verkaufen, weil dort in Krisen schnell der Verdacht auf Übergewinne entsteht.
Nach Angaben der Behörde lagen die Depotpreise insgesamt nahe an den Preisen an Tankstellen, was aus Sicht der Prüfer gegen eine „übermäßige“ Gewinnspanne spricht.
DSI untersucht die Lieferkette – vom Raffinerietor bis zur Zapfsäule
Polizeimajor Woranan Srilam, Sprecher der DSI, erklärte, man untersuche mögliche „Lecks“ entlang der gesamten Kette: Raffinerie, Öldepot und Tankstelle.
Die DSI kündigte zudem Unterstützung bei Kontrollen auf dem Wasser an, um illegalen Handel zu verhindern, und will mögliche strafbare Ursachen neben der hohen Nachfrage weiter prüfen.
Exportstopp! Ausnahmen für Laos und Myanmar
Parallel verschärfte die Regierung die Linie beim Auslandsverkauf und ordnete laut Ministerium an, Kraftstoff zu 100 Prozent nicht ins Ausland zu verkaufen.
Ausnahmen gelten demnach nur für strategische Energiepartner wie Laos und Myanmar, mit denen Thailand bei Strom beziehungsweise Erdgas eng verflochten ist.
Shell verteidigt Verteilung
Dr. Srirat Thanarat, zuständig für staatliche und organisatorische Beziehungen bei Shell Thailand, sagte, Shell habe keine eigene Raffinerie und müsse daher verfügbare Mengen fair an Jobber verteilen.
Zugleich betonte Shell, Preise folgten dem Marktmechanismus, man versuche aber, sie im Rahmen der Qualität „angemessen“ zu halten und habe in den vergangenen 15 Tagen Maßnahmen der Regierung umgesetzt.



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