Bangkok, Thailand – Nach dem Fund eines Waffenarsenals bei Pattaya zieht die thailändische Regierung die Visafreiheit für manche Reisende auf den Prüfstand. Im Gespräch ist eine Verkürzung der Aufenthaltsdauer von 60 auf 30 Tage. Auslöser ist der Fall eines chinesischen Staatsbürgers, gegen den nach einem Verkehrsunfall in Chonburi ermittelt wird.
Unfall in Chonburi führt zu großem Waffenfund
Am 8. Mai 2026 reagierte die Polizei in Chonburi auf einen Unfall in Na Jomtien im Bezirk Sattahip nahe Pattaya. Dabei überschlug sich ein Wagen, am Steuer saß der 31-jährige chinesische Staatsbürger Mingchen Sun, auch Sun Mingchen genannt.
Im Auto fanden die Beamten Waffen und Munition. Das führte zu einer Durchsuchung des gemieteten Hauses des Verdächtigen in Maple Village im Huay Yai Subdistrikt des Bang Lamung Distrikts.
Arsenal mit Sturmgewehren und Sprengstoff
Bei der Durchsuchung stießen die Ermittler auf ein großes Waffenlager. Dazu gehörten zwei M16-Sturmgewehre, eine Glock 26 Pistole, bis zu 800 Schuss Munition und ca. 5 Kilogramm C4-Sprengstoff.
Außerdem wurden Handgranaten, Landminen, darunter russische Antipersonenminen, sowie Sprengfallen gefunden. Auch mit Sprengstoff präparierte kugelsichere Westen, Benzin, Zünder, Störsender und Fernbedienungen wurden sichergestellt.
Elite-Visum sofort widerrufen
Sun verfügte über Pässe aus China, Kambodscha und Dominica sowie über einen thailändischen rosa Personalausweis für Nicht-Staatsangehörige. Sein fünf Jahre gültiges Elite-Visum wurde umgehend widerrufen.
Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des illegalen Besitzes von Schusswaffen, Munition und Sprengstoff. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Regierung prüft schärfere Visaregeln
Sihasak Phuangketkeow, stellvertretender Premierminister und Außenminister Thailands, sagte in Tokio, die Behörden müssten erst die Ermittlungsergebnisse abwarten. Er machte deutlich, dass das Ziel des Verdächtigen noch nicht klar sei.
Gleichzeitig prüft die Regierung eine strengere Einwanderungskontrolle. Im Raum steht, die bisherige visafreie Aufenthaltsdauer von 60 auf 30 Tage zu halbieren.
Druck aus den sozialen Medien wächst
Der Vorstoß kommt auch wegen massiver Forderungen in den sozialen Medien. Dort verlangen thailändische Nutzer, die visafreie Einreise zu verkürzen oder ganz abzuschaffen und durch ein strengeres System zu ersetzen.
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Die Behörden sehen außerdem Risiken bei der Nutzung von Visumbefreiungen für grenzüberschreitende Kriminalität, illegale Arbeit und Scheinfirmen. Nun wird auch geprüft, ob die bestehenden Visakategorien genug Schutz bieten.
Verdacht auf Sammler statt Terrorist
Laut ersten Berichten vermuten Polizeibehörden, dass Sun eher ein Waffensammler als ein Terrorist sein könnte. Zugleich berichteten Medien, er habe angegeben, die Waffen für einen geplanten Suizid wegen Depressionen gekauft zu haben.
Sihasak Phuangketkeow betonte: „It is concerning, but we need to wait for the investigation results first because we still do not know the objective.“
Visadiskussion läuft weiter
Das thailändische Außenministerium, das thailändische Tourismus- und Sportministerium, die thailändische Einwanderungsbehörde und weitere Sicherheitsstellen prüfen eine Abkehr von pauschalen visafreien Regeln hin zu länderspezifischen Vorgaben. Der Fall bei Pattaya hat den Druck auf die Regierung deutlich erhöht, die Einwanderungsregeln schärfer zu fassen.
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