Thailand – Eine landesweite Umfrage zeigt: Die Schulden der Haushalte sind Anfang 2026 deutlich gestiegen. 62,44 Prozent der Menschen waren verschuldet, nach 50,99 Prozent ein Jahr zuvor.
Lebenshaltungskosten treiben viele in neue Schulden
Als Hauptgründe nennt das thailändische Amt für Handelspolitik und Strategie steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Einkommen. Viele Haushalte mussten sich Geld leihen, nur um den Alltag zu stemmen.
Die Auswertung beruht auf einer landesweiten Umfrage unter 6.469 Personen, die im Februar 2026 durchgeführt wurde. Das Amt beschreibt die Haushaltsverschuldung als wachsendes Warnsignal für die thailändische Wirtschaft.
Beamte, Bauern und Selbstständige besonders betroffen
Unter Staatsbediensteten lag die Schuldenquote bei 89,09 Prozent, bei Landwirten bei 82,71 Prozent und bei Selbstständigen bei 80,28 Prozent. Staatsbedienstete haben den leichteren Zugang zu Krediten und leihen oft für Häuser oder Autos.
Landwirte und Selbstständige greifen dagegen stärker zu Krediten, um unsichere Einkommen und laufende Geschäftskosten auszugleichen. Geringverdiener stehen dabei unter dem größten Druck.
Auch Besserverdiener und Junge greifen zu Krediten
Menschen mit einem Monatseinkommen von mehr als 50.000 THB hatten den höchsten Anteil an Kreditaufnahmen. Danach folgten Personen mit 10.001 THB bis 50.000 THB im Monat.
Besonders auffällig ist auch die Nutzung von Online-Krediten. Sie machten 12,90 Prozent der Schuldenquellen aus, bei den 20- bis 29-Jährigen waren es 27,25 Prozent und bei Studenten 31,55 Prozent.
Rückzahlungen drücken die Haushalte immer stärker
Die meisten Kreditnehmer meldeten monatliche Rückzahlungen von höchstens 5.000 THB, 38,91 Prozent zahlten bis zu diesem Betrag. Weitere 34,59 Prozent kamen auf bis zu 10.000 THB im Monat.
Unter Arbeitnehmern mit einem Einkommen von nicht mehr als 15.000 THB waren 98 Prozent verschuldet. In dieser Gruppe lag die durchschnittliche Haushaltsverschuldung bei 494.500 THB, die monatliche Rückzahlung bei rund 18.800 THB.
Kaum Ersparnisse, aber weiter Kredite nötig
Mehr als 79,1 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, keine Ersparnisse zu haben oder nicht sparen zu können. Steigende Preise, Schuldentilgungen, Zinsen und höhere Beiträge zur Sozialversicherung drücken das verfügbare Einkommen zusätzlich. Auch wenn 61,84 Prozent sagten, 2026 keine weiteren Schulden aufnehmen zu wollen, rechnen viele weiter mit neuen Krediten für notwendige Ausgaben, alte Schulden oder angeschlagene Unternehmen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Thailands Schuldenproblem strukturell ist und langfristig zur Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität werden könnte.
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In einem anderen Bericht ist zu lesen, „die Banken seien aufgefordert worden, neue Kredite zu unterstützen und bestehende Kreditbedingungen für betroffene Kunden zu erleichtern“. Dazu kann sich ja dann jeder seine Gedanken machen.