WASHINGTON, USA – Die US-Zollbehörde startet ein milliardenschweres Rückzahlungsprogramm für Importzölle. Nach einem Gerichtsurteil sollen Unternehmen insgesamt bis zu 166 Milliarden US-Dollar zurückerhalten – inklusive Zinsen.
Neues System für Milliarden-Rückzahlungen
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hat am 20. April das neue System CAPE freigeschaltet. Darüber können Importeure zu Unrecht erhobene Zölle zurückfordern, die unter dem IEEPA-Gesetz kassiert wurden.
Grundlage ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, der die Abgaben für rechtswidrig erklärte. Betroffene Unternehmen haben nun Anspruch auf vollständige Rückzahlung – plus Zinsen.
Wer jetzt Geld zurückbekommt
Zunächst gilt das Programm nur für bestimmte Fälle. Dazu zählen Importvorgänge, deren Zollabrechnung noch offen ist oder erst kürzlich – innerhalb von 80 Tagen – abgeschlossen wurde.
Anträge können ausschließlich US-Importeure oder deren Zollagenten stellen, sofern sie im ACE-Datenportal registriert sind. Ohne Zugang zu diesem System geht nichts.
Auszahlung innerhalb von drei Monaten
Nach erfolgreicher Prüfung sollen die Rückzahlungen zügig erfolgen. Die CBP nennt einen Zeitraum von 60 bis 90 Tagen bis zur Auszahlung.
Offene Schulden bei der Zollbehörde werden allerdings automatisch verrechnet. Nur der verbleibende Betrag wird an die Unternehmen überwiesen.
Thailand warnt Exporteure
Thailands Handelsministerium ruft heimische Exporteure zur Eile auf. Sie sollen eng mit ihren US-Partnern zusammenarbeiten, um mögliche Rückerstattungen nicht zu verpassen.
Wichtig ist vor allem, dass Importeure ihre Kontodaten und den Zugang zum ACE-Portal rechtzeitig prüfen. Weitere Erweiterungen des Systems für komplexere Fälle sind bereits geplant.
Streit um Handelspraktiken spitzt sich zu
Parallel dazu steht Thailand im Fokus einer US-Untersuchung nach Abschnitt 301 des Handelsgesetzes. Washington wirft dem Land unter anderem Überkapazitäten und problematische Lieferketten vor.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Bangkok hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen und will sich aktiv im Verfahren verteidigen. Ziel ist es, den Zugang zum US-Markt für thailändische Exporte zu sichern.
Hunderttausende Unternehmen betroffen
Insgesamt könnten mehr als 330.000 Importeure von den Rückzahlungen profitieren. Die Ansprüche betreffen rund 53 Millionen einzelne Importpositionen.
Das Programm geht auf frühere Zollmaßnahmen unter Präsident Donald Trump zurück. Jetzt beginnt die Rückabwicklung – in historischer Größenordnung.
Deine Meinung
Findest du, dass solche massiven Zoll-Rückzahlungen das Vertrauen in internationale Handelsregeln stärken – oder eher Unsicherheit schaffen? Und wie sollten Länder deiner Meinung nach auf solche Entscheidungen reagieren?
Teile deine Einschätzung gerne in den Kommentaren.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: