Surat Thani, Thailand – Eine Frau hat in einer Tankstellen-Toilette einen Mann konfrontiert, der sie heimlich gefilmt hatte. Der Vorfall ereignete sich kurz nach den Songkran-Feiern und führte zu einer Anzeige bei der Polizei.
Kamera in Nachbarkabine entdeckt
Die 27-jährige Prae war mit Begleitung auf dem Rückweg von den Songkran-Feiern, als die Gruppe an einer Tankstelle im Bezirk Baan Na Doem hielt. Beim Toilettengang bemerkte sie ein Mobiltelefon, das aus der Nachbarkabine in ihre Richtung ragte.
Zunächst vermutete sie einen Streich aus dem Bekanntenkreis. Als sich herausstellte, dass keine ihrer Begleiterinnen im Toilettenbereich war, forderte die Gruppe die Person in der Kabine auf herauszukommen.
Verdächtiger stellt sich – Streit entsteht
Nach rund zehn Minuten verließ ein junger Mann die Kabine. Er gab an, er habe sich vor anderen Jugendlichen versteckt. Diese Erklärung überzeugte die Frauen nicht.
Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Mitarbeiter der Tankstelle alarmierten schließlich die Polizei. Die Szene wurde von Umstehenden gefilmt und später im Internet verbreitet.
Geständnis auf der Wache
Auf der Polizeistation legte der Mann ein Geständnis ab. Er räumte ein, die Frau heimlich gefilmt zu haben, und erklärte, das Video gelöscht zu haben. Sein Mobiltelefon wurde beschlagnahmt und später vernichtet.
Bei der Durchsicht des Geräts vor Ort fanden die Frauen Hinweise auf gelöschte Dateien sowie Suchvorgaben, die auf ein gezieltes Interesse an derartigen Aufnahmen hindeuteten. Die Polizei nahm den Sachverhalt zu Protokoll.
Prae ruft zur Wachsamkeit auf
Die Frau, die nach eigenen Angaben Erfahrung in Selbstverteidigung hat, sprach nach dem Vorfall öffentlich darüber. Sie riet anderen Frauen, in öffentlichen Toiletten auf verdachtshafte Objekte in Kabinen zu achten und im Zweifel sofort Personal oder Polizei zu rufen.
Das Video der Konfrontation verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und wurde in Thailand breit rezipiert – auch als Hinweis auf ein verbreitetes Problem in öffentlichen Räumen.
Zweiter Fall in Prachuap Khiri Khan
Zeitgleich nahm die Cybercrime-Polizei in der Provinz Prachuap Khiri Khan einen weiteren Mann fest. Er steht im Verdacht, heimlich aufgenommene Videos gesammelt und veräußert zu haben. Bei der Durchsuchung wurden rund 60.000 Dateien sichergestellt.
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Beide Fälle zeigen, dass Verststöße gegen die Privatsphäre in öffentlichen Einrichtungen in Thailand kein Einzelphänomen sind. Die Behörden haben in den vergangenen Jahren die Strafverfolgung in diesem Bereich verstärkt, auch im Zuge des Überarbeiteten Computerkriminalitätsgesetzes.



Da ausnahmsweise kein Hinweis auf die Nationalität des Filmers genannt wurde, handelte es sich wohl um keinen Farang, sondern um einen Thai. Wäre es ein Ausländer gewesen, wäre dies garantiert auch erwähnt worden.