BANGKOK, THAILAND – Eine neue landesweite Umfrage zeigt, dass Premierminister Anutin Charnvirakul in der öffentlichen Wahrnehmung hinter mehreren Kabinettsmitgliedern zurückliegt. Gleichzeitig deutet die Erhebung auf geringe Zuversicht in politische Amtsträger und eine klare Vorliebe für technokratische Kompetenz hin.
Früher Druck auf die neue Regierung
Nur wenige Tage nach Amtsantritt steht die neue Regierung bereits unter politischem Druck, während sich unter der Oberfläche Spannungen im Kabinett abzeichnen.
Das Vertrauen in Premierminister Anutin Charnvirakul hat seit der Parlamentswahl am 8. Februar nachgelassen, obwohl das Kabinett erst vor gut einer Woche vereidigt wurde.
Die Umfrage: Wer hat sie durchgeführt und wann?
Die Momentaufnahme der Stimmung stammt aus einer nationalen Meinungsumfrage des King Prajadhipok’s Institute mit 2.000 Befragten im ganzen Land.
Die Datenerhebung fand zwischen dem 8. und 11. April statt und gilt damit als frühe Bewertung der neuen Kabinettsarbeit.
Anutin nur auf Platz fünf bei der Kompetenzbewertung
In der Rangliste zur Leistungsfähigkeit landete Anutin Charnvirakul auf Platz fünf und kam auf 8 Prozent Zustimmung.
Damit liegt er hinter mehreren Ministern aus dem eigenen Kabinett, was Fragen zur Durchsetzungskraft und zur öffentlichen Sichtbarkeit des Regierungschefs aufwirft.
Technokraten vorn: Handel, Wissenschaft und Außenpolitik
Handelsministerin Suphajee Suthumpun führte das Ranking mit 14,4 Prozent an, gefolgt von Vizepremier und Wissenschaftsminister Yotsanan Wongsawat mit 11,5 Prozent.
Außenminister und Vizepremier Sihasak Phuangketkeow belegte mit 9,5 Prozent Platz drei, wobei die Abstände zwischen den Spitzenplätzen insgesamt relativ gering ausfielen.
Viele Unentschlossene und wenig Hoffnung in der Bevölkerung
24,2 Prozent der Befragten nannten keinen bevorzugten Minister, weitere 19,5 Prozent waren bei ihren Erwartungen unentschieden.
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Am deutlichsten fiel jedoch aus, dass 50,8 Prozent angaben, derzeit biete kein Minister „klare Hoffnung“ – die größte einzelne Antwortkategorie der Umfrage.
Klare Präferenz für „Outsider“ statt Berufspolitiker
37,2 Prozent bevorzugten Minister, die als „Outsider“ gelten und typischerweise Erfahrung in Verwaltung und Privatwirtschaft mitbringen.
Demgegenüber unterstützten nur 6,8 Prozent erstmals ernannte Minister, 3,2 Prozent frühere Minister und lediglich 2,0 Prozent langjährige Parlamentsabgeordnete.
Kompetenz schlägt Parteikarriere
Laut Issara Sereewatthanawut, Generalsekretär des King Prajadhipok’s Institute, priorisieren die Befragten Professionalität stärker als politische Erfahrung.
Verwaltungskompetenz wiege demnach schwerer als klassische politische Laufbahnen, was die schwächere Position traditioneller Parteifiguren in der Umfrage erklärt.
Erwartungen und Zustimmung: eng beieinander, aber nicht deckungsgleich
Auch bei den Leistungserwartungen lag Suphajee Suthumpun vorn (13,5 Prozent), während Anutin Charnvirakul hier 11,5 Prozent erreichte.
Yotsanan Wongsawat profitiert ebenfalls von einem Profil, das mit akademischer und administrativer Expertise verbunden wird, und wird eher als kompetenzgetrieben denn als rein politisch wahrgenommen.
Autorität versus Zustimmung: das Dilemma des Premiers
Obwohl Anutin formal die Regierung führt, zeigt sein Platz hinter mehreren Kabinettsmitgliedern eine Lücke zwischen Amtsautorität und öffentlicher Zustimmung.
Die Umfrage legt nahe, dass Führungspositionen nicht automatisch in Rückhalt umschlagen – besonders in einer Phase, in der sich die öffentliche Bewertung erst formiert.
Zersplitterte Stimmung: kleine Verschiebungen können viel ändern
Die Ergebnisse zeigen keine klare Dominanz einer Ministergruppe, vielmehr liegen die Spitzenwerte eng beisammen.
Weil zugleich viele Befragte unentschieden sind oder keine Präferenz äußern, bleiben die Ranglisten volatil und könnten sich mit wenigen Stimmungsänderungen rasch verschieben.
Deine Meinung
Was sagt diese Umfrage deiner Ansicht nach über die Erwartungen der Thailänder an die neue Regierung aus: zählt für dich vor allem Fachkompetenz oder politische Erfahrung?
Schreibt uns in die Kommentare, ob Anutin als Premier stärker auftreten muss – und welche Minister in den nächsten Wochen liefern müssen, um Vertrauen aufzubauen.



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