BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Regierung plant eine drastische Kehrtwende bei den Einreisebestimmungen für Touristen. Das erst im Juli 2024 eingeführte 60‑Tage‑Visumfreiheitsprogramm für 93 Länder soll abgeschafft und die Aufenthaltsdauer auf 30 Tage verkürzt werden.
Rückkehr zu strengeren Einreiseregeln
Tourismusminister Surasak Phanjaroenworakul treibt den Vorschlag voran, die Liste der visumfreien Nationen wieder auf 57 Länder zu begrenzen. Damit würde Thailand zu dem System zurückkehren, das vor der großen Liberalisierung im Jahr 2024 bestand. Unter Beibehaltung des Abkommens mit China würden insgesamt 58 Länder visumfrei nach Thailand einreisen dürfen.
Die Neuregelung sieht vor, dass visumfreie Aufenthalte künftig nur noch 30 Tage dauern dürfen. Eine Verlängerung vor Ort um weitere 30 Tage soll jedoch für Besucher weiterhin möglich bleiben. Die Tourism Authority of Thailand arbeitet an den Details der Umsetzung.
Sicherheit und Qualität im Fokus
Beamte begründen den Schritt damit, dass die meisten Urlauber ohnehin weniger als einen Monat im Land bleiben. Die neue Regelung spiegle daher die tatsächlichen Reisemuster der Touristen besser wider als das aktuelle Modell. Daten der Tourismuspolizei zeigen, dass über 70 % der Besucher kürzer als 30 Tage bleiben.
Zudem wachsen die Sorgen über den Missbrauch von Langzeitprivilegien für nicht‑touristische Zwecke. Die Regierung möchte durch die Verschärfung administrative Risiken senken und die nationale Sicherheit stärken. Die Entscheidung wird zudem durch die anhaltende Energiekrise und steigende Ölpreise beeinflusst, die den Tourismussektor belasten.
Akademische Unterstützung für Reformen
Professor Witawat Rungruangphol von der Thammasat‑Universität befürwortet das Ende der 60‑Tage‑Regelung ausdrücklich. Er warnt davor, dass zu lockere Regeln vermehrt Touristen mit geringen Ausgaben und sogar transnationale Kriminelle anziehen könnten. Er verweist auf Vorregistrierungs‑ und Screening‑Systeme in Japan und Südkorea als mögliche Vorbilder.
Laut dem Experten habe die bisherige Politik dem Ziel widersprochen, zahlungskräftige Urlauber ins Land zu holen. Stattdessen führe die Überfüllung bekannter Ziele wie dem Bezirk Pai zu einer Belastung der lokalen Infrastruktur. Das Konzept einer Touristenabgabe, das bereits 2015 vorgeschlagen wurde, wird von ihm als wirksames Instrument genannt.
Zukunftspläne für den Tourismussektor
Das Außenministerium prüft derzeit die Details, bevor das Kabinett die endgültige Entscheidung über die neue Visum‑Liste trifft. Während das Abkommen mit China bestehen bleibt, könnten indische Reisende bald wieder eine Visumpflicht fürchten müssen. Das visumfreie Abkommen mit China trat am 1. März 2024 in Kraft.
Zusätzlich stehen neue Instrumente wie eine Reisegebühr für ausländische Besucher im Raum. Diese Gelder sollen direkt in die Entwicklung des Tourismus und die medizinische Versorgung von Urlaubern fließen. Die Idee einer Touristenabgabe, erstmals 2015 vorgeschlagen, soll die Finanzierung von Infrastruktur und Gesundheitsdiensten sichern.
Wandel hin zum Luxustourismus
Die geplante Umstrukturierung signalisiert einen deutlichen Kurswechsel weg von der reinen Masse hin zu mehr Qualität. Thailand möchte sein Image schützen und gezielt Besucher ansprechen, die nachhaltig zum Wirtschaftswachstum beitragen. Eine mögliche Zusammenarbeit mit Thai Airways wird diskutiert, um neue Routen zu fördern und gezielte visumfreie Einreisen zu ermöglichen.
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