Pattaya, Thailand – Der chinesische Waffenverdächtige Mingchen Sun ist nach einem viertägigen Hungerstreik ins Krankenhaus gekommen. Der 31-Jährige erlitt am 11. Mai Krampfanfälle und schwere Erschöpfung, nachdem er seit seiner Festnahme am 8. Mai in Chon Buri in Haft saß. Zugleich laufen die Ermittlungen wegen Waffenbesitzes, möglicher Verbindungen zu thailändischen Staatsbürgern und eines mutmaßlichen Bestechungsfalls in Chiang Mai weiter.
Festnahme nach Unfall in Sattahip
Mingchen Sun wurde am 8. Mai nach einem Autounfall im Bezirk Sattahip festgenommen. Nach dem Unfall fanden Beamte der Polizeistation Na Jomtien zunächst eine Schusswaffe und Munition in seinem Fahrzeug.
Die Spur führte zu einer Durchsuchung seines Hauses in der Provinz Chon Buri. Dort entdeckten die Ermittler nach eigenen Angaben Waffen und Sprengstoff, darunter M16-Gewehre und mehrere C4-Sprengkörper.
Ermittler sehen ein größeres Waffennetzwerk
Nach weiteren Ermittlungen soll es Verbindungen zu mindestens fünf thailändischen Staatsbürgern und Militärangehörigen geben. Die Polizei geht von einem Waffennetzwerk aus.
Bei den Namen, die dabei auftauchen, stehen auch Jamrong, Kachain, Watcharin und Pathomphon im Raum. Laut Polizei soll Jamrong Finanztransaktionen im Waffenhandel erleichtert haben, Kachain habe beim Beschaffen von Schusswaffen geholfen, und Pathomphon weist die Vorwürfe zurück.
Eine Waffe war auf einen Polizisten registriert
Die Ermittler fanden außerdem heraus, dass eine bei Mingchen entdeckte Schusswaffe legal auf den thailändischen Polizeibeamten Bandit registriert war. Die Polizei prüft nun die Herkunft und den Verwendungszweck der Waffen weiter.
Auch das passt für die Ermittler nicht zu Mingchens Darstellung. Er hatte angegeben, die Waffen online für einen Suizidplan wegen Depressionen gekauft zu haben, doch die Beamten zweifeln diese Erklärung an.
Vorwurf der Bestechung in Chiang Mai
Zusätzlich wird gegen Mingchen ermittelt, weil er in Chiang Mai Verwaltungsbeamte bezahlt haben soll, um eine Aufenthaltsbescheinigung zu bekommen, die als „Pink Card“ bekannt ist. Dabei sollen mindestens drei Beamte beteiligt gewesen sein.
Der genaue Stand der Ermittlungen gegen die genannten thailändischen Staatsbürger und Beamten ist nicht abschließend geklärt. Die Behörden prüfen den Fall weiter.
Hungerstreik endet im Krankenhaus
Während seiner Haft im Pattaya Remand Prison trank Mingchen nach Angaben der Beamten nur Wasser und verweigerte jede Nahrung. Nach vier Tagen Hungerstreik kam es am 11. Mai zu Krampfanfällen und schwerer Erschöpfung. Er wurde ins Pattaya Bhattamakun Hospital gebracht, erhielt dort intravenöse Flüssigkeit und steht unter Beobachtung. Mehr als zehn Beamte der Bang Lamung Police Station sicherten das Krankenhaus ab, und nach etwa einem Tag soll Mingchen wieder in Haft zurückkehren.
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