Razzia in Thailand: DSI jagt ausländische Scheinfirmen auf Samui

Großrazzia gegen Scheinfirmen: Behörden haben 34 Hochrisiko-Unternehmen auf Koh Samui und Koh Pha-ngan ins Visier genommen. Droht den illegalen Strohmann-Konstrukten nun das endgültige Aus für ihr thailändisches Millionengeschäft?

Razzia in Thailand: DSI jagt ausländische Scheinfirmen auf Samui
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Koh Samui, Thailand – Thailands Behörden gehen härter gegen ausländische Strohmann-Firmen vor. Nach einer ersten Prüfung von 11.426 Unternehmen hat das Department of Business Development 34 Hochrisiko-Firmen an das Department of Special Investigation weitergereicht. Im Fokus stehen zunächst Koh Samui und Koh Pha-ngan, zwei Inseln, auf denen Immobilien- und Tourismusgeschäfte besonders genau unter die Lupe genommen werden.

34 Firmen landen beim DSI

Das Department of Business Development, kurz DBD, hat die 11.426 geprüften Firmen nach ihrem Risiko eingestuft. 34 Unternehmen wurden an das DSI zur weiteren Untersuchung übergeben.

Besonders im Blick stehen dabei Firmen aus dem Immobilienbereich und dem tourismusnahen Dienstleistungssektor. Die Behörden sehen in solchen Nominee-Strukturen ein nationales Problem für das Wirtschaftssystem und die Geschäftssicherheit.

Erster Schlag auf den Inseln

Der erste Einsatz konzentriert sich auf Koh Samui und Koh Pha-ngan in der Provinz Surat Thani. Von dort aus soll die gemeinsame Operation gegen verdächtige ausländische Strohmann-Firmen starten.

Nach Angaben der Behörden soll die Prüfung nicht auf den Inseln stehen bleiben. Auch Phuket, Krabi, Phang Nga, Pattaya und Hua Hin sollen später mit einbezogen werden.

Behörden setzen auf strengen Kurs

Poonpong Naiyanapakorn vom DBD und Pol Maj Yutthana Praedam vom DSI haben nach einem Treffen den harten Kurs gegen Nominee-Firmen festgelegt. Die Behörden wollen Unternehmen in Risikogruppen gezielt kontrollieren und Verstöße konsequent verfolgen.

Das DSI will dabei Fälle mit Vermögenswerten von mindestens 100 Millionen Baht oder mit breiter Wirkung als Sonderfälle behandeln. Außerdem richtet sich der Blick auf Helfer wie Anwaltskanzleien oder Buchhaltungsbüros, die viele Nominees auf einmal aufsetzen helfen.

Banken sollen Geldquellen prüfen

Zusätzlich bereitet das DBD Gespräche mit der Thai Bankers‘ Association vor. Dabei soll geprüft werden, woher das Geld der Aktionäre kommt, noch bevor eine Firmenregistrierung angenommen wird.

Die Unterredungen sind für nächste Woche geplant. Die Behörden wollen den Prüfprozess zunächst bei Hochrisikogruppen ansetzen, damit das allgemeine Geschäftsumfeld nicht unnötig belastet wird.

Gesetz gegen Strohmann-Geschäfte in Arbeit

Parallel dazu läuft ein Gesetzgebungsverfahren, das Verstöße nach dem Foreign Business Act von 1999 als Vortaten für das Anti-Money Laundering Act einstufen soll. Zuständig ist dabei das Anti-Money Laundering Office.

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ZUM ANGEBOT

Wird der Entwurf vom Repräsentantenhaus gebilligt, könnten Beamte Geldflüsse in jeder Phase prüfen und Vermögen nach den Abschnitten 36 und 37 beschlagnahmen. Die Behörden hoffen, das Problem damit dauerhaft anzugehen.

Surat Thani unter besonderer Beobachtung

In der Provinz Surat Thani gibt es 21.717 Gesellschaften mit beschränkter Haftung, davon 11.649 mit ausländischer Beteiligung. Unter diesen Firmen führen französische Investoren die Liste an, gefolgt von britischen, russischen und israelischen Investoren.

Auf Koh Samui sind 12.050 Unternehmen registriert, davon 8.213 mit ausländischer Beteiligung. Auf Koh Pha-ngan gibt es 4.761 Unternehmen, 3.213 davon mit ausländischer Beteiligung; dort stehen israelische Investoren an erster Stelle, vor französischen, britischen und russischen Investoren.

Die Zahlen hinter dem Verdacht

Auf Koh Samui halten Ausländer bei 53 Firmen mehr als 50 Prozent, bei 8.160 Firmen weniger als 49,99 Prozent. Auf Koh Pha-ngan liegt dieser Wert bei 25 Unternehmen mit mehr als 50 Prozent und 3.188 Unternehmen mit weniger als 50 Prozent.

Die Behörden wollen die Ausweitung der Kontrollen nicht stoppen, sondern schrittweise auf weitere Touristenziele ausdehnen. Für die betroffenen Regionen bleibt das Thema damit ganz oben auf der Agenda.

Nächste Schritte für die Ermittler

Das DBD und das DSI werden gemeinsam mit weiteren Behörden gegen Nominee-Aktivitäten vorgehen. Im Zentrum stehen die Risikofirmen, die Herkunft der Gelder und mögliche Helfer im Hintergrund.

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Quelle: Nation Thailand

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