KOH PHANGAN – Der Arzt starb nach zwei Wochen im Krankenhaus, jetzt greift die Polizei durch: Ein britischer Geschäftsmann soll betrunken und auf Kokain einen Motorradunfall verursacht haben, der einen angesehenen Mediziner das Leben kostete. Die Beamten wollen noch heute die Kaution kippen.
Arzt verlor Kampf ums Überleben
Dr. Theerasak Kaewamatwong, 53, den alle nur „Ajarn Mor Ton“ nannten, war Spezialist für Atemwegs- und Intensivmedizin und opferte seine Freizeit als freiwilliger Arzt im Krankenhaus von Koh Phangan. Am Abend des 23. Mai trainierte er entlang einer Straße in Moo 1, als ein Motorrad in ihn krachte.
Die Verletzungen waren verheerend: schwere Kopfverletzungen, eine Hirnblutung. Er wurde ins Ramathibodi-Krankenhaus verlegt, doch nach mehr als zwei Wochen stellten die Ärzte am 7. Juni den Tod fest.
Alkohol, Kokain und ein zerstörtes Leben
Am Lenker des Motorrads soll Duncan Wilcock gesessen haben, 51, Brite und Inhaber der Ausflugsbootfirma Reef Charter Co Ltd am Wok Tum Beach. Die Polizei wirft ihm vor, unter Alkohol- und Kokaineinfluss gefahren zu sein, bevor er den Mediziner erfasste.
Statt Hilfe zu leisten, soll Wilcock nach dem Zusammenprall einfach davongefahren sein. Die Beamten nahmen ihn nach dem Unfall fest, doch das Provinzgericht Koh Samui ließ ihn später gegen Kaution wieder frei.
Von Körperverletzung zur fahrlässigen Tötung
Bislang sah sich Wilcock sieben Anklagepunkten gegenüber: gefährliches Fahren mit schwerer Verletzungsfolge, Unfallflucht und unterlassene Hilfeleistung, Fahren ohne Führerschein, fehlende Steuer und Versicherung, Kokainkonsum sowie Trunkenheit am Steuer. Jetzt, nach dem Tod des Arztes, verschärft die Polizei den Vorwurf.
Polizeioberst Apichat Jansamret, Chef der Station Koh Phangan, erklärte, die Anklage werde auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr hochgestuft. Das ersetzt den bisherigen Punkt der schweren Körperverletzung – und bringt eine Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis mit sich.
Heftiger Kampf um die Kaution
Genau deshalb bereiten die Ermittler jetzt einen Antrag vor, die Kautionsfreilassung von Wilcock sofort zu widerrufen. Mit der drastisch erhöhten Strafe im Nacken sehen die Beamten akute Fluchtgefahr und wollen den Briten wieder hinter Gitter bringen.
Eigentlich sollte Wilcock bereits mit den Ermittlern sprechen, ließ das Treffen aber platzen und bat um eine Verschiebung auf den heutigen 8. Juni. Ob er mit seinem Anwalt tatsächlich erscheint oder die Polizei längst andere Wege einschlägt, bleibt offen.
Nicht nur der Unfall: Illegale Geschäfte im Visier
Damit nicht genug: Neben dem Todesfall laufen gegen Wilcock separate Verfahren wegen seiner Geschäftstätigkeit. Die Polizei behauptet, er habe thailändische Strohmänner benutzt, um Anteile an seinem Bootsbetrieb zu halten, und ein Tourismusunternehmen ohne die nötige Lizenz geführt.
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Diese vier Anklagepunkte – darunter Falschangaben vor Beamten und das Betreiben eines verbotenen Geschäfts als Ausländer – sind Teil der Strafsache Nr. 406/2569 vom 28. Mai. Insgesamt muss sich der Brite damit jetzt vor Gericht für elf mutmaßliche Straftaten verantworten.
Elf Anklagepunkte und ein zerstörtes Vertrauen
Nach Polizeiangaben vereint Wilcock nun sieben Anklagepunkte rund um den tödlichen Unfall und vier aus dem Geschäftsumfeld auf sich. Was als Motorradunfall auf einer Inselstraße begann, könnte für ihn in einer langjährigen Haftstrafe enden.
Das Koh Samui Provincial Court muss heute über den Widerruf der Kaution entscheiden. Sollten die Richter dem Antrag der Polizei stattgeben, endet die Freiheit des 51-Jährigen noch auf der Stelle.



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