Sechs Jahre geplant, dreimal verschoben – und jetzt soll es der Sommer 2026 sein. Thailand will eine Einreisegebühr für ausländische Touristen einführen, die lokal als „Kha Yeap Pan Din“ bekannt ist – übersetzt: Gebühr für das Betreten thailändischen Bodens. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul deutete zuletzt einen Start zwischen Juli und September 2026 an. Ein konkretes Datum steht noch nicht fest.
Was die Abgabe kosten soll, wer sie zahlt, wer nicht – und was mit dem Geld passiert – ist für jeden relevant, der Thailand in den nächsten Monaten anfliegt oder regelmäßig einreist. Dieser Artikel fasst den aktuellen Stand zusammen.
Sechs Jahre Planung, drei Verschiebungen
Die Idee einer Touristeneintrittsgebühr ist nicht neu. Erstmals vorgeschlagen wurde sie 2020 – mitten in der Corona-Pandemie, als kaum Touristen kamen. 2023 genehmigte das Kabinett das Konzept formal, doch die Einführung blieb aus: Zu fragile Touristenzahlen, zu viel Gegenwind aus der Branche, zu viele offene Fragen zur Erhebungslogistik. Im Winter 2025 sollte es soweit sein, dann kam die nächste Verschiebung. Jetzt steht „Mitte 2026″ im Raum.
Was diesmal anders sein könnte: Die neue Regierung unter Premierminister Anutin hat die Gebühr zur Priorität erklärt. Das Tourismus- und Sportministerium arbeitet aktiv an der Erhebungsstruktur, und erstmals liegt ein konkreter Zeitkorridor auf dem Tisch. Ob Juli, August oder September – das hängt davon ab, wann das System technisch bereitsteht.
Was die Abgabe kosten soll und wie sie erhoben wird
Der ursprünglich geplante Betrag lag bei 300 Baht für Flugreisende – rund 8 Euro. Tourismusminister Surasak hat jedoch signalisiert, dass der Betrag wegen Inflation und erweitertem Versicherungsschutz leicht angehoben werden könnte. Ein konkreter neuer Betrag ist noch nicht bestätigt. Für Einreisen über Land- und Seegrenzen gibt es aktuell keine bestätigte Regelung – frühere Pläne für 150 Baht an Landgrenzen wurden zunächst zurückgestellt.
Erhoben werden soll die Gebühr direkt beim Flugticketkauf – eingebettet in den Ticketpreis, ähnlich wie Japan seine Abreisesteuer in die Flugkosten integriert. An Schaltern oder im Einwanderungsbereich soll keine separate Zahlung nötig sein. Die Abwicklung liegt bei den Fluggesellschaften.
Wer zahlt – und wer ausgenommen ist
Die Gebühr gilt für ausländische Touristen, die per Flugzeug einreisen. Ausgenommen sind laut aktuellem Planungsstand: Diplomaten und deren Familienangehörige, Transitpassagiere, Kinder unter zwei Jahren. Ob Langzeitbewohner mit gültigem Visum – also Non-OA, Non-O oder DTV-Inhaber – ebenfalls ausgenommen werden, ist noch nicht abschließend geregelt. Das Ministerium prüft derzeit, wie Wiedereinreisen von Expats behandelt werden.
Für DACH-Expats mit aktivem Visum könnte das relevant werden: Wer häufig aus- und einreist, etwa für Visa-Trips oder Familienbesuche in Europa, zahlt bei jeder Rückkehr nach Thailand – sofern keine Ausnahmeregelung für Visuminhaber kommt. Hier lohnt es sich, die weitere Entwicklung im Auge zu behalten, bevor Herbstreisen gebucht werden.
Wohin das Geld fließt
Ein Teil der Einnahmen – rund 70 Baht pro Person – ist für eine automatische Reiseversicherung vorgesehen. Sie greift ab dem Moment der Einreise und deckt medizinische Notfallkosten bis zu einem staatlich festgelegten Betrag. Das klingt besser, als es in der Praxis ist: Wer ernsthaft krank wird, braucht deutlich mehr als einen staatlich finanzierten Basisschutz. Für Expats mit eigener Krankenversicherung ist dieser Teil redundant.
Der Restbetrag soll in Tourismusinfrastruktur fließen: Instandhaltung von Sehenswürdigkeiten, Sicherheitssysteme, öffentliche Einrichtungen an touristisch genutzten Orten. Wie genau die Mittel verteilt werden und wer die Kontrolle darüber hat, ist noch nicht transparent kommuniziert worden. Thailand ist nicht das erste Land, das diese Frage zunächst offen lässt.
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Was andere Länder für Touristensteuern verlangen
Thailand ist mit 300 Baht am unteren Ende der globalen Touristensteuern. Bali erhebt seit 2024 umgerechnet rund 9 Euro pro Einreise, Japan hat eine Abreisesteuer von rund 6 Euro pro Person. Neuseeland verlangt rund 18 Euro für seine International Visitor Conservation and Tourism Levy. Bhutan ist mit einer täglichen Abgabe von 200 US-Dollar eine Klasse für sich – das Ziel dahinter ist bewusste Besucherlimitierung.
Die 300 Baht sind also kein Aufreger – sie entsprechen zwei Bier am Strand. Für Vielreisende, die Thailand mehrfach im Jahr anfliegen, summiert sich das auf einen dreistelligen Euro-Betrag pro Jahr. Für Expats ohne Ausnahmeregelung ist das ein nennenswerter Faktor bei der Reiseplanung.
Was das jetzt für Reisende und Expats bedeutet
Wer zwischen jetzt und September nach Thailand einreist: Stand heute ist die Gebühr noch nicht in Kraft. Kein Startdatum ist offiziell bestätigt, kein Erhebungssystem ist aktiv. Bereits gebuchte Flüge sind nicht betroffen – die Gebühr wird erst bei Neubuchungen in den Ticketpreis eingebettet, sobald das System läuft.
Wer Herbst- oder Winterflüge nach Thailand plant, sollte die Entwicklung im Auge behalten. Eine Einführung ab Juli ist realistisch, aber nicht garantiert. Die Abgabe selbst ist kein Reisehindernis – aber wer als Expat häufig einreist, sollte prüfen, ob sein Visumstatus eine Ausnahme ermöglicht, sobald die finale Regelung veröffentlicht ist.



Würde mich noch wundernehmen wie eine Fluggesellschaft weiß wo jetzt eine Gebühr zu verlangen ist und wo nicht….. dass gibt ja definitiv ein Bürokratie Monster