BANGKOK – Eine 47-jährige Frau aus Hongkong wirft einem thailändischen Wahrsager Betrug in Millionenhöhe vor. Mehr als 40 Millionen Baht soll Ms Ho im Lauf mehrerer Jahre für okkulte Rituale und die angebliche Beseitigung von Flüchen gezahlt haben. Jetzt schaltete die völlig verschuldete Frau die Organisation Saimai Survive ein und erstattete Anzeige.
Beginn eines finanziellen Horrortrips
Die Kontaktaufnahme zum Wahrsager erfolgte ursprünglich über eine Facebook-Seite, als Ms Ho Probleme in ihrer Beziehung hatte. Die 47-Jährige, die für ein Unternehmen in Hongkong arbeitet, suchte Rat und wurde schnell in eine Spirale aus Angst und Abhängigkeit gezogen.
Die Kommunikation verlagerte sich auf die App Line. Der Wahrsager soll mehrere Ereignisse in ihrem Leben korrekt vorhergesagt haben, darunter den späteren Tod eines Verwandten. Dieses Wissen erschütterte Ms Ho so sehr, dass sie den Anweisungen blind vertraute.
Geisteröl und Todesdrohungen
Ihr sei „nam man phrai“, sogenanntes Geisteröl, zugeschickt worden. Sie sollte damit Weißmagie-Rituale durchführen, um ihr Glück zu verbessern und ihren Partner zurückzugewinnen. Nach der Anwendung will sie wiederkehrende Albträume von Geistern gehabt haben.
Die Forderungen eskalierten. Der Wahrsager verlangte immer teurere Zeremonien, um angeblich schlechtes Karma zu entfernen. Bei Weigerung soll er mit gesundheitlichem Verfall, finanziellem Ruin und sogar dem Tod gedroht haben.
Rituale für mehr als eine Million Baht
Die Zahlungen begannen bei 70.000 Baht für Opfergaben und steigerten sich rasant. Für einzelne Zeremonien wurden mehr als 1 Million Baht fällig. Ms Ho griff auf ihre Ersparnisse, Pensionsfonds und Bankkredite im Ausland zurück.
Von den über 40 Millionen Baht stammten nur 2 bis 3 Millionen aus eigenen Mitteln. Den Rest lieh sie sich von Verwandten und Freunden. Der Wahrsager soll sie sogar angewiesen haben, Menschen zu täuschen, um an weiteres Geld zu kommen.
Suizidgedanken und der Wendepunkt
Die massive Verschuldung trieb Ms Ho in schwere psychische Krisen. Sie berichtet von Suizidgedanken, weil sie dem finanziellen Druck nicht mehr standhielt. Ende letzten Jahres erneuerte sie ihren thailändischen Personalausweis.
Dieser bürokratische Akt soll ihr die Augen geöffnet haben. Sie erkannte, dass sie über Jahre manipuliert worden war, und brach den Kontakt zu dem Wahrsager ab – den sie nie persönlich getroffen hatte.
Hilferuf und böse Überraschung bei der Polizei
Ms Ho wandte sich an die Organisation Saimai Survive. Deren Gründer Ekkapop Luangprasert begleitete den Fall und machte ihn am 17. Juni öffentlich. Anschließend erstattete Ms Ho Anzeige bei der Prawet Police Station in Bangkok.
Dabei erlebte sie die nächste Erschütterung: Eine Person, die sich als Polizist ausgab, soll fast 130.000 Baht an Gebühren für Dokumente und Fallbearbeitung verlangt haben. Ob es sich wirklich um einen Beamten handelte, ist unklar.
Fünf Konten und eine dringende Forderung
Das gesamte Geld überwies Ms Ho auf fünf separate Bankkonten. Diese waren als zeremonielle Konten deklariert, bevor die Summen angeblich an weitere Beteiligte flossen.
Ekkapop forderte die Behörden auf, sämtliche Geldflüsse dieser Konten zu prüfen. Ermittler sollen klären, ob Straftaten wie Betrug oder öffentliche Täuschung vorliegen. Auch die Identität der Person, die bei der Polizeistation Geld verlangte, muss jetzt dringend untersucht werden.



Selber schuld, wenn man an solchen Schwachsinn, Mumpitz und Hokuspokus glaubt! „Geisteröl“ – echt jetzt ? 55555