BANGKOK – Thailand rüstet im Kampf gegen internationale Verbrechernetzwerke massiv auf. Mit einer neuen Doppelstrategie aus Big Data und Künstlicher Intelligenz sollen Callcenter-Banden, Menschenhändler und Cyberkriminelle künftig keine Chance mehr haben.
Neuer Sicherheitsplan gegen Mafia und Online-Betrug
Die Regierung in Bangkok hat eine umfassende Sicherheitsstrategie für den Schutz von Bürgern und ausländischen Besuchern vorgestellt. Ziel ist es, grenzüberschreitende Kriminalität, Callcenter-Banden und Menschenhandel konsequent zu bekämpfen.
Der Premierminister gab eine klare Arbeitsanweisung an alle Behörden aus: Not lindern, öffentliche Wohlfahrt verbessern, Frieden schützen, Drogen ausrotten und kriminelle Banden besiegen.
SHIELD soll Geldströme der Gangster trockenlegen
Regierungssprecherin Rachada Dhnadirek erklärte, moderne Verbrechernetzwerke seien komplex und international verstrickt. Deshalb müsse Thailand seine technologischen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg dringend verbessern.
Die Königlich Thailändische Polizei hat dafür die Big-Data-Plattform „SHIELD“ entwickelt. Das System verknüpft riesige Datenbanken, digitale Beweise und internationale Finanzspuren, um Verdächtige zu identifizieren und kriminelle Netzwerke direkt an der Wurzel zu packen.
„Das Gehirn, das Informationen verbindet“
SHIELD soll zudem rechtliche Schlupflöcher stopfen, die Banden bisher zur Flucht vor Strafverfolgern nutzten. Es baut auf der Arbeit des Warroom IAC und des Anti-Cyber Scam Centre auf, bringt die Ermittlungen aber auf ein völlig neues Niveau.
„Die Regierung glaubt, dass moderne Kriminalität proaktives und systematisches Handeln verlangt“, sagte Rachada. „SHIELD dient als Gehirn, das Informationen verbindet und Netzwerke verfolgt. Die KI-Technologie von IBOC fungiert als Augen und Ohren vor Ort.“
Banken und Ministerien im Schulterschluss gegen Strohmänner
An der Jagd nach den Geldflüssen beteiligt sich ein breites Bündnis aus Polizei, Geschäftsbanken, der Anti-Geldwäsche-Behörde und mehreren Ministerien. Auch das Außenministerium und das Ministerium für digitale Wirtschaft ziehen mit.
Das Ziel: Finanzströme nahtlos zurückverfolgen und verdächtige Konten von Finanzagenten binnen kürzester Zeit einfrieren. So sollen Opfer von Online-Betrug schneller Hilfe bekommen und Täter keine Gewinne mehr abschöpfen können.
Künstliche Intelligenz als digitaler Wachposten
Für die physische Sicherheit in Echtzeit setzt die Regierung zusätzlich auf das „Intelligent Bird Eye Operation Centre“ (IBOC). Dieses KI-gestützte System scannt permanent nach riskantem Verhalten und erkennt Unregelmäßigkeiten.
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In wirtschaftlich wichtigen Zonen und Touristen-Hotspots soll IBOC rund um die Uhr wachen und den Behörden ermöglichen, bei Vorfällen sofort zu reagieren. Die Überwachung wird damit lückenlos und automatisiert.
Koh Samet wird erste Smart Safety Zone
Die erste Bewährungsprobe für die neue Technik steigt auf der beliebten Ferieninsel Koh Samet. Mit über einer Million Besuchern jährlich gilt sie als ideales Testgebiet für das Pilotprojekt einer intelligenten Sicherheitszone.
Die Behörden wollen hier zeigen, wie modernes Sicherheitsmanagement funktioniert. Nach einer gründlichen Auswertung der Ergebnisse soll das Modell dann Schritt für Schritt auf andere Urlaubsziele und strategisch wichtige Orte im ganzen Land ausgeweitet werden.
Vertrauen der Touristen als oberstes Ziel
Für Rachada Dhnadirek haben beide Systeme eine entscheidende gemeinsame Mission. Sie sollen öffentliches Eigentum schützen und die Verluste durch Cyberbedrohungen drastisch senken.
„Die beiden Systeme arbeiten zusammen, um das Vertrauen von Reisenden aus aller Welt zu stärken“, betonte die Sprecherin. Der genaue Zeitplan für die landesweite Umsetzung blieb allerdings noch offen.



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