BANGKOK – In der OK Bar auf der Khao San Road haben Beamte Konten mit vermuteten Zahlungen an Amtsträger von knapp 180.000 Baht im Monat entdeckt. Vize-Innenminister Polapee Suwunchwee leitete die Razzia am 10. Oktober 2026. Bei dem Einsatz stießen die Kontrolleure außerdem auf 30 Gäste, die unter dem gesetzlichen Mindestalter von 20 Jahren lagen, und auf 31 positive Drogenschnelltests. Der Manager der Bar wurde festgenommen, den Behörden soll nun eine fünfjährige Schließung beantragt werden.
Konten verzeichnen monatliche Zahlungen an Behörden
Polapee kündigte an, dass die Ermittler die monatlichen Zahlungen prüfen werden, die in den Büchern der Bar verzeichnet sind. Ziel ist es herauszufinden, welche Behörden und Personen daran beteiligt waren. Neben normalen Ausgaben wie Löhnen, Getränken und Einkäufen gibt es eine letzte Spalte mit der Bezeichnung „payments to all agencies“. Dort stehen rund 180.000 Baht pro Monat. In der detaillierten Aufstellung der Behörde ist von mehr als 177.000 Baht monatlich die Rede.
Laut Polapee erklärte die Kassiererin, dass es sich um Zahlungen handle, die jeden Monat geleistet würden. Die Bar sei seit mehr als zwei Jahren in Betrieb. Wer mit „alle Behörden“ gemeint ist, soll nun geklärt werden.
Razzia um 3.30 Uhr in Talat Yot
Die Sondereinheit des Department of Provincial Administration (DOPA) drang um 3.30 Uhr Ortszeit in das Lokal ein. Der Einsatz trug den Namen „Sing Phadet Suek“.
Die Bar liegt im Subdistrict Talat Yot im Bezirk Phra Nakhon. Sie ist nur etwa 100 Meter von der Polizeistation Chana Songkhram entfernt.
Beschwerden und verdeckte Kontrollen vor dem Einsatz
Auslöser waren Beschwerden, wonach die OK Bar über die erlaubten Zeiten hinaus geöffnet habe und Personen unter 20 Jahren einlasse. DOPA-Ermittler besuchten das Lokal vor der Razzia mehrfach verdeckt. Die jüngsten Kontrollen lieferten Hinweise auf mutmaßliche Gesetzesverstöße.
An dem Einsatz beteiligten sich neben Vizegeneraldirektor Ronnarong Thipsiri auch Pol Sub-Lt Singkham Khamyod, Direktor des Büros für Ermittlungen und Rechtsangelegenheiten, und Rueanglak Rueangyangmi, Direktor des Verwaltungsbüros des Volunteer Defence Corps. Hinzu kamen Verwaltungsbeamte und Angehörige des Volunteer Defence Corps.
30 Gäste unter dem gesetzlichen Mindestalter
Die Beamten stellten fest, dass 30 Gäste unter dem gesetzlichen Einlassalter von 20 Jahren waren, darunter 20 männliche und 10 weibliche Personen. Unter ihnen war ein 15-Jähriger.
Zunächst hatte Polapee von mehr als 200 Gästen gesprochen, von denen mehr als 20 zu jung gewesen seien. Auch nannte er anfangs nur drei positive Drogentests. Die später von Ronnarong vorgelegte Aufstellung weicht davon ab und nennt 30 Minderjährige sowie 31 positive Urintests.
Neun Verstöße: Drogen, Waffe und Lachgas
Ronnarong listete neun Feststellungen aus der Razzia auf: Die Bar soll ohne Konzession für Unterhaltungsbetriebe gearbeitet und außerhalb der erlaubten Zeiten Alkohol verkauft haben. Dazu kamen die 30 zu jungen Gäste und die 31 positiven Urin-Drogentests, darunter vier Personen unter 20 Jahren und zwei DJs. Die Einsatzkräfte fanden zudem eine Schusswaffe samt Munition sowie eine Nachbildung einer Schusswaffe.
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Im Lokal lagen mutmaßliche Drogen und Plastikröhrchen, die Drogen enthalten haben sollen, auf dem Boden verstreut. Auf dem Toilettenboden entdeckten die Beamten weißes Pulver, das Drogen ähnelte. Außerdem fanden sie überall in den Räumen Lachgasballons und das passende Zubehör. Als neunter Punkt kommen die Zahlungen an mehrere Behörden von mehr als 177.000 Baht im Monat hinzu. Polapee sagte, die Beamten hätten auch E-Zigaretten entdeckt. Lachgas sei für etwa 300 Baht pro Röhrchen verkauft worden, in den Büchern für den 3. Oktober stünden 161 Kartons mit je 12 Röhrchen als verkauft.
Polizisten und Marinesoldat unter den Anwesenden
Nach Angaben des Vize-Innenministers hielten sich zwei Polizeibeamte als Gäste in der Bar auf. Unter den rund sieben Sicherheitsleuten befand sich zudem ein Angehöriger der Marine.
Nach vorläufigen Informationen wird die Frau, die die Bar vermutlich betreibt oder besitzt, nur mit dem Kürzel „Jae K.“ genannt. Ein Inspektor oder stellvertretender Inspektor der Polizeistation Chana Songkhram hatte Polapee mitgeteilt, dass sie mit einem Polizisten verheiratet sei. Den Namen des Ehemanns nannte der Beamte nicht.
Fünf Jahre Schließung beantragt, Manager festgenommen
Das DOPA will beim Chef der Metropolitan Police beantragen, die OK Bar sofort für fünf Jahre zu schließen. Gegen den Manager der Bar wurden laut Polapee acht Anklagepunkte erhoben. Ronnarong bestätigte, dass Verwaltungsbeamte den Mann festgenommen und zur weiteren Bearbeitung an die Polizeiermittler übergeben haben.
Die Behörden wollen weitere Beweise zusammentragen, damit die Ermittler auch gegen andere Beteiligte vorgehen können. Polapee warnte, ein Kurzschluss oder Brand könne dazu führen, dass viele Gäste nicht schnell genug fliehen könnten. Das gefährde Menschenleben und schade dem Ansehen Thailands als Reiseland. Die jungen Gäste mit positivem Drogentest sollen nach den geltenden Verfahren in eine Behandlung kommen.
Ermittler prüfen, welche Behörden gemeint sind
Die Ermittler wollen nun klären, welche Stellen und Personen in die mutmaßlichen Zahlungen eingebunden waren. Welche Behörden mit „all agencies“ gemeint sind, ist bislang offen.
Bis dahin gilt: Die Zahlungen sind bisher nur ein Verdacht, der durch die Kontoaufzeichnungen gestützt wird.
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