NAKHON SI THAMMARAT, THAILAND – Das Central Investigation Bureau (CIB) hat in einer Bar in der Provinz Nakhon Si Thammarat die 43-jährige Betreiberin wegen des Verdachts auf Menschenhandel festgenommen. Bei der Razzia entdeckten die Ermittler drei Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die laut Polizei ausgebeutet worden sein sollen.
Scheinkauf führte zur Festnahme der Barbetreiberin
Der Fall geht auf einen Hinweis zurück. Beamte der Spezialeinheit gegen Menschenhandel im Zentralen Polizeiamt CIB hatten Informationen über die Ausbeutung von Minderjährigen in der Provinz erhalten. Verdeckte Ermittler führten einen Scheinkauf durch und zahlten Geld an die Verdächtige, die damit als Betreiberin des Lokals auftrat.
Danach griff der zweite Teil des Einsatzes zu. Die Beamten fanden in einem Zimmer eine Minderjährige, dazu Geldscheine, deren Seriennummern mit den vorher kopierten Banknoten übereinstimmten. In weiteren Zimmern fanden sie eine weitere Minderjährige. In der Bar selbst trafen sie vier Angestellte an, eine davon war minderjährig, die anderen drei waren volljährig. Die Minderjährige war nach Angaben der Ermittler erst kurz zuvor aus Bangkok angereist. Die Betreiberin wurde vor dem Lokal angetroffen und festgenommen, das Geld aus dem Scheinkauf fanden die Beamten bei ihr.
Angestellte schildern das Geschäftsmodell der Bar
Bei der Befragung schilderten die meisten Angestellten denselben Ablauf. Das Lokal war nach ihren Aussagen eine Karaoke-Bar, in der Gäste trinken und singen konnten. Gäste konnten Mitarbeiterinnen gegen Bezahlung aus der Bar mitnehmen. Die Verdächtige soll diese Vermittlungen organisiert haben.
Die Beschuldigte hat die Vorwürfe nach ersten Polizeiangaben teilweise eingeräumt und teilweise bestritten. Die Angaben der Angestellten und der Betroffenen werden nun von den Ermittlern geprüft.
Gegen die Verdächtige werden mehrere schwere Vorwürfe erhoben
Gegen die 43-Jährige wird wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, der Vermittlung Minderjähriger zur Prostitution und des Betriebs einer Vergnügungsstätte ohne Genehmigung ermittelt. Die Vorwürfe stehen bislang nur im Raum, ein Gericht hat noch nicht entschieden.
Für die Aufnahme des Festnahmeprotokolls wurde die Frau in eine Einrichtung für Kinder und Familien in der Provinz gebracht. Danach übergaben die Beamten den Fall an die zuständigen Ermittler. Die Polizei kündigte an, weitere Beteiligte zu suchen und die betroffenen Minderjährigen in ein gesetzlich vorgesehenes Schutzverfahren zu überführen.
Polizei warnt Eltern, Jugendliche und Kunden
Das Polizeiamt gegen Menschenhandel richtete nach dem Einsatz eine Warnung an Eltern. Sie sollen auf auffällig hohe Ausgaben ihrer Kinder achten, die Nutzung von Online-Medien prüfen und Reisen in andere Provinzen hinterfragen. So wolle man verhindern, dass Kinder in solche Netzwerke geraten.
Auch an Jugendliche und potenzielle Täter richteten die Beamten eine Botschaft. Wer glaube, unbemerkt zu bleiben, irre sich. Beweise blieben bestehen und könnten später zur Anklage führen, auch wenn die Tat lange zurückliege.
Strafen bis zu über zehn Jahre Haft und 20 Jahre Verjährung
Die Polizei machte auch auf die Strafdrohung aufmerksam. Für Vermittler im Menschenhandel drohen laut Polizei mehr als zehn Jahre Haft. Für Vermittler nannte die Polizei eine Verjährungsfrist von 20 Jahren. Fluchtzeiten werden nicht mitgerechnet.
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Die Warnung gilt ausdrücklich auch für Kunden solcher Angebote. Auch sie könnten sich nach Ansicht der Ermittler nicht darauf verlassen, dass ihre Taten unbemerkt bleiben. Die Ermittlungen gegen weitere Beteiligte laufen weiter.
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