PHUKET, THAILAND – Beim Vegetarischen Fest auf Phuket führen Gläubige in Trance rituelle Handlungen mit ungewöhnlichen Gegenständen wie Schwertern und Ukulele-Hälsen aus. Die Rituale sind Ausdruck religiöser Hingabe und sollen böse Geister vertreiben. Für Reisende ist das Fest ein drastischer, aber eindrucksvoller Teil des kulturellen Kalenders der Insel.
Ungewöhnliche Gegenstände als Zeichen der Hingabe
Fotos vom Vegetarischen Fest zeigen Teilnehmer mit Gegenständen im Gesicht. Ein Mann trug mehrere ungewöhnliche Gegenstände.
Ein anderer Teilnehmer trug die Hälse zweier Ukulelen, ein dritter Gläubiger zwei gekreuzte Schwerter.
Ein taoistisches Fest mit strengen Reinigungsritualen
Das jährliche taoistische Fest, auch Fest der Neun Kaiser-Götter genannt, verbindet strikten Vegetarismus mit Reinigungsritualen. Bei öffentlichen Umzügen treten Medien auf, die als Ma Song bekannt sind.
Teilnehmer verzichten in der Vorbereitung auf Fleisch, Alkohol und Glücksspiel sowie auf andere Versuchungen. Der Schrein Jor Soo Gong Naka richtet die Zeremonien zu Ehren der Neun Kaiser-Götter aus.
Besessenheit und Trance vor dem Ritual
Die Teilnehmer glauben, dass Götter von den Medien Besitz ergreifen. Vor dem Ritual fallen die Medien in tiefe Trance. Die Objekte reichen von Zeremonialgegenständen bis zu Fahrradteilen und Regenschirmen.
Die Durchbohrungen sollen böse Geister aus der Gemeinschaft vertreiben und den Gläubigen Segen bringen. Wer durchstochen werden will, muss sich vorher anmelden und wird überprüft, bevor er angenommen wird.
Bei den Umzügen zittern, tanzen und segnen die Medien
Während der Umzüge zittern einige Medien, tanzen und winken, berichten Beobachter. Vor Menschenmengen von mehreren Hundert Zuschauern verteilen sie Segen.
Das Fest reicht bis in die frühen 1800er Jahre zurück. Jährlich ziehen Hunderttausende Besucher an.
Sirinnicha Thampradit beschreibt ihre Erfahrung
Sirinnicha Thampradit, 29, gehört nach dem Glauben der Teilnehmer zu den Medien, die von einem Gott als Brücke zwischen der menschlichen und der göttlichen Welt auserwählt wurden. Vor der Morgendämmerung war sie aufgewacht, um sich vorzubereiten. Sie sagte AFP: „Ich fühlte mich schwach, ich war wie betäubt und ich konnte nichts kontrollieren.“
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Nach eigenen Worten wechselte sie zwischen Weinen und Lachen. Nach eigenen Angaben spürte sie dabei keinen Schmerz. Von früheren Ritualen sind bei ihr Narben zurückgeblieben.
Glaube seit der Jugend und Heilung innerhalb einer Woche
„Das liegt daran, dass ich zu 100 Prozent an Gott glaube und er mich seit mehr als zehn Jahren beschützt“, sagte Sirinnicha. Ihre erste Besessenheit erlebte sie mit 17 Jahren.
Ihre Wunden heilen nach eigenen Angaben innerhalb von sieben Tagen. Sie glaubt, dass alle Mitglieder ihrer Familie als Medien auserwählt wurden.
Organisatoren warnen vor ungewöhnlichen Gegenständen
Kaweepiphat Thomya, Medien-Koordinator des Schreins, sagte AFP: „Das Durchstechen ist der Befehl der Götter, und diese Gegenstände stehen für ihre übernatürliche Kraft.“ Nach seinen Worten soll das Ritual die Teilnehmer von schlechten Taten reinigen.
Die Organisatoren sorgen sich jedoch über den Einsatz immer ungewöhnlicherer Gegenstände. Sie fordern die Gläubigen auf, sich vor Infektionen zu hüten.
Gesundheitsministerium meldet seltene Zwischenfälle
Thailands Gesundheitsministerium hat seltene Zwischenfälle gemeldet, die mit den Ritualen zusammenhängen. Am Schrein sind während der Zeremonie etwa 20 medizinische Mitarbeiter im Einsatz.
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Karuna Paikaew, zuständig für die Zeremonie, sagte AFP: „Wir setzen uns gegen ungewöhnliche Gegenstände zum Durchstechen ein, vor allem aus Sicherheitsgründen.“

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