SAMUT SAKHON – Mitten auf der Rama II ging für eine 83-jährige Autofahrerin plötzlich nichts mehr: Mit ihrem Nissan-Sedan landete sie am Donnerstag auf einer schmalen Motorrad-Rampe und kam weder vor noch zurück. Drei Reifen platzten, verletzt wurde niemand.
Sedan steckt zwischen den Geländern fest
Gegen 13.50 Uhr ging bei der Polizei die Meldung ein: Auf der Motorrad-Rampe an der Rama II im Bezirk Tha Chin stand ein bronzesilberner Nissan-Sedan, der sich keinen Meter mehr bewegte. Er war fast bis nach oben gefahren.
Das Fahrzeug saß eingeklemmt zwischen den Geländern der schmalen Auffahrt. Am Aufgang steht ein Schild, das die Rampe ausdrücklich nur für Motorräder freigibt. Zurücksetzen konnte die Fahrerin nicht mehr.
Retter rangieren 20 Minuten rückwärts
Polizisten, Mitarbeiter der Gemeinde Tha Chin und freiwillige Retter eilten zur Rampe. Sie lotsten den Sedan Stück für Stück rückwärts nach unten, was rund 20 Minuten dauerte.

Das Auto blieb dabei nicht heil: Drei Reifen platzten, und die Karosserie schrammte am Geländer entlang. Die Fahrerin und ihre zwei Begleiterinnen blieben zum Glück unverletzt.
83-Jährige hielt Rampe für Wendemöglichkeit
Die Seniorin war mit zwei Freundinnen vom Vegetarierfest in Tha Chalom unterwegs nach Hause nach Phutthamonthon. Die Rampe hielt sie für eine ganz normale Wendemöglichkeit und fuhr einfach hinauf.
Das Navi lief zwar mit, doch sie habe nicht darauf gehört, sagte sie. Auch das Schild habe sie nicht gesehen. Erst als der Unterboden aufsetzte, sei ihr klar geworden, dass etwas nicht stimmt.
Selbstkritik der Fahrerin
Nachdem sie sich gefasst hatte, sei ihr bewusst geworden, dass ihr so etwas nicht hätte passieren dürfen. Sonst sei sie im Straßenverkehr klar bei Verstand, betonte die 83-Jährige.

Künftig wolle sie sich mehr zusammennehmen und achtsamer fahren. Die Polizei lud sie zur Vernehmung auf die Wache Samut Sakhon, wo das weitere rechtliche Vorgehen geklärt wird.
Anwohner: Schon der vierte Fall
Ein Händler in der Nähe erzählte, Kunden seien lachend aus seinem Laden gekommen, da habe er nach oben geschaut. So etwas habe er noch nie gesehen. Fremde Autofahrer könnten das Verbotsschild leicht übersehen.

Nach Angaben von Anwohnern ist es bereits das vierte Mal, dass ein Pkw auf diese Rampe gefahren ist. Sie fordern die Behörden auf, schnell Abhilfe zu schaffen, damit sich der Fall nicht wiederholt.
GPS-Pannen auf der Rama II keine Seltenheit
Anfang Januar steckte ein Van mit fünf Insassen auf der Rama II in Samut Songkhram im Hochwasser fest, weil das Navi sie unter eine Brücke geführt hatte. Die Highway-Polizei rettete alle fünf.
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Beamte raten deshalb, Navi-Anweisungen nicht blind zu folgen, sondern auf Verkehrsschilder und die tatsächliche Straßenlage zu achten. Das gilt besonders für Expats und Urlauber, die sich in Thailand nicht auskennen.

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