Wegen russischer Gäste steht Phuket unter Dauerkontrolle

Russische Gäste lösten die Beschwerden aus, die Phuket seit 2024 unter Dauerkontrolle stellen. Doch wen trifft das Durchgreifen wirklich, und was heißt das für Ihre Immobilie?

Wegen russischer Gäste steht Phuket unter Dauerkontrolle
KI generiertes Symbolbild

Auf Phuket reden Einheimische und Expats seit Jahren über russische Gäste, und selten freundlich. Sie kaufen Condos, sie fallen auf, sie sind Gesprächsthema Nummer eins. Jetzt greift der Staat durch, mit Razzien, Durchsuchungen und beschlagnahmtem Land. Ob die Russen daran schuld sind, fragt auf der Insel fast jeder. Fest steht: Eine große Razzia gegen Strohmann-Firmen ging 2024 von Beschwerden über Ausländer aus, meist Russen.

Russische Käufer auf Phuket: die Zahlen

Im ersten Halbjahr 2026 gingen auf Phuket 815 Condos an ausländische Käufer, 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auf Platz eins liegen russische Käufer mit 327 Einheiten, ein Plus von knapp 96 Prozent.[1] Das sind rund 40 Prozent aller Condo-Käufe von Ausländern auf der Insel.

Chinesische Käufer folgen mit 108 Einheiten und einem Minus von knapp 11 Prozent, danach kommen Frankreich mit 42 und Australien mit 32. Landesweit schrumpfte der Markt für ausländische Condo-Käufer um 8,8 Prozent, der Wert der russischen Käufe stieg um 76 Prozent.[2] Fast 39 Prozent der russischen Condo-Käufe im ganzen Land entfallen auf Phuket.[1]

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Condo-Eigentum für Ausländer: die 49-Prozent-Grenze

Ausländer dürfen in Thailand Condos zu Eigentum kaufen, aber nur bis zu 49 Prozent der Fläche eines Gebäudes. So steht es im Condominium Act, Paragraf 19 bis.[3] Wer so kauft, steht in seinem eigenen Namen im Grundbuch und braucht keinen Strohmann.

Ist ein Gebäude voll, können dort keine weiteren Ausländer mehr als Eigentümer eingetragen werden. Auf Phuket, wo ausländische Käufer einen großen Teil der Nachfrage stellen, wird die Quote dadurch zum Thema. Genau an dieser Grenze beginnt bei Grundstücken und Villen der Ärger, denn dort gibt es keine Condo-Quote, sondern ein Verbot.

Der Ärger der Anwohner seit 2024

Die Wut ist nicht neu. Im Mai 2024 meldete die Polizei 231 Verdächtige bei einer Razzia gegen Nominee-Geschäfte auf Phuket, darunter 98 Ausländer, überwiegend Russen und 37 Thailänder als mutmaßliche Strohleute.[4] Ausgelöst wurde die Aktion laut Polizei durch Beschwerden von Anwohnern beim damaligen Premierminister.

Die Einheimischen warfen den Ausländern vor, Geschäfte zu betreiben und Wohnungen und Grundstücke zu ungewöhnlich hohen Preisen zu kaufen.[4] Das ist der Stand von 2024 und keine aktuelle Bilanz. Aber hier beginnt die Geschichte, die auf der Insel bis heute erzählt wird.

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Das Durchgreifen trifft Firmen und Land

2026 ist die Kampagne größer. Die Behörden prüften auf Phuket mehr als 30.000 Firmen. Über 11.000 davon haben ausländische Gesellschafter, mehr als 600 gelten als mögliche Nominee-Fälle.[5] Die Einstufung ist ein Prüfhinweis und kein Beweis für einen Verstoß.

Durchsucht wurden zum Beispiel in Patong Hotels, Autovermietungen, Reiseveranstalter und Restaurants. In den Behördenangaben, die vorliegen, sind Betriebe und Grundstücke das Ziel. Die Behörden betonen, sie wollten ausländische Investitionen nicht verhindern, sondern die Einhaltung des Gesetzes durchsetzen.[5]

Nominee-Razzien: die Zahlen

Bei der Razzia am 20. Juni 2026 in Phuket, Phang-nga und Krabi durchsuchten mehr als 500 Einsatzkräfte 89 Grundstücke im Wert von rund 1,05 Milliarden Baht. Von 59 Haftbefehlen wurden 55 vollstreckt, 48 Verdächtige kamen fest, darunter 27 Thailänder und 21 Ausländer.[6]

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Über vier Provinzen hinweg nennt die Polizei 65 Festnahmen und Vermögenswerte von etwa 1,67 Milliarden Baht. Verfolgt werden auch Thailänder, die als Strohleute Anteile halten. Auf Koh Phangan meldet die Polizei bereits 14 Urteile mit je einem Jahr und drei Monaten Haft und 15.000 Baht Geldstrafe.[7]

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Wer wurde festgenommen

Die Zahlen der Polizei zeigen ein gemischtes Bild. In Phuket nahm sie am 20. Juni 2026 neun Ausländer fest, fünf Israelis, zwei Franzosen, einen Niederländer und einen Russen. In allen vier Provinzen waren es 41 Ausländer, darunter 15 Israelis, sechs Franzosen und vier Russen.[6][7]

Bei allen Festnahmen von Ausländern auf Phuket im Juli 2026 liegen russische Staatsbürger dagegen auf Platz zwei: 78 von 556, nach Myanmar mit 129 und vor China mit 46. Als häufigste ausländische Gesellschafter bei Nominee-Verdacht nennt der Bericht Russen, Chinesen, Briten, Franzosen und Australier.[8] Das sind Festnahmen jeder Art, keine reinen Nominee-Zahlen.

Condo-Überangebot auf Phuket

Während die Zahl russischer Käufer steigt, staut sich auf der Insel das Angebot. Von den Condos waren im ersten Halbjahr 2026 noch 13.369 Einheiten unverkauft, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim jetzigen Tempo würde der Abverkauf rund 40 Monate dauern.[1]

Neu verkauft wurden 2.005 Condos, 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf dem Höhepunkt im zweiten Halbjahr 2024 waren es 7.298.[1] Die Zuwächse bei russischen Käufern ändern daran nichts: Insgesamt wird weniger verkauft, und die Russen allein machen den Markt weder gut noch schlecht.

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Wer sich Phuket noch leisten kann

Eine Marktumfrage für 2026 zählt auf Phuket 90.597 Einheiten im Angebot, zusammen rund 705 Milliarden Baht wert. Ferienvillen und Ferien-Condos machen 52 Prozent der Einheiten aus, aber etwa 80 Prozent des Wertes. Neu angebotene Einheiten kosten im Schnitt 12,8 Millionen Baht.[9]

Thailänder kaufen nach Schätzung der Marktforscher 15 bis 25 Prozent des Premiumsegments. Bei Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern liegt der größte Teil der Einheiten zwischen 2 und 7 Millionen Baht, bei Ferienvillen kosten gut vier von zehn zwischen 20 und 40 Millionen. Dazwischen liegt eine Insel, die für Einheimische kaum noch passt.[9]

Gleiches Recht für alle

Wer die Russen für das Problem hält, findet Zahlen: größte Käufergruppe, 2024 der Auslöser einer großen Razzia, auf Platz zwei der Festnahmen von Ausländern. Aber die Razzien 2026 treffen auch Israelis, Franzosen und Chinesen, im Oktober in Bangkok vor allem Chinesen mit zehn von elf Festnahmen.[10]

Phuket zieht die Grenze beim Gesetz, nicht beim Pass. Wer Condos innerhalb der Quote kauft, steht in den Razzia-Berichten nicht im Visier, wer Strohleute bezahlt, wird verfolgt. Regeln, die für alle gelten, sind das Mindeste, was freie Bürger von ihrem Staat verlangen dürfen. Aktuelle Meldungen von der Insel stehen in unserer Rubrik Phuket.

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Anmerkungen der Redaktion

Lesen Sie auch: Wie russische Gäste Phuket erobern

Die Angaben zu Razzien, Festnahmen und Firmenprüfungen stammen von Polizei und Behörden und betreffen laufende Ermittlungen, keine Schuldsprüche. Die Aufschlüsselung der Festnahmen nach Nationalitäten kann sich mit weiteren Phasen der Kampagne ändern. Die Käuferzahlen gelten für Januar bis Juni 2026.

  1. Phuket-Zahlen zu Käufern, Angebot und Verkäufen im ersten Halbjahr 2026 nach Daten des Immobilieninformationszentrums REIC, Positioningmag, 29.09.2026: positioningmag.com/strategic-move/116010 ↩
  2. Landesweite REIC-Daten für das erste Halbjahr 2026, Bangkok Biz News, 2026: bangkokbiznews.com/business/property/1249583 und …/1251539 ↩
  3. Condominium Act, §19 bis (Fassung Nr. 4 von 2551 B.E., also 2008), 49 Prozent der Gesamtfläche je Gebäude, nach thailändischen Fachartikeln: so04.tci-thaijo.org ↩
  4. Razzia gegen Nominee-Geschäfte auf Phuket, Stand Mai 2024, Bangkok Post, 31.05.2024: bangkokpost.com/…/2802954 ↩
  5. Firmenprüfung auf Phuket, Behördenangaben vom 20.06.2026, Bangkok Biz News und The Nation: bangkokbiznews.com/news/1239374 und nationthailand.com/news/general/40067671 ↩
  6. Razzia vom 20.06.2026 in Phuket, Phang-nga und Krabi, Bangkok Post: bangkokpost.com/…/3273814 ↩
  7. Polizeibilanz für vier Provinzen, 22.06.2026, Thai PBS und Thansettakij: thaipbs.or.th/news/content/507362 und thansettakij.com/politics/662030 ↩
  8. Festnahmen und Gesellschafter auf Phuket, Juli und August 2026, Rawai.com: rawai.com ↩
  9. Marktumfrage zu Phuket 2026, Thansettakij und The Nation, 12.09.2026: thansettakij.com/real-estate/668766 und nationthailand.com/business/property/40070944 ↩
  10. Razzia in Bangkok am 10.10.2026, Khaosod English: khaosodenglish.com ↩

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