Wie russische Gäste Phuket erobern

Sie sind die größte Gästegruppe, kaufen Condos und fliegen direkt ein. Doch der Staat räumt bei Firmen und Arbeit auf, Schwarz-Guides werden festgenommen, und die Visaregeln wurden neu geschrieben.

Wie russische Gäste Phuket erobern
KI generiertes Symbolbild

Wer in diesen Oktobertagen in Phuket landet, steht am Gepäckband oft neben russischen Gästen. Sie stellen die größte Gästegruppe der Insel, und die Hochsaison hat gerade erst begonnen. Dazu kommen Direktflüge aus Moskau und ein Immobilienmarkt, auf dem russisches Geld wächst. Die Thai-Behörden haben das bemerkt, und sie räumen auf: Firmen werden durchsucht, Reiseleiter verhaftet, Visaregeln neu geschrieben.

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Russische Touristen auf Phuket: Mehr als China und Indien zusammen

Im ersten Quartal 2026 kamen laut Tourismusbehörde 416.716 russische Gäste nach Phuket. China folgt mit 209.805, Indien mit 154.960 Gästen. Zusammen sind das 364.765, und die russischen Gäste liegen trotzdem vorn. Dahinter reisen Briten (82.984) und Deutsche (75.684).[1]

Landesweit sieht das Bild bescheidener aus. Das Tourismusministerium zählte 2025 in ganz Thailand 1.898.837 russische Gäste, das ist Platz vier der Herkunftsländer.[2] Auf der Insel steht Russland im Winterquartal auf Platz eins. Wer von Millionen spricht, meint also das ganze Land, nicht Phuket allein.

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Direktflug Moskau Phuket: Aeroflot und das Zwei-Millionen-Ziel

Die russische Fluglinie Aeroflot meldet für 2025 einen Rekord: über 885.000 Passagiere zwischen russischen Städten und Phuket. Seit dem Start der Verbindung 2010 seien es mehr als 3,6 Millionen gewesen.[3] Das sind Firmenzahlen, aber sie passen zum Gedränge an den Ankunftsschaltern.

Am 7. August empfing Tourismusminister Surasak den russischen Botschafter. Thailand will bis zum Jahresende die Marke von 2 Millionen russischen Gästen erreichen, dafür sollen mehr Flüge beide Länder verbinden.[4] Nach dem Ergebnis von 2025 fehlen dafür gut 100.000 Gäste. Das Ziel ist kein Wagnis, sondern Routine.

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Immobilien auf Phuket: Russen kaufen, Chinesen zögern

Ausländer ließen im ersten Halbjahr 2026 in Thailand 6.533 Eigentumswohnungen auf sich übertragen, 8,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Chinesische Käufer gaben laut dem Immobilieninformationszentrum REIC 6,874 Milliarden Baht aus, 27,7 Prozent weniger. Der Markt schwächelt, aber nicht überall.[5]

Käufer aus Russland steckten 3,603 Milliarden Baht in Condos, 75,9 Prozent mehr als zuvor, vor allem in Phuket und Chonburi. Wo andere zögern, kaufen sie. Über Preise sagt die Statistik nichts, sie zählt Übertragungen und keine Absichten.

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Firmengründung mit Strohleuten: Razzien in Phuket, Krabi und Phang Nga

Wer auf Phuket eine Firma gründet, muss damit rechnen, dass jemand nachfragt, wem sie wirklich gehört. Am 11. Juli meldete das Innenministerium über 361 Firmen mit Nominee-Verdacht, also Unternehmen, in denen Thais Anteile stellvertretend für Ausländer halten. Zwei kontrollierte Hotels hatten weder Hotellizenz noch Baugenehmigung.[6]

Mitte Juni meldete die Regierung außerdem, in Phuket, Krabi und Phang Nga Land im Wert von über einer Milliarde Baht zurückgeholt zu haben. Schon 2024 nahm die Zentrale Ermittlungsbehörde auf Phuket 231 Verdächtige fest, darunter 98 Ausländer, überwiegend russische Staatsangehörige.[7] Zu den 361 Firmen von 2026 nennen die Behörden keine Nationalitäten.

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Ohne Arbeitserlaubnis: Schwarz-Guides im Visier der Polizei

Am 6. Mai nahm die Touristenpolizei vor der Bucht von Chalong einen russischen Staatsbürger fest, der Gäste ohne Genehmigung zum Angeln hinausfuhr. Ein Lockvogel hatte die Tour für 3.000 Baht pro Person gebucht, an Bord waren sechs ausländische Touristen. Der Hinweis war über die Hotline 1155 gekommen.[8]

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Weitere Fälle folgten: Am 21. Mai traf es einen russischen Staatsbürger in Phang Nga, am 4. Oktober nahm die Marinepolizei auf Phuket einen Mann fest, dem Arbeit ohne Arbeitserlaubnis und Guide-Tätigkeit ohne Lizenz vorgeworfen wird. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Das Gesetz kennt keinen Rabatt für Urlauber, die nebenbei Gäste herumfahren.

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Visum 30 Tage: Für russische Gäste bleibt alles beim Alten

Für russische Gäste ändert sich nichts: Sie dürfen weiter 30 Tage ohne Visum bleiben, das regelt ein bilaterales Abkommen. Die Neuregelung, die seit dem 15. September 2026 gilt, lässt diese Vereinbarung unberührt. Die Royal Gazette hatte die neue Liste am 31. August veröffentlicht.[9]

Neu ist eine Liste mit 60 Ländern, für die jetzt 30 Tage visumfrei gelten, und zwar nur noch für den Tourismus. Wer länger bleiben will, braucht ein passendes Visum. Für den Markt heißt das: Russische Gäste behalten ihre gewohnte Aufenthaltsdauer, bei vielen anderen Herkunftsländern wurde sie gekürzt.

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Deutsche auf Platz fünf: Kein Taktgeber auf der Insel

Im ersten Quartal 2026 kamen 75.684 Deutsche nach Phuket, das ist Rang fünf hinter Russland, China, Indien und Großbritannien. Der Abstand zu den russischen Gästen ist groß: Auf einen deutschen Gast kommen mehr als fünf russische. Deutsche Urlauber gehören damit nicht zu den Taktgebern der Insel.

Im Alltag ändert das wenig, im Kleingedruckten einiges. Die Behörden betonen, dass jeder, der in Thailand Geschäfte macht oder sich aufhält, die Gesetze befolgen muss. Als Empfehlung: Touren, Mietfahrzeuge und Unterkünfte nur bei Anbietern buchen, die eine Lizenz vorzeigen können.

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Eine Insel, ein Markt: Phuket wettet auf Russland

Die Zahlen aus dem Winterquartal zeigen, wie einseitig die Insel aufgestellt ist: fast doppelt so viele russische wie chinesische Gäste, und die beiden nächsten Märkte zusammen kleiner als der erste. Die Regierung will noch mehr russische Gäste und zieht gleichzeitig die Zügel bei Firmen, Arbeit und Visa an.

Das ist kein Widerspruch, aber ein Balanceakt. Die Gäste sind willkommen, die Schlupflöcher nicht. Phuket kassiert den Urlaub und räumt hinterher das Kleingewerbe auf. Wer glaubt, das gehe ohne Reibung, hat noch nie vor einem Immigrationsschalter gestanden.

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Anmerkungen der Redaktion

Lesen Sie auch: Massentourismus auf den Inseln – Thailands Meere in der Krise

Alle Zahlen beruhen auf thailändischen Behördenangaben und Medienberichten, Stand 13. Oktober 2026. Die Werte zu Phuket gelten für das erste Quartal 2026, nicht für das Gesamtjahr. Bei Festnahmen und Nominee-Verfahren handelt es sich um Ermittlungsstände, für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

  1. Phuket Q1 2026 nach Herkunftsland (Russland 416.716, China 209.805, Indien 154.960, Großbritannien 82.984, Deutschland 75.684), Angabe der Tourismusbehörde TAT laut Khao Phuket vom 15.05.2026: khaophuket.com ↩
  2. Landesweit 2025: 1.898.837 russische Gäste, Rang vier. Tourismusministerium, wiedergegeben von Bangkok Biz News und MGR: bangkokbiznews.com, mgronline.com ↩
  3. Aeroflot-Angaben zu 2025 (über 885.000 Passagiere, über 3,6 Millionen seit 2010), Firmenmitteilung laut TASS vom 29.12.2025: tass.com ↩
  4. Treffen von Tourismusminister Surasak mit dem russischen Botschafter am 07.08.2026, Ziel 2 Millionen russische Gäste: bangkokbiznews.com ↩
  5. Condo-Übertragungen an Ausländer im ersten Halbjahr 2026 (REIC-Daten, 6.533 Einheiten, 28,267 Milliarden Baht, davon russische Käufer mit 3,603 Milliarden Baht, chinesische Käufer 6,874 Milliarden Baht), The Nation vom 29.08.2026: nationthailand.com ↩
  6. Kontrolle auf Phuket am 11.07.2026 (361 Firmen mit Nominee-Verdacht, zwei Hotels ohne Lizenz und Baugenehmigung), Pressedienst der Regierung (PRD): prd.go.th. Die Seite war beim Abruf nicht erreichbar, der Inhalt stützt sich auf den Suchauszug. ↩
  7. Rückholung von Land über eine Milliarde Baht in Phuket, Krabi und Phang Nga, Mitte Juni 2026 (Regierungssprecherin, Thai Post): thaipost.net. Aktion von 2024 (231 Verdächtige, 98 Ausländer, überwiegend russische Staatsangehörige), Bangkok Post: bangkokpost.com ↩
  8. Angeltour in der Chalong-Bucht am 06.05.2026, Siamrath: siamrath.co.th. Fall in Phang Nga am 21.05.2026: khaophuket.com. Festnahme am 04.10.2026 (§ 8 Alien Working Act), Thai Post: thaipost.net ↩
  9. Neue Visaregeln ab 15.09.2026 (30 Tage visumfrei für 60 Länder, nur Tourismus, Russland bleibt bei bilateralen 30 Tagen): Royal Gazette vom 31.08.2026 laut Thai Post, TAT und TTG Asia ↩

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