Klingbeil in Bangkok: Kommt der große Thailand-Deal?

Hightech, Fachkräfte und OECD-Beitritt standen auf dem Tisch. Einen Zeitplan fürs EU-Freihandelsabkommen nannte niemand. Welche Rolle sieht Berlin für das Land in der ASEAN?

Klingbeil in Bangkok: Kommt der große Thailand-Deal?
Thai Government

BANGKOK, THAILAND – Thailand und Deutschland wollen Handel, Investitionen und Finanzbeziehungen enger verknüpfen. Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul traf am Freitag in Bangkok Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil. Im Mittelpunkt stehen Hightech-Branchen, die Ausbildung von Fachkräften und Thailands Bewerbung um die Mitgliedschaft in der OECD.

Anutin und Klingbeil wollen Handel und Investitionen ausbauen

Das Treffen fand am Freitag, 16. Oktober 2026, um 11.15 Uhr im VIP-Raum 1B im ersten Stock des Queen Sirikit National Convention Centre in Bangkok statt. Beide Seiten bekräftigten laut Regierungssprecher Ekkaphon Pearnpary die starke Beziehung zwischen den Ländern, die auf wirtschaftlicher Zusammenarbeit, gegenseitigem Vertrauen von Unternehmen und persönlichen Kontakten beruht.

Beide Seiten verpflichteten sich, den bilateralen Handel, die Investitionen und die Finanztransaktionen zu steigern. Ziel sind gemeinsame wirtschaftliche Chancen und Vorteile für beide Länder.

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Hightech und Fachkräfte stehen im Fokus

Bei den Gesprächen ging es darum, Investitionen in moderne Technologien und Zukunftsbranchen anzuregen. Parallel soll die Ausbildung thailändischer Arbeitskräfte verbessert werden, damit sie den Anforderungen des Arbeitsmarkts und dem technologischen Wandel gewachsen sind.

Pearnpary sagte, Deutschlands Stärken in Technologie, Industrie und beruflicher Bildung könnten die Zusammenarbeit mit Thailand erweitern. Ziel sei es, die Fähigkeiten der thailändischen Belegschaft zu stärken, bessere Jobs zu schaffen und den Umstieg auf höherwertige Branchen zu unterstützen.

Freihandelsabkommen mit der EU und OECD-Beitritt

Beide Regierungen wollen bei den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Union vorankommen. Nach Angaben der thailändischen Regierung würde ein solches Abkommen thailändischen Firmen besseren Zugang zu europäischen Märkten verschaffen, die Exporte steigern und ausländische Investitionen anziehen. Für europäische Unternehmen in Thailand sind die Gespräche wichtig für künftige Handelsbedingungen, doch einen Zeitplan oder endgültige Konditionen nannte niemand.

Auch der laufende Beitrittsprozess zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stand auf der Tagesordnung. Thailand erhofft sich davon höhere Standards, mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Vertrauen ausländischer Investoren.

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Thailand als Tor zur ASEAN

Deutschland hob Thailands Stellung als regionales Drehkreuz und Tor zur Staatengemeinschaft ASEAN hervor. Anutin erklärte, Thailand sei bereit, die Zusammenarbeit zwischen ASEAN und Deutschland zu fördern. Das Land bereitet sich zudem darauf vor, in zwei Jahren den ASEAN-Vorsitz zu übernehmen.

Der Premierminister bekräftigte das Prinzip der ASEAN, Entscheidungen durch Konsultation und gemeinsame Beschlüsse der Mitgliedstaaten zu treffen. Er beschrieb den Staatenbund als Raum für Frieden, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit, in dem Länder handeln, investieren und sich mit den globalen Märkten verbinden können. Deutschland unterstützt laut Pearnpary Thailands Rolle bei diesem Vorhaben.

Mehr Besuche und private Investitionen geplant

Beide Seiten erwarten mehr Besuche im Austausch sowie größere Investitionen und Kooperationen privater Unternehmen. Davon sollen die Beziehungen zwischen Thailand und Deutschland profitieren, ebenso langfristige wirtschaftliche Chancen und die Entwicklung der Fachkräfte.

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Quelle: AseanNow

2 Kommentare zu „Klingbeil in Bangkok: Kommt der große Thailand-Deal?“

  1. Da ist Thailand in den besten Händen. Seit 2015 werden verstärkt Fachkräfte aus dem Nahen Osten und Afrika in Deutschland ausgebildet. Es gibt sogar einige die bereits arbeiten.

    1. Antwort auf: Bruno

      Kann man schon verstehen. Wer seit Jahrzehnten hier lebt, kriegt vielleicht nur irgendwelche dümmliche Propaganda aus seinem Herkunftsland mit. Da fehlt dann beispielsweise, dass z.B. 76 Prozent der geflüchteten Männer aus dem Jahr 2015 arbeiten (was über dem Schnitt der männlichen Gesamtbevölkerung von 72 % liegt). Davon gehen rund 90 Prozent einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Der Rest davon sind Selbständige und andere schlagen sich mit Mini-Jobs durch. Der nicht erwerbstätige Anteil an allen aufgenommenen Geflüchteten liegt bei 36 Prozent die sich entweder in Ausbildung, Erziehungspause, arbeitssuchend oder dauerhaft nicht erwerbsfähig sind.
      Die Quote der Personen, die aufgrund von schweren chronischen Krankheiten, körperlichen Behinderungen oder Kriegstraumatisierungen (z. B. PTBS) dauerhaft gar nicht am Arbeitsleben teilnehmen können, liegt schätzungsweise bei circa 4 bis 6 Prozent. In der deutschen Vergleichsbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (18 bis 64 Jahre) liegt der Anteil der Bezieher von Erwerbsminderungsrenten oder dauerhafter Sozialhilfe (Grundsicherung bei Erwerbsminderung) bei rund 2 bis 3 Prozent. Hintergrund: Geflüchtete weisen durch Fluchterfahrungen und mangelnde medizinische Versorgung in den Heimatländern ein deutlich höheres Risiko für langfristige gesundheitliche Einschränkungen auf.

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