Dichter Rauch erstickt Kuala Lumpur: Südthailand folgt bald

Das ASEAN-Wetterzentrum ruft die höchste Warnstufe aus. Singapur schickt sieben Firmen in Indonesien Warnschreiben, meist Holzhändler. Welche Provinzen betroffen sind, ist bisher unklar.

Aerial view of Kuala Lumpur skyline featuring the iconic Petronas Towers at sunset.
Photo by Lloyd Alozie on Pexels

KUALA LUMPUR, MALAYSIA – Dichter Rauch aus Waldbränden in Indonesien hat die malaysische Hauptstadt eingehüllt. Die Sicht ist stark eingeschränkt, die Petronas-Türme sind im Dunst kaum zu sehen. Kuala Lumpur und Singapur gehören derzeit zu den drei Städten mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Der Rauch zieht weiter und erreicht bald auch Südthailand.

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Höchste Warnstufe für den Süden

Das ASEAN-Wetterzentrum in Singapur hat für den südlichen Teil der Region die Warnstufe 3 ausgerufen. Das ist die höchste von vier Stufen. Sie gilt, wenn mittlerer bis dichter Rauch mindestens zwei Tage in Folge großflächig auftritt.

Das ASEAN-Sekretariat hält für die ganze Region schon seit dem 26. August die höchste Alarmstufe aufrecht. Seitdem müssen alle Mitgliedstaaten täglich Lageberichte und Rauch-Prognosekarten einreichen, wie Indonesiens Außenministerium Anfang September erklärte.

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Schwerste Brände seit elf Jahren

Die Feuer wüten vor allem auf Sumatra und Borneo. Nach Medienberichten sind es die heftigsten Waldbrände in Indonesien seit elf Jahren. Das Forstministerium in Jakarta zählte von Januar bis Juli rund 200.000 Hektar verbrannte Fläche.

Die unabhängige Organisation Pantau Gambut registrierte allein in Torfgebieten seit Januar 23.546 Brandherde. Im August waren knapp 50.000 Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer mit Dutzenden Hubschraubern im Einsatz.

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El Niño und Brandrodung

Auslöser ist das Wetterphänomen El Niño. Es sorgt in Indonesien für ungewöhnlich trockene Monate, in denen sich Wald und Boden leicht entzünden. Die Wetterbehörde BMKG hatte schon im Frühjahr vor einer besonders langen Trockenzeit gewarnt.

Doch die Trockenheit allein erklärt die Lage nicht. Forstminister Raja Juli Antoni sagte, die Verwüstung sei größtenteils von Menschen gemacht. Die Feuer seien überwiegend absichtlich gelegt worden, von Einzelpersonen oder Firmen. Auf Sumatra und Kalimantan werden Flächen seit Jahren mit Feuer gerodet, um Platz für Plantagen und Felder zu schaffen.

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Torfbrände lassen sich kaum löschen

Besonders hartnäckig sind Torfbrände. Das Feuer frisst sich in den Boden und schwelt unter der Oberfläche weiter, auch wenn oben kaum noch Flammen zu sehen sind. Deshalb reißt der Rauch wochenlang nicht ab.

Malaysias Außenminister Mohamad Hasan nannte nach Gesprächen mit seinem indonesischen Kollegen schlechte Sicht, schwer zugängliches Gelände und fehlende Bedingungen für künstlichen Regen als Hindernisse beim Löschen.

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Firmen unter Druck

Die Behörden in Singapur gaben am Freitag (16. Oktober) bekannt, Warnschreiben an sieben Unternehmen in Indonesien zu schicken. Die Firmen tragen laut den Behörden Mitverantwortung für Brände und Rauch. Die meisten sind Händler von Schnittholz auf Sumatra.

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ZUM ANGEBOT

In Indonesien setzte das zuständige Ministerium nach Medienberichten die Geschäftsgenehmigungen von 20 Personen und Firmen aus, die im Verdacht stehen, Feuer gelegt zu haben. Anfang September protestierten Aktivisten von Greenpeace Malaysia vor der indonesischen Botschaft in Kuala Lumpur.

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Schulen zu, Flüge gestrichen

Malaysia schloss zuletzt Schulen in mehreren Bundesstaaten, weil die Luftverschmutzung ungesunde Werte erreichte. Die Billigfluggesellschaft Firefly strich Flüge zwischen Kuala Lumpur und Singapur und nannte das eine vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme.

In Indonesien blieben im September rund 12.800 Schulen auf Sumatra und Borneo geschlossen, etwa 1,4 Millionen Kinder lernten zu Hause. In Westkalimantan meldeten Messstellen zeitweise Luftwerte über 1.000, die indonesische Skala stuft schon Werte ab 300 als gefährlich ein. Die Zahl der Atemwegserkrankungen steigt weiter.

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Rauch zieht nach Südthailand

Der Rauch aus Indonesien erreicht in Kürze auch Südthailand. Für Expats und Urlauber im Süden bedeutet das, dass sich die Luftqualität in den kommenden Tagen verschlechtern dürfte.

Welche Provinzen betroffen sind und wann genau der Rauch eintrifft, ist bislang nicht bekannt. Die Warnstufe 3 des ASEAN-Wetterzentrums gilt für den südlichen Teil der Region.

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ASEAN sucht Antworten

Ein Sprecher des philippinischen Außenministeriums für ASEAN-Angelegenheiten sagte, das Rauchproblem komme bei einem Treffen zur Sprache. Es findet vor dem ASEAN-Gipfel in Manila im November statt.

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Malaysias Außenminister wies darauf hin, dass Rauch bislang nicht zu den Katastrophen zählt, für die ASEAN feste Hilfsmechanismen hat, anders als Überschwemmungen oder Vulkanausbrüche. Malaysia hat Indonesien Hilfe beim Löschen angeboten.

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Quelle: ThaiPBS News

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