Krankenversicherung abgelehnt – Welche Alternativen bleiben?

Zu alt, zu krank oder ein Fehler im Antrag: Thailands Versicherer sagen schnell Nein. Eine Absage ist nicht das Ende, aber wer hier den ersten Fehler macht, zahlt später selbst.

Krankenversicherung abgelehnt - Welche Alternativen bleiben?
KI generiertes Symbolbild

Krankenversicherung in Thailand abgelehnt: Das trifft nicht jeden Expat, aber oft die, die eine Police am dringendsten brauchen. Wer älter ist oder Vorerkrankungen hat, wird abgelehnt oder bekommt eine Police mit Lücken. Die Rechnung im Krankenhaus kommt trotzdem, und sie fragt nicht nach der Absage. Eine Absage ist aber nicht das Ende. Es gibt Auswege, und einige davon sind einfacher, als viele denken.

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Krankenversicherung abgelehnt: Die drei Gründe

Versicherer in Thailand lehnen aus drei Gründen ab: wegen des Alters, wegen Vorerkrankungen und wegen Angaben im Antrag, die nicht stimmen oder nicht vollständig sind. Oft kommen mehrere Gründe zusammen. Wer über 60 ist und schon Bluthochdruck oder Diabetes hat, steht schlecht da. Mit jedem Jahr steigt das Risiko einer Absage.

Zuerst zählt, welcher Grund in der Absage steht. Nur dann ist klar, was als Nächstes hilft. Beim Alter hilft ein Anbieter mit höherer Grenze. Bei Vorerkrankungen hilft oft ein Angebot mit Ausschluss oder Zuschlag. Bei falschen Angaben wird es schwierig. Der Grund sollte deshalb immer schriftlich erfragt werden.

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Altersgrenzen bei der Krankenversicherung

Lokale Thai-Anbieter nehmen neue Kunden meist nur bis 60 oder 65 Jahre an. Wer älter ist, bekommt dort keinen Vertrag. Einige Anbieter mit Schwerpunkt auf Ausländer gehen bis etwa 75 oder darüber, internationale Anbieter haben teils keine feste Grenze. Ab 75 wird der Markt sehr dünn.[1]

Wer schon versichert ist, sollte ins Kleingedruckte sehen. Viele Policen haben ein Höchstalter für die Verlängerung, oft zwischen 75 und 80. Die Beiträge steigen mit dem Alter stark, bei vergleichbaren Policen zwischen 65 und 75 laut Berichten auf etwa das Doppelte.[2] Das steht im Vertrag, meist beim Punkt Verlängerung. Wer es nicht liest, erfährt es bei der Kündigung.

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Vorerkrankungen: Ausschluss oder Zuschlag

Bei Vorerkrankungen gibt es drei mögliche Antworten. Der Versicherer schließt die Krankheit aus, er deckt sie erst nach einer Wartezeit, oder er verlangt einen Risikozuschlag auf den Beitrag.[3] Nicht jeder Anbieter bietet alle drei. Die Wartezeit legt der Anbieter fest, sie steht im Angebot.

Als Vorerkrankung zählt mehr, als viele denken. Schon ein verheilter Knochenbruch oder ein früherer Arztbesuch wegen Beschwerden kann dazugehören. Es spielt keine Rolle, ob die Krankheit chronisch ist. Es kommt darauf an, ob sie vor Vertragsbeginn bestand oder bekannt war. Im Zweifel gehört sie in den Antrag.

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Falsche Angaben: Police rückwirkend gekündigt

Thailändische Versicherer prüfen die Krankengeschichte oft erst, wenn eine größere Rechnung kommt. Finden sie dann etwas, das im Antrag fehlt, lehnen sie die Leistung ab. Im schlimmsten Fall heben sie den ganzen Vertrag rückwirkend auf.[4] Dann ist die Rechnung offen und der Schutz weg.

Es zählt nur, was schriftlich im Antrag steht. Eine Krankheit dem Makler am Telefon zu nennen, reicht nicht. Rät ein Makler, eine Kleinigkeit wegzulassen, sollte man sich den Rat schriftlich geben lassen oder ihn ignorieren. Der Versicherer hält sich am Ende an den Antrag, nicht an das Gespräch.

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Wenn der Versicherer nur einen Teil annimmt

Oft kommt keine Absage, sondern ein Angebot mit Einschränkungen. Eine Krankheit ist ausgeschlossen, der Beitrag liegt höher oder die Deckung ist kleiner. Das ist keine Gnade, das ist Kalkül. Ein solches Angebot ist trotzdem oft besser als gar kein Schutz, wenn man genau weiß, was fehlt.

Vor der Unterschrift hilft eine einfache Frage: Was genau ist ausgeschlossen, und gilt das auch für Folgeerkrankungen? Der Ausschluss sollte im Angebot ausdrücklich benannt sein. Unklare Formulierungen führen später zum Streit. Das Angebot gehört deshalb Wort für Wort geprüft, am besten mit einem Makler.

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Internationale Krankenversicherung als Ausweg

Bei einer Absage lohnt der Blick auf internationale Policen. Sie haben oft keine feste Altersgrenze und lassen sich meist ein Leben lang verlängern. Dafür kosten sie mehr, und die Gesundheitsfragen sind streng. Wer ehrlich antwortet, kann ein Angebot bekommen, wenn auch mit Ausschluss oder Zuschlag.

Ein Makler kann mehrere Anbieter gleichzeitig anfragen. Das spart Zeit, denn jeder Anbieter bewertet dieselbe Krankengeschichte anders. Drei Fragen helfen: Wie entwickeln sich die Beiträge im Alter, wie hoch ist die Grenze pro Jahr, und rechnet das private Krankenhaus direkt mit dem Versicherer ab? Sonst zahlt man zuerst selbst und wartet auf das Geld.

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Reiseversicherung ersetzt keine Police

Manche weichen auf eine Reiseversicherung aus, weil sie leichter zu bekommen ist. Das ist ein Fehler. Sie gilt meist nur wenige Wochen am Stück und setzt oft einen Wohnsitz in der Heimat voraus.[5] Wer dauerhaft in Thailand lebt, fällt dadurch häufig aus dem Schutz.

Auch die gesetzliche Krankenversicherung aus der Heimat hilft in Thailand meist nicht. Sie zahlt dort in der Regel nichts. Eine befristete Auslandspolice schließt außerdem häufig Vorerkrankungen aus. Für den Alltag als Expat reicht beides nicht. Die Reiseversicherung bleibt ein Notbehelf für Besuche.

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Staatliches Krankenhaus statt Privatklinik

Staatliche Krankenhäuser sind oft deutlich billiger als private. Ein Expat berichtet von einer Operation mit vier Tagen Aufenthalt für 85.000 Baht, das private Krankenhaus wollte mehr als das Dreifache.[6] Große staatliche Häuser behandeln medizinisch gut. Dafür sind die Wartezeiten lang und die Flure voll.

Ausländer zahlen im staatlichen Krankenhaus selbst. Die staatliche Krankenversicherung steht nur Thais offen, Expats brauchen eine private Police oder zahlen aus eigener Tasche. Ein privates Krankenhaus gibt Patienten außerdem meist erst nach Bezahlung der Rechnung frei. Für planbare Eingriffe ist das staatliche Krankenhaus deshalb ein ernst zu nehmender Weg.

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Notfallfonds: So viel Geld zurücklegen

Wer keine Police bekommt, braucht Geld, das sofort verfügbar ist. Private Krankenhäuser verlangen von nicht versicherten Patienten oft einen Nachweis über die Mittel und lassen sie erst nach Zahlung gehen.[7] Ohne Rücklage verzögert sich im Ernstfall schon die Behandlung. Das Geld gehört auf ein Konto, an das man schnell herankommt.

Zur Orientierung: Ein künstliches Kniegelenk kostet im privaten Krankenhaus 300.000 bis 450.000 Baht, ein Herzbypass 680.000 Baht bis rund zwei Millionen. Ein Einzelzimmer kostet pro Nacht mit Essen und Service in staatlichen Krankenhäusern auf Phuket 1.600 bis 3.500 Baht, im staatlichen Songklanagarind Hospital in Songkhla 2.150 bis 5.300 Baht, im privaten Pattaya Memorial Hospital 5.800 Baht und im privaten Bangkok Hospital 11.300 bis 22.500 Baht. Die Kosten steigen zuletzt um rund 14 Prozent im Jahr, die Rücklage sollte mitwachsen.

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Widerspruch bei der OIC

Eine abgelehnte Leistung ist nicht endgültig. Zuerst wird beim Versicherer schriftlich die Vertragsklausel erfragt, auf die sich die Ablehnung stützt. Dann folgt ein schriftlicher Widerspruch mit Frist, üblich sind 15 Werktage. Jeder Versicherer betreibt dafür ein eigenes Beschwerdeverfahren, und das muss zuerst durchlaufen werden.

Hilft das nicht, geht die Beschwerde an die Versicherungsaufsicht OIC. Die Hotline ist 1186, dazu gibt es ein Online-Portal.[8] Die OIC kann den Versicherer zu einer Stellungnahme verpflichten und auf einen Vergleich hinwirken. Eine Zahlung ordnet sie selbst nicht an. Alle Unterlagen und jede E-Mail aufbewahren. Wer schweigt, zahlt.

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Anmerkungen der Redaktion

Lesen Sie auch: Das Märchen vom Pflicht-Hausbuch für Expats

Altersgrenzen, Beiträge und Kosten sind Richtwerte nach dem Stand Oktober und unterscheiden sich je nach Anbieter und Krankenhaus. Die Kostenangaben stammen von privaten Krankenhäusern in Bangkok und Pattaya. Die Redaktion empfiehlt keinen einzelnen Anbieter und keinen Tarif.

  1. Lokale Anbieter nehmen Neukunden meist bis 60 oder 65 an, auf Ausländer spezialisierte Anbieter bis etwa 75, internationale Policen teils ohne Altersgrenze. Quelle: Pattaya Mail, Beitrag zu Krankenversicherung und Behandlungskosten. ↩
  2. Höchstalter für die Verlängerung oft 75 bis 80, Beiträge zwischen 65 und 75 etwa doppelt so hoch. Quelle: AseanNow, Beitrag zu Altersgrenzen von Policen, Sekundärquelle ohne unabhängige Bestätigung. ↩
  3. Ausschluss, Wartezeit oder Zuschlag bei Vorerkrankungen sowie die weite Definition des Begriffs. Quellen: Pacific Prime, Ratgeber zu Vorerkrankungen und Thailand Starter Kit, Ratgeber zu Vorerkrankungen. ↩
  4. Prüfung der Krankengeschichte erst bei größeren Leistungen, rückwirkende Aufhebung bei fehlenden Angaben, schriftliche Angabe im Antrag. Quelle: Thailand Starter Kit, Ratgeber zu abgelehnten Leistungen, zitiert einen Versicherungsmakler. ↩
  5. Reiseversicherung meist nur wenige Wochen am Stück, Wohnsitz in der Heimat oft Voraussetzung, gesetzliche Kasse zahlt in Thailand nichts. Quellen: Deutsche im Ausland, Wohnsitz Ausland und Faszination Südostasien. ↩
  6. Operation mit vier Tagen Aufenthalt für 85.000 Baht im staatlichen Krankenhaus, privat mehr als das Dreifache. Das ist ein Einzelfall und kein Durchschnitt. Staatliche Krankenversicherung nur für Thais. Quellen: Thailand Starter Kit, Erfahrungsbericht und Thailand Starter Kit, Gesundheitssystem. ↩
  7. Zimmerpreise: Songklanagarind Hospital, Bangkok Hospital, Pattaya Memorial Hospital und Easy Living Insurance. Kosten für Knie und Bypass sowie die Kostensteigerung von rund 14 Prozent: Pattaya Mail. Nachweis der Mittel bei nicht versicherten Patienten: Allianz Care. Zahlung vor Verlassen des Krankenhauses: Pacific Prime. ↩
  8. Hotline 1186 laut Mitteilung der OIC, OIC, Pressemitteilung (Thai). Ablauf von Widerspruch, Portal und Frist von 15 Werktagen als Praxisempfehlung: Thailand Starter Kit. ↩

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