BANGKOK – Thailand plant, Solaranlagen für eine Million Haushalte mit 50 Milliarden Baht zu fördern. Der Prüfausschuss für kreditfinanzierte Staatsausgaben hat den Vorschlag des Innenministeriums am 20. Oktober freigegeben. Bevor das Programm startet, muss das Kabinett zustimmen, und dort steht die Beratung am Montag, dem 26. Oktober 2026, an.
50.000 Baht pro Haushalt
Der Vorschlag des Innenministeriums sieht vor, dass jeder der eine Million Haushalte 50.000 Baht für die Kosten der Solaranlage erhält. Insgesamt geht es also um 50 Milliarden Baht. Gefördert werden Anlagen auf dem Dach und auf dem Boden.
Den Prüfausschuss leitet Lavaron Sangsnit, der ständige Sekretär im Finanzministerium. Das Innenministerium hatte zuvor 1,5 Millionen Haushalte und 75 Milliarden Baht ins Spiel gebracht. Gebilligt hat der Ausschuss nun die kleinere Variante, doch ohne Zustimmung des Kabinetts ist das Vorhaben noch nicht beschlossen.
Geld aus dem Notstandsdekret
Die Zuschüsse sollen aus dem zweiten Teil des Notstandsdekrets kommen, nämlich dem Bereich Energiewende. Das Dekret erlaubt dem Finanzministerium, 400 Milliarden Baht zu leihen. Die Hälfte davon, also 200 Milliarden Baht, ist für die Energiewende vorgesehen. Lavaron nannte diese Finanzierung als Quelle für das Programm.
Das Kabinett hatte das Dekret am 5. Mai 2026 beschlossen, als die Energiepreise wegen des Konflikts im Nahen Osten stiegen. Die Opposition griff es an. Am 9. Juli erklärte das Verfassungsgericht das Dekret für verfassungsgemäß.
Kabinett entscheidet am Montag
Als Nächstes berät das Kabinett über das Vorhaben, und zwar am Montag, dem 26. Oktober. Die Sitzung wird dafür um einen Tag vorgezogen.
Der Grund: Am 27. Oktober beginnt im Parlament die Misstrauensdebatte der Opposition, sie ist bis zum 30. Oktober angesetzt. Erst nach einer Zustimmung des Kabinetts wird aus dem Vorschlag ein Förderprogramm.
Anmeldung ab Mitte November
Die Anmeldung für das Programm ist noch nicht geöffnet. Erwartet wird, dass sich Haushalte ab Mitte November registrieren können. Ursprünglich hatte die Regierung den Start für Mitte Oktober angekündigt.
Stimmt das Kabinett zu, legt das Innenministerium die Anmeldung und die endgültigen Bedingungen fest. Bis dahin können keine Anträge gestellt werden.
Ein Anspruch pro Haushalt
Jeder Haushalt bekommt nur einen Anspruch. Mitmachen darf, wer Inhaber des Stromzählers oder Stromkunde des Versorgers ist. Die Anlage kann auf das Dach oder auf den Boden.
Das Geld fließt nicht sofort. Die Zuschüsse werden erst ausgezahlt, wenn die Anlage ans Stromnetz angeschlossen ist. Damit will der Finanzminister Betrug verhindern.
Strom verkaufen, Kredit abzahlen
Die Haushalte nutzen den Solarstrom zuerst selbst und verkaufen den Überschuss ans Netz. Finanzminister Ekniti Nitithanprapas rechnet bei einer 5-Kilowatt-Anlage und geringem Verbrauch tagsüber mit rund 1.000 Baht im Monat. Das soll über 25 bis 30 Jahre laufen.
Wer den Rest der Kosten über einen Kredit finanziert, zahlt ihn mit den Einnahmen aus dem Stromverkauf ab. Vorgeschlagen sind Kredite staatlicher Banken mit 2,5 Prozent Zinsen über sieben Jahre, ohne Sicherheiten.
Weg vom Gas
Hinter dem Programm steht die Abhängigkeit von Energieimporten, die fast zehn Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen. Rund 60 Prozent des Stroms in Thailand kommen aus Erdgas. Die Regierung will sich gegen Preisschwankungen absichern, die Konflikte auf dem Weltmarkt auslösen.
Der Nationale Energiepolitikrat hat das Ziel für Solarstrom von Haushalten von 5.000 auf 10.000 Megawatt verdoppelt. Das entspricht etwa einer Million Haushalten.
Solarmodule aus China
Thailand importiert schon jetzt viele Module. In den ersten sieben Monaten 2026 stiegen die Einfuhren um 88,7 Prozent auf 427 Millionen US-Dollar. Rund 99 Prozent davon kamen aus China.
Die Regierung will das ändern und plant niedrigere Einfuhrzölle auf Bauteile wie Solarzellen, die im Land nicht hergestellt werden. Thailand hat sieben bis acht Modulfabriken, die meisten liefern in die USA.
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