BANGKOK – Thailand will die Steuer auf komplett importierte Elektroautos von rund 10 auf mindestens 30 Prozent anheben. Betroffen sind nur E-Autos, die ohne jedes Bauteil aus Thailand eingeführt werden. Ein Auto für eine Million Baht würde dadurch sofort mindestens 200.000 Baht mehr kosten. Die Regierung will so Hersteller schützen, die bereits Fabriken und Produktionsnetzwerke im Land haben.
Steuer auf importierte E-Autos soll auf 30 Prozent steigen
Thailands Finanzministerium will dem Kabinett eine höhere Verbrauchsteuer für Elektroautos vorschlagen. Betroffen sind nur E-Autos, die komplett importiert werden und keinerlei Teile aus Thailand enthalten. Bisher liegt der Satz bei rund 10 Prozent, künftig sollen es mindestens 30 Prozent sein.
Das Kabinett soll den Plan in etwa zwei Wochen prüfen. Die höhere Steuer soll voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027 gelten.
Beispiel: 200.000 Baht Aufschlag bei einem Auto für eine Million Baht
Ein Beispiel aus dem Bericht: Bei einem importierten E-Auto für eine Million Baht zahlt man heute etwa 100.000 Baht Steuer. Steigt der Satz auf über 30 Prozent, wird das Auto laut Bericht sofort mindestens 200.000 Baht teurer.
Wer noch zum alten Steuersatz kaufen will, muss laut Bericht bis Ende dieses Jahres zuschlagen. E-Autos aus thailändischer Produktion sollen dagegen weiter zum bisherigen Preis verkauft werden, weil sie von der Steueränderung nicht betroffen sind.
Acht Autokonzerne aus China wurden für Fabriken in Thailand gewonnen
Die Strategie für Elektroautos läuft laut Bericht seit etwa vier bis fünf Jahren. Ziel war, dass Thailand nicht den Anschluss verliert und seine Stellung als Autodrehscheibe der Region behält.
Mit den Förderprogrammen EV 3.0 und EV 3.5 gelang es, acht große Hersteller aus China ins Land zu holen. Ihre Werke sollen Autos für den heimischen Markt sowie für Exporte nach Malaysia, Japan und Australien bauen.
Neue Teileregel: Hightech-Bauteile sollen zählen
Die Regierung will außerdem die Regeln für den Anteil lokaler Bauteile ändern. Bisher zählen Gewinn, Löhne und Stromkosten bei der Berechnung. Künftig sollen vor allem Bauteile mit hoher Technologie zählen.
Künftig gibt es drei Steuerstufen. Die niedrigste gilt für Hersteller mit Fabrik und vollständig heimischen Teilen, die mittlere für Werke, die noch stark auf importierte Teile setzen. Die höchste trifft komplett importierte Autos ohne Fabrik im Land.
Steuersatz soll sich am CO2-Ausstoß orientieren
Künftig soll die Steuer nicht mehr nach Antriebsart festgelegt werden, sondern nach dem Kohlendioxid-Ausstoß. Autos mit wenig Emissionen erhalten einen niedrigeren Steuersatz, um saubere Fahrzeuge gezielt zu fördern.
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Die Regel gilt laut Bericht unabhängig davon, ob ein Auto als reines E-Auto (BEV), Reichweitenverlängerer (REEV) oder Hybrid fährt.
Bericht: keine Bevorzugung japanischer Hersteller
Kritiker sehen in der Steuer ein Entgegenkommen an japanische Autohersteller. Laut Bericht ist dies keine Bevorzugung einer Seite, sondern Teil eines von Anfang an festgelegten Fahrplans: erst Investitionen, dann Lieferketten, Teileregeln und zuletzt Schutzmaßnahmen. Bislang ist das Vorhaben nur ein Vorschlag des Finanzministeriums.
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