Alkohol am Steuer endet in Thailand nicht mit einem Strafzettel. Wer nach ein paar Bier noch kurz zum Hotel fährt, riskiert Haft, den Führerschein und Ärger mit der Immigration. Die Polizei kontrolliert strenger, die Gerichte urteilen härter. Viele Urlauber und Expats halten das für Panikmache. Das ist ein teurer Irrtum. Dabei steht es offen im Gesetz. Manche merken es erst am Kontrollpunkt, andere erst im Gerichtssaal.
Wer darf wie viel trinken?
Die normale Grenze liegt bei 50 Milligramm Alkohol pro 100 Milliliter Blut. Das sind 0,05 Prozent, in Europa sagt man 0,5 Promille. Sie gilt für Fahrer ab 20 Jahren mit normalem Führerschein. Alles darüber ist Trunkenheit am Steuer. Das erreicht man schneller, als man denkt.[1]
Für andere gilt nur 20 Milligramm, also 0,2 Promille. Das betrifft Fahrer unter 20 Jahren, Inhaber eines Probeführerscheins und Fahrer ohne gültigen oder mit gesperrtem Führerschein. Auch Expats können darunter fallen: Ein in Thailand neu ausgestellter oder umgeschriebener Führerschein gilt zuerst zwei Jahre als Probeführerschein.[1]
Das kostet der Erstverstoß
Für die erste Trunkenheitsfahrt gilt: bis zu ein Jahr Haft, eine Geldstrafe von 5.000 bis 20.000 Baht oder beides zusammen. Das entscheidet das Gericht. Ein Unfall ist dafür nicht nötig. Der Messwert reicht. Das gilt für Thailänder genauso wie für Touristen und Expats.[2]
Dazu kommt der Führerschein. Das Gericht sperrt ihn für mindestens sechs Monate oder zieht ihn ganz ein. Wer in Thailand auf ein Auto oder einen Roller angewiesen ist, steht dann ohne Fahrerlaubnis da. Die Geldstrafe tut weh. Der fehlende Führerschein tut oft mehr weh.
Wiederholung und Unfall
Wer innerhalb von zwei Jahren erneut erwischt wird, kommt nicht mehr mit einer Geldstrafe davon. Dann drohen bis zu zwei Jahre Haft und 50.000 bis 100.000 Baht. Haft und Geldstrafe werden zusammen verhängt. Der Führerschein ist mindestens ein Jahr weg oder wird entzogen.[2]
Bei einem Unfall steigen die Strafen stark. Verletzte: ein bis fünf Jahre Haft und 20.000 bis 100.000 Baht. Schwer Verletzte: zwei bis sechs Jahre und 40.000 bis 120.000 Baht. Tote: drei bis zehn Jahre und 60.000 bis 200.000 Baht. Der Führerschein ist auf jeden Fall gesperrt oder entzogen. Das ist kein Verkehrsdelikt mehr. Das ist Strafrecht.
Führerschein weg: Das Punktesystem
Jeder Inhaber eines thailändischen Führerscheins hat 12 Punkte. Alkohol am Steuer kostet vier Punkte auf einmal, also ein Drittel. Die Polizei erfasst das elektronisch. Nach einem Jahr kommen abgezogene Punkte automatisch zurück. Wer weniger als sechs Punkte hat, kann sie mit einem Kurs beim Department of Land Transport zurückholen.[3]
Bei null Punkten sperrt die Polizei den Führerschein für 90 Tage. Wer trotzdem fährt, riskiert bis zu drei Monate Haft oder 10.000 Baht Geldstrafe. Wird der Führerschein zum dritten Mal innerhalb von drei Jahren gesperrt, dauert die Sperre länger als 90 Tage. Bei der vierten Sperre kann der Führerschein ganz entzogen werden.
Punkte prüfen mit Khub Dee
Den Punktestand und offene Strafzettel prüft man in den Apps „Khub Dee“ und „Thang Rat“ oder auf der Website eTicket der Polizei. Bezahlen kann man Strafen auch über die App „Pao Tang“. Wer einen thailändischen Führerschein hat, sollte seinen Stand kennen.
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Vorsicht bei SMS. Betrüger verschicken gefälschte Nachrichten im Namen der Polizei und verlangen die Zahlung offener Strafen per Link. Die Polizei verschickt nie SMS mit Zahlungslink oder QR-Code. Wer Opfer eines Betrugs wurde, ruft die Polizei unter 191 an. Geprüft wird nur in den offiziellen Apps.[4]
Visum und Einreiseverbot nach Haft
Nicht jede Verurteilung führt zu einem Einreiseverbot. Das Einwanderungsgesetz verbietet die Einreise aber Ausländern, die auf Grund eines Gerichtsurteils Haft verbüßt haben, außer bei Bagatelldelikten oder Fahrlässigkeit. Eine reine Geldstrafe löst das nicht automatisch aus. Die Immigration sieht die Akte aber ein, wenn man sein Visum verlängern lässt.[5]
Seit dem 28. August gilt zusätzlich eine neue Abschiebe-Verordnung. Wer wegen einer Straftat verurteilt wurde, auf die Haft von fünf Jahren oder mehr steht, kann nach verbüßter Strafe abgeschoben werden, auch mit Einreiseverbot. Das kann schwere Alkoholunfälle treffen. Das letzte Wort hat der Innenminister.[6]
Atemtest verweigern?
Wer den Atemtest verweigert, rettet sich nicht. Die Polizei hat im Februar klargestellt: Eine Verweigerung gilt als Trunkenheitsfahrt. Es gibt keine Verwarnung, die Anzeige folgt sofort. Das Gesetz erlaubt den Beamten, den Test bei Verdacht anzuordnen. Wer ihn verweigert, wird behandelt, als wäre er betrunken.[7]
Ein Fall aus demselben Monat zeigt, wie das endet. Ein Fahrer mit 126 Milligramm Blutalkohol verweigerte den Test, wollte fliehen und griff Polizisten an. Er wurde festgenommen. Das ist ein Extremfall. Aber er zeigt, was die Polizei erwartet: keine Diskussion, keine zweite Chance.
Kfz-Versicherung zahlt nicht
Wer über der Grenze fährt, verliert den Schutz der freiwilligen Kfz-Versicherung. Das gilt auch für Klasse 1, die höchste Stufe. Der Fahrer zahlt den Schaden am eigenen und am fremden Fahrzeug dann selbst, oft ein Vielfaches der Geldstrafe. Dazu kommt die Strafe.[8]
Die gesetzliche Pflichtversicherung zahlt weiter, aber nur die Behandlung der Verletzten. Den Schaden am Fahrzeug ersetzt sie nicht. Ein Unfall nach ein paar Bier wird so doppelt teuer: erst die Rechnung, dann die Strafe.
Kontrollen ohne Vorwarnung
Die Polizei soll das Gesetz landesweit streng durchsetzen, ohne vorherige Warnung. Das gilt besonders in Touristenzentren wie Pattaya, Phuket und Chiang Mai. Kontrolliert wird vor allem an Wochenenden, an Feiertagen und bei großen Festen. Wer dort nach dem Feiern fährt, muss mit einer Kontrolle rechnen.[7]
Zu Songkran läuft jedes Jahr eine Kampagne mit den „Sieben gefährlichen Tagen“. Dann gibt es verstärkte Kontrollen an den Straßen. Auch Touristen werden dabei festgenommen und angezeigt, selbst wenn sie nur für ein paar Tage im Land sind.
Alkohol kaufen: Neue Zeiten
Seit dem 29. Mai darf Alkohol in Geschäften und Restaurants von 11 bis 24 Uhr durchgehend verkauft werden. Die alte Pause am Nachmittag ist abgeschafft. Außerhalb dieser Zeiten bleibt der Verkauf verboten. Das Mindestalter liegt weiter bei 20 Jahren.[9]
Verkaufsverbote gibt es weiterhin an wichtigen religiösen Tagen und bei Wahlen. Verkauf und Konsum sind außerdem in Tempeln, Behörden, Tankstellen, Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erlaubt. Mehr Verkaufszeit heißt mehr Gelegenheit. Die Grenze am Steuer bleibt dieselbe.
Taxi und Grab statt Lenkrad
Wer trinkt, lässt das Auto stehen. Taxi, Grab, Tuk-Tuk und in großen Städten auch die Bahn bringen jeden nach Hause. Die Fahrt kostet weniger als jede einzelne Strafe in diesem Text. Das gilt für Autos genauso wie für Roller. Eine Verwarnung gibt es nicht mehr.
Das ist eine Empfehlung, keine Vorschrift: Wer nach Alkohol am nächsten Morgen fahren will, sollte sicher sein, dass der Alkohol abgebaut ist. Am sichersten ist, vorher gar nicht zu trinken. Wer trotzdem fährt, wettet gegen die Polizei. Die Polizei gewinnt.
Anmerkungen der Redaktion
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Die genannten Strafrahmen gelten für Alkohol am Steuer nach dem thailändischen Verkehrsgesetz, Stand Oktober. Ob ein Gericht Haft verhängt und ob die Immigration ein Einreiseverbot ausspricht, entscheidet jeder Fall einzeln. Für Fahren trotz Führerscheinsperre nennen die Quellen unterschiedliche Geldstrafen, hier gilt der niedrigere Wert.
- Grenzwerte: Thansettakij (Bericht zu Songkran, April), Legardy (Anwaltsartikel zu §160). Probeführerschein bei Umschreibung: Department of Land Transport. ↩
- Strafrahmen: ThaiLawOnline (DUI-Gesetze, September), Thairath (Polizeimeldung, Februar; Verkehrsgesetze, März). ↩
- Punktesystem: Thai PBS (Bericht zum Punktesystem), The Standard (Bericht zur Einführung), Thairath (März). Zur Höhe der Strafe bei Fahren trotz Sperre nennen Thai PBS und The Standard 100.000 Baht, Thairath und weitere Medien 10.000 Baht. ↩
- Punkte prüfen und SMS-Betrug: Bangkok Biz News (Warnung der Regierung, September), Thai PBS. ↩
- Einreiseverbot: Immigration Act §12 Nr. 6 (Gesetzestext der Immigration), ThaiLawOnline (Strafregister, September). ↩
- Abschiebe-Verordnung des Premierministeramts: Khaosod English (Bericht zur Verordnung, August), Newland Chase (Rechtsanalyse). ↩
- Testverweigerung und Kontrollen: Thairath (Februar), Pattaya Mail (Bericht zur Null-Toleranz-Linie). Zur Strafe bei Verweigerung nennt ein älterer Anwaltsartikel nur bis zu 1.000 Baht. ↩
- Versicherung: Line Today (Bericht zu Strafen und Versicherungsschutz), Grab Thailand (Ratgeber zur Pflichtversicherung). ↩
- Verkaufszeiten und Verbote: Tourism Authority of Thailand (Hinweis für Touristen, Mai). ↩

In Thailand als Ausländer betrunken Auto oder Motorrad fahren geht gar nicht. Der thailändische Straßenverkehr ist schon total nüchtern extrem gefährlich. Ich kann nur den Tipp geben, im Straßenverkehr ist Alkohol Tabu. Wenn man mal ein paar Bierchen trinken will, dann kann man ohne Probleme mit dem Taxi nach Hause fahren. Das Taxi kostet in Thailand wenig. Ein Unfall kostet meist das Leben.