Krankenversicherungspflicht für Expats

Festbetrag an den Staat, private Police oder selbst vorsorgen? Die Meinungen unter Expats gehen weit auseinander, und offene Krankenhausrechnungen machen die Frage dringlicher. Was meinen Sie?

Krankenversicherungspflicht für Expats
KI generiertes Symbolbild

Soll die Krankenversicherung in Thailand Pflicht werden, zum Beispiel für alle Ausländer mit einer Jahresverlängerung? Darüber streiten Expats seit Jahren. Die einen fordern einen festen Beitrag an den Staat, die anderen eine private Police. Wieder andere wollen selbst zahlen und selbst entscheiden. Manche würden gern eine Versicherung abschließen, bekommen aber keine. Dazu kommen Rechnungen, die in den Krankenhäusern unbezahlt bleiben.

Krankenversicherung: Vier Meinungen unter Expats

Die erste Gruppe wünscht sich ein staatliches System. Sie zahlt jeden Monat einen Pflichtbeitrag und darf dafür im staatlichen Krankenhaus ohne weitere Rechnung behandelt werden. Die zweite Gruppe fordert eine private Krankenversicherung als Bedingung für den Aufenthalt. Wer hier leben will, soll sich absichern müssen.

Die dritte Gruppe lehnt jede Pflicht ab. Sie will selbst bezahlen und selbst entscheiden, wie sie vorsorgt. Die vierte Gruppe wäre gern versichert, wird aber von den privaten Anbietern nicht aufgenommen. Alle vier Meinungen haben gute Gründe. Sie führen aber zu ganz verschiedenen Regeln.

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Pflichtbeitrag an den Staat

Bei diesem Modell zahlt jeder Ausländer mit Jahresverlängerung einen festen Betrag, und der Staat übernimmt dafür die Behandlung in staatlichen Krankenhäusern. Das wäre einfach zu verstehen und leicht zu kontrollieren. Niemand müsste einen Versicherer suchen, und niemand würde wegen seines Alters abgelehnt.

Offen bleibt, wer den Beitrag verwaltet und wie hoch er sein müsste. Ältere Menschen brauchen im Schnitt mehr Behandlung. Ein Beitrag, der alle Kosten deckt, wäre für manche kaum zu bezahlen. Ein niedriger Beitrag würde dagegen die Krankenhäuser belasten. Für Expats gibt es ein solches System bisher nicht.

Pflicht zur privaten Krankenversicherung

Hier muss jeder eine Police vorweisen, wenn er die Jahresverlängerung beantragt. Für einzelne Visa gilt das schon: Beim O-A und beim O-X ist eine Versicherung vorgeschrieben. Wer dagegen mit einem Non-O verlängert, muss bisher keine Police vorlegen. Eine allgemeine Pflicht würde diesen Unterschied beseitigen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kosten tragen die Versicherer und nicht die Krankenhäuser. Der Nachteil trifft vor allem Ältere. Die Beiträge steigen mit dem Alter, und wer Vorerkrankungen hat, wird oft abgelehnt oder zahlt mehr. Eine Pflicht würde diese Menschen vor eine schwierige Wahl stellen.

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Selbst zahlen, selbst entscheiden

Viele Expats halten eine Pflicht für Bevormundung. Sie sparen lieber Geld zurück, als jeden Monat Prämien zu zahlen, und entscheiden im Ernstfall selbst, ob sie ein privates oder ein staatliches Krankenhaus wählen. Staatliche Krankenhäuser sind deutlich günstiger, und das ist für manche ein klares Argument.

Das Risiko tragen sie dabei allein. Bei einem schweren Unfall oder einer langen Krankheit reichen Rücklagen schnell nicht mehr. Dann bleibt oft nur ein Spendenaufruf an Familie und Freunde. Außerdem entlassen private Krankenhäuser Patienten erst, wenn die Rechnung bezahlt ist.

Wenn die Versicherung ablehnt

Nicht jeder kann sich versichern, auch wenn er es möchte. Manche Anbieter lehnen Antragsteller wegen des Alters oder einer Vorerkrankung ab. Andere nehmen sie auf, schließen die Vorerkrankung aber für eine längere Zeit von der Leistung aus. Für die Betroffenen ist das kaum besser als keine Police.

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Eine Pflichtversicherung müsste für diese Menschen eine Lösung bieten. Sonst würde sie genau die ausschließen, die am meisten Schutz brauchen. Denkbar wären ein Festbetrag oder ein Nachweis über Rücklagen. Ob die Behörden das akzeptieren würden, ist nicht bekannt.

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Unbezahlte Krankenhausrechnungen

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums blieben in 32 untersuchten Krankenhäusern Rechnungen von rund sieben Milliarden Baht offen. Berechnet waren knapp 17 Milliarden, bezahlt wurden rund zehn Milliarden. Das Ministerium sieht darin einen Grund für eine Versicherungspflicht.

Branchenverbände halten die Summe für zu hoch. Nach ihrer Darstellung stammt der größte Teil von Arbeitskräften aus Myanmar, Laos und Kambodscha und nicht von Touristen oder Expats. Wie groß der Anteil der Ausländer aus Europa ist, ist nicht bekannt.

Festbetrag bei der Jahresverlängerung

Ein Festbetrag würde bei der Verlängerung fällig und in einen Fonds fließen, der offene Rechnungen begleicht. Der Betrag wäre für alle gleich, egal ob jung oder alt, gesund oder krank. Die Verwaltung wäre einfach, und die Krankenhäuser bekämen ihr Geld sicher.

Der Haken liegt bei der Höhe und bei den Leistungen. Ein niedriger Betrag deckt nur kleine Behandlungen. Ein hoher Betrag ist eine neue Belastung für Rentner mit kleiner Rente. Für Touristen plant Thailand bereits eine Gebühr von 450 Baht, von der ein Teil in eine Versicherung fließen soll. Beschlossen ist das nicht.

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Was sinnvoller wäre

Ein einheitlicher Zwang löst nicht alle Fälle. Eine reine Police-Pflicht schließt Kranke aus, ein reiner Festbetrag belastet alle gleich, und ohne jede Regel bleiben die Rechnungen offen. Am ehesten tragfähig wäre ein Wahlmodell: Jeder weist nach, dass er Behandlungen bezahlen kann, entweder mit einer Police, mit einem Festbetrag oder mit einer nachgewiesenen Rücklage.

Auch dieses Modell hat Schwächen. Rücklagen lassen sich schwer prüfen, und die Behörden müssten Kontrollen einführen. Zudem ist offen, ob die Regierung überhaupt Regeln für Expats plant. Bisher richten sich die Pläne vor allem an Touristen. Wer das anders sieht, hat dafür gute Argumente.

Ihre Meinung ist gefragt

Welche Lösung halten Sie für richtig? Wären Sie bereit, einen festen Beitrag zu zahlen, damit Sie im staatlichen Krankenhaus behandelt werden? Oder ist Ihnen eine private Police lieber, und wenn ja, haben Sie eine bekommen? Vielleicht möchten Sie lieber selbst vorsorgen.

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in die Kommentare. Besonders interessiert uns, ob Versicherer Sie abgelehnt haben und wie Sie damit umgegangen sind. Jede Zuschrift hilft, ein genaueres Bild zu bekommen, welche Lösung die Leser für fair halten und welche nicht.

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Redaktionelle Hinweise

Lesen Sie auch: Krankenversicherung abgelehnt – Welche Alternativen bleiben?

Die Zahlen zu offenen Krankenhausrechnungen stammen vom Gesundheitsministerium und werden von Branchenverbänden bestritten. Eine Versicherungspflicht für Ausländer mit Jahresverlängerung ist nicht beschlossen, die Pläne betreffen bisher Touristen. Die Regeln für O-A, O-X und Non-O können sich ändern, vor einem Antrag lohnt die Nachfrage bei der Immigration.

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3 Kommentare zu „Krankenversicherungspflicht für Expats“

  1. Die Überlegungen orientieren sich scheinbar am deutschen System. Ich finde man sollte die gleichen systemisch bedingten Fehler hierzulande lieber nicht machen. Wer eine Pflichtversicherung fordert, muss auch eine Möglichkeit dafür anbieten können, bzw. wollen. Das ist vermutlich auch ein Grund warum es noch keine gibt! Der andere dürfte sein, dass die privaten Versicherer daran nullkommanull Interesse haben.
    Darum wäre mein Vorschlag eine verpflichtende Krankenversicherung für alle im Rahmen des existenten gesetzlichen Rahmens. Wer mehr will als diese wirklich nur sehr rudimentäre Grundleistungen, könnte sich darüber hinaus privat zusätzlich versichern. Falls die Privatwirtschaft einen überhaupt noch nimmt.
    Über kostendeckende Beiträge für so einen rudimentären Schutz könnte man vermutlich lange diskutieren. Auch weil uns, zumindest mir grundlegende Zahlen fehlen.

  2. Das eigentlich ärgerliche ist, dass nur Thailändische oder hier ansässige KV’s anerkannt werden. Ein Wechsel in eine Thai-KV wäre schwierig bis unmöglich und man hätte danach Ausschlüsse, die vorher vielleicht nicht in der Police vermerkt waren.
    Außerdem werden die Prämien ab 70 für die meisten unbezahlbar. Die Politik in Thailand sollte zusammen mit DACH eine Lösung finden.

  3. Ich waere auf jeden Fall fuer eine Pflichtversicherung fuer alle,die hier leben,in D.muss ich auch versichert sein.Natuerlich muesste das in einem vertaeglichen Rahmen liegen.Vielleicht koennte man bei bestimmten Vorerkrankungen Aufschlaege akzeptieren,aber auch hier alles vertaeglich.Denn diese Summen,die jetzt bei den privaten aufgerufen werden,sind ja absurd,teilweise.Hinzu kommt,niemand ist sicher,ob die KV dann auch wirklich bezahlt,oder irgendwelche Vorerkrankungen erfindet.Es muesste dann aber sicher sein,das man immer behandelt wird,eben wie in D.So waere man auf der sicheren Seite.Das waere dann aber nur stationaer,denn ich bin sicher,das es genug Kandidaten gibt,die wegen jeden Furz zum Arzt rennen,und so das Systhem unnoetig belasten.Meine Vorstellung waeren so bei 250-350 Euro pro Monat,je nach Vorerkrankung.Das waere immer noch ertraeglicher,als die Beitraege,die ab 70,oder aelter aufgerufen werden.Ich hoere schon manche sagen,ich hab nur ne kleine Rente,vergessen aber dabei,was muessten sie in D.KV und PV bezahlen.Gerade die PV hat sich dramatisch erhoeht,hinzu kommen die Zusatzbetraege KV,die jedes Jahr steigen.
    Ich meine,wer das nicht aufwenden kann,sollte dann vielleicht zuhause bleiben.
    Ich hoere auch immer oft,ich lege jeden Monat was weg.Wieviel muss man denn weglegen,um eine ordentliche Summe zu erreichen.und wie lange muss was weglegen.Einfache Rechnung,wenn ich 10.000B,im Monat spare,was schon viel ist,komme ich auf 120K.im Jahr.ergibt 1,2.Mill.Baht in 10 Jahren,was gerade mal fuer ein Infarkt reicht,ein Schlaganfall kostet schon mehr.Und ich darf in diesen Jahren keinen ernshaften Vorfall haben,sonst ist ja ein teil schon weg.Es muss ja nicht immer gleich sowas sein,auch ein Unfall kann schon ne halbe Million kosten,und dann ist die kohle weg.und fange wieder von vorne an.Also die Rechnung mit dem weglegen geht nicht auf.passiert mir was,oder nicht in dieser Zeit des Ansparens.

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