PHETCHABUN, THAILAND – Nach dem Absturz zweier Touristen am Tad-Mok-Wasserfall wächst der Druck auf die Behörden. Ein Mann und eine Frau waren am Samstag beim Abseilen in die Tiefe gestürzt und wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Tourismusvertreter fordern Aufklärung, Umweltfreiwillige haben eine Petition beim Gouverneur eingereicht, und der Veranstalter weist den Vorwurf zurück, sich der Verantwortung zu entziehen.
Absturz im Nam Nao Canyon
Sechs Besucher waren bei der Aktion dabei. Vier von ihnen seilten sich an der 150 Meter hohen Felswand des Nam Nao Canyon ab, jeweils zu zweit. Alle vier hatten nach Angaben des Veranstalters Erfahrung, die Ausrüstung sei vorher geprüft worden. Das erste Paar kam sicher unten an.
Dann das zweite Paar. Die beiden waren rund 130 Meter abgestiegen und hatten auf einem kleinen Absatz angehalten, um den letzten Abschnitt vorzubereiten. Rund zehn Meter über dem Schluchtboden stürzten sie schwer auf einen Felsvorsprung, so schildert es der Veranstalter. Warum, ist bislang offen.
Verletzte im Krankenhaus
Beide Touristen kamen ins Nam Nao Hospital. Beim Mann besteht laut Rettungskräften der Verdacht auf Brüche, dazu kommen starke Schmerzen in Hüfte und Rücken. Die Frau klagte über Schmerzen in Beinen, Hüfte und Rücken. Anfangs galten beide als schwer verletzt.
Retter trugen einen der Touristen die Felswand wieder hinauf. Einer der beiden Verletzten wurde inzwischen von der kritischen Liste genommen. Details zur Rettung stehen im Bericht zum Wasserfall-Unfall in Phetchabun.
Wer hat die Tour organisiert?
Wantani Lo-trakool baut seit fast zehn Jahren den Tourismus in Khok Mon auf. Auf Facebook forderte sie eine transparente Untersuchung und warnte, der Unfall könne das Vertrauen in die Tourismusbranche von Nam Nao untergraben. Die Abenteuer-Seite „Siamese Explorers“ geriet ins Kreuzfeuer, weil sie die Aktivität organisiert haben soll. Sie dementierte umgehend jede Beteiligung.
Der eigentliche Veranstalter betreibt die Facebook-Seite „NPS Bang Ruea Hak“. Er bestreitet, sich der Verantwortung zu entziehen. Zuerst habe man die medizinische Versorgung der Verletzten organisiert, außerdem arbeite man mit der Polizei zusammen. Volle Zusammenarbeit mit den Behörden sagte er zu. Die Öffentlichkeit wartet jetzt auf Taten.
Petition beim Gouverneur
Das Netzwerk der Umweltfreiwilligen aus Nam Nao und Khao Kho übergab Gouverneur Saranyu Meethongkham eine Petition. Gefordert wird eine Untersuchungskommission, die den Unfall aufklärt. Die Behörden in Phetchabun stehen damit unter Druck, die Regeln für Abenteuer-Tourismus und deren Einhaltung zu überprüfen.
Geprüft werden sollen die Sicherheitsausrüstung, die Qualifikation der Veranstalter, die Genehmigungen und die Notfallpläne für Aktivitäten mit hohem Risiko. Ob der Gouverneur die Kommission einsetzt, ist offen.

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