CO2-Emissionen bestimmen künftig den Preis
Was sich zum Jahreswechsel ändert
Seit dem 1. Januar 2026 gelten in Thailand neue Regeln für die Besteuerung von Neuwagen. Die Regierung hat die Verbrauchssteuer grundlegend umgestellt. Künftig richtet sich die Höhe der Steuer nicht mehr hauptsächlich nach der Motorgröße, sondern nach dem CO2-Ausstoß des Fahrzeugs.
Wer derzeit einen Autohändler besucht, wird die veränderten Preise bereits bemerken. Die Anpassungen kommen nicht von den Herstellern, sondern sind eine direkte Folge der Steuerreform. Je mehr Kohlendioxid ein Auto ausstößt, desto höher fällt die Steuer aus.
Das Ziel: Umweltfreundlichere Autos auf der Straße
Mit der Reform verfolgt Thailand ein klares Ziel: Das Land will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Der Verkehrssektor spielt dabei eine wichtige Rolle. Durch die neue Steuerstruktur sollen Käufer ermutigt werden, sich für Fahrzeuge mit niedrigem CO2-Ausstoß zu entscheiden.
Die Umstellung setzt finanzielle Anreize. Wer ein sparsames Auto kauft, zahlt weniger Steuern. Wer sich für ein Fahrzeug mit hohem Verbrauch entscheidet, muss tiefer in die Tasche greifen. Diese Lenkungswirkung ist von der Regierung ausdrücklich gewünscht.
Welche Steuer ist gemeint?
Wichtig ist die Unterscheidung: Die Reform betrifft ausschließlich die Verbrauchssteuer beim Kauf eines Neuwagens. Diese Steuer ist im Kaufpreis bereits enthalten und wird vom Händler abgeführt. Sie erscheint nicht als separater Posten auf der Rechnung.
Die jährliche Kfz-Steuer, die jeder Fahrzeughalter für die Erneuerung der Zulassung zahlen muss, bleibt unverändert. Wer bereits ein Auto besitzt, spürt von der Reform also nichts. Die Änderungen wirken sich ausschließlich beim Neukauf aus.
Bestandsfahrzeuge sind nicht betroffen
Besitzer bereits zugelassener Fahrzeuge können aufatmen: Für sie ändert sich nichts. Die jährliche Steuer, die beim Straßenverkehrsamt fällig wird, berechnet sich weiterhin nach Hubraum und Alter des Fahrzeugs. Ein fünf Jahre alter Wagen mit 1.200 Kubikzentimeter zahlt beispielsweise unverändert 1.200 Baht pro Jahr.
Umgerechnet sind das etwa 32 Euro. Diese Beträge bleiben stabil. Die Steuerreform richtet sich ausschließlich an Menschen, die ein neues Fahrzeug kaufen möchten. Für den Gebrauchtwagenmarkt hat die Umstellung keine direkten Auswirkungen.
Sparsame Benziner zahlen am wenigsten
Bei reinen Benzinmotoren beginnt die Staffelung bei einem CO2-Ausstoß unter 100 Gramm pro Kilometer. Solche besonders sparsamen Fahrzeuge werden mit 13 Prozent Verbrauchssteuer belegt. Das ist der niedrigste Satz für Verbrennungsmotoren.
In diese Kategorie fallen vor allem kleine Stadtautos und sehr effiziente Kompaktwagen. Der niedrige Steuersatz macht diese Fahrzeuge attraktiver als bisher. Allerdings müssen die Emissionswerte im offiziellen Testzyklus nachgewiesen werden.
Mittelklasse wird deutlich teurer
Sobald ein Benziner zwischen 100 und 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt, steigt die Steuer auf 22 Prozent. Das betrifft viele gängige Familienautos und Mittelklassewagen. Der Sprung von 13 auf 22 Prozent ist erheblich.
Für Käufer bedeutet das eine spürbare Verteuerung. Wer bisher ein solches Auto im Auge hatte, muss nun deutlich mehr bezahlen. Die Reform macht den Unterschied zwischen sparsamen und weniger sparsamen Modellen finanziell sehr deutlich.
Größere Autos werden erheblich belastet
Fahrzeuge mit 120 bis 150 Gramm CO2-Ausstoß zahlen 25 Prozent Verbrauchssteuer. Das ist ein Viertel des gesamten Fahrzeugwerts. Betroffen sind größere Familienautos, mittelgroße Geländewagen und stärkere Limousinen.
Wer noch mehr ausstößt, zahlt noch mehr: Zwischen 150 und 200 Gramm fallen 29 Prozent Steuern an, über 200 Gramm sind es 34 Prozent. Die Staffelung macht deutlich: Je größer und schwerer das Auto, desto höher die Steuerlast.
Luxusautos mit Sondersteuersatz
Motoren über drei Liter Hubraum und Supersportwagen werden pauschal mit 50 Prozent besteuert – unabhängig von den Emissionen. Das bedeutet: Die Hälfte des Kaufpreises besteht aus Steuern.
Diese Regelung trifft das Luxussegment hart. Bei ohnehin hohen Fahrzeugpreisen summieren sich die Steuerbeträge auf sehr hohe Summen. Die Regierung will damit ein klares Signal setzen: Große, schwere Fahrzeuge sind nicht erwünscht.
Hybridautos zahlen auch mehr
Auch Hybridfahrzeuge, die einen Benzin- und einen Elektromotor kombinieren, sind von der Reform betroffen. Selbst besonders sparsame Modelle mit unter 100 Gramm CO2-Ausstoß zahlen nun 6 Prozent Steuer statt zuvor 4 Prozent.
Die Staffelung geht weiter: Bei 100 bis 120 Gramm werden 9 Prozent fällig, bis 150 Gramm sind es 14 Prozent. Die Botschaft ist klar: Auch bei Hybridtechnologie kommt es auf die tatsächlichen Emissionen an. Der bloße Zusatz eines Elektromotors reicht nicht für steuerliche Vorteile.
Plug-in-Hybride: Reichweite entscheidet
Bei Plug-in-Hybriden, die an der Steckdose geladen werden können, ist die elektrische Reichweite entscheidend. Wer mindestens 80 Kilometer rein elektrisch fahren kann, zahlt nur 5 Prozent Verbrauchssteuer.
Liegt die Reichweite unter 80 Kilometern, verdoppelt sich der Satz auf 10 Prozent. Damit setzt die Regierung einen starken Anreiz für bessere Batterien. Allerdings gelten zusätzliche Bedingungen: Die Batterien müssen in Thailand gefertigt werden, und das Fahrzeug braucht moderne Fahrerassistenzsysteme.
Elektroautos werden stark gefördert
Reine Elektroautos sind die großen Gewinner der Reform. Sie werden nur noch mit 2 Prozent Verbrauchssteuer belegt – vorher waren es 8 Prozent. Das macht Elektrofahrzeuge deutlich günstiger als Benziner oder Hybride.
Die drastische Senkung zeigt, wo die Prioritäten der Regierung liegen. Elektromobilität soll schnell wachsen. Selbst elektrische Pick-ups, eine in Thailand sehr beliebte Fahrzeugkategorie, zahlen nur 2 Prozent. Das ist eine minimale Belastung verglichen mit allen anderen Antriebsarten.
Was bedeutet das konkret für den Geldbeutel?
Ein durchschnittlicher Neuwagen mit Benzinmotor wird mindestens 5.000 Baht teurer, das sind etwa 135 Euro. Das ist die Mindeststeigerung für die sparsamsten Modelle. Je höher die Emissionen, desto stärker steigt der Preis.
Bei einem Hybrid im Wert von einer Million Baht (rund 27.000 Euro) beträgt die Mehrbelastung etwa 20.000 Baht oder 540 Euro. Auch vermeintlich umweltfreundliche Hybride werden also spürbar teurer. Der prozentuale Anstieg wirkt sich bei teureren Fahrzeugen entsprechend stärker aus.
Kritische Stimmen warnen vor Problemen
Experten weisen auf praktische Herausforderungen hin. Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist in Thailand sehr unterschiedlich ausgebaut. Auf dem Land gibt es deutlich weniger Ladestationen als in Bangkok.
Außerdem kommt der Strom in Thailand noch zu großen Teilen aus fossilen Brennstoffen. Die tatsächliche Umweltbilanz von Elektroautos hängt also stark davon ab, wie der Strom erzeugt wird. Eine umfassende Betrachtung müsse die gesamte Energiekette einbeziehen.
Die Batteriefrage wird zum Problem
Mit der Zunahme von Elektro- und Hybridfahrzeugen wächst auch die Zahl der Batterien im Land. Das thailändische Entwicklungsforschungsinstitut hat berechnet: Über 1,7 Millionen Lithium-Ionen-Batterien im Wert von 16,9 Milliarden Baht wurden importiert.
Das entspricht etwa 459 Millionen Euro. Die Batterien kommen hauptsächlich aus China, Japan und Deutschland. Diese Abhängigkeit von Importen ist problematisch. Die Forderung nach lokaler Produktion soll gegensteuern, doch der Aufbau eigener Fabriken braucht Zeit.
Entsorgung wird zur Herausforderung
Ab 2032 erreichen die ersten dieser Batterien das Ende ihrer Lebensdauer. Sie gelten als Sondermüll und dürfen nicht einfach weggeworfen werden. Eine fachgerechte Entsorgung ist zwingend notwendig.
Bisher fehlt ein umfassendes Konzept für das Recycling dieser Batteriemengen. Ohne entsprechende Infrastruktur drohen Umweltprobleme. Schwermetalle könnten bei falscher Behandlung in den Boden und ins Grundwasser gelangen. Das wäre ein Gesundheitsrisiko.
Recycling bietet auch Chancen
Allerdings enthalten Batterien auch wertvolle Rohstoffe, die zurückgewonnen werden können. Eine Recyclingindustrie wäre sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll. Die Materialien könnten für neue Batterien verwendet werden.
Das würde die Importabhängigkeit verringern und neue Arbeitsplätze schaffen. Ohne Recycling gehen diese Wertstoffe verloren und müssen erneut teuer importiert werden. Der Aufbau entsprechender Anlagen ist daher dringend erforderlich.
Komplexe Fragen bleiben offen
Die Steuerreform setzt klare finanzielle Anreize für emissionsarme Fahrzeuge. Das ist unbestritten. Doch eine nachhaltige Mobilitätswende erfordert mehr als nur günstigere Elektroautos.
Die Ladeinfrastruktur muss ausgebaut, die Stromerzeugung sauberer und die Entsorgung der Batterien organisiert werden. Nur wenn diese Begleitmaßnahmen gelingen, kann die Reform ihr volles Potenzial entfalten.
Fazit: Umdenken ist gefragt
Die neue Autosteuer verändert den thailändischen Fahrzeugmarkt grundlegend. Wer künftig ein Auto kauft, muss genau rechnen. Sparsame Modelle werden belohnt, durstige Fahrzeuge deutlich teurer.
Für Käufer bedeutet das: Sorgfältige Auswahl lohnt sich. Die Emissionswerte sollten vor dem Kauf genau geprüft werden. Die Reform zwingt zum Umdenken – und das ist durchaus gewollt. Thailand will seinen Verkehr klimafreundlicher machen, und die Steuer ist das zentrale Instrument dafür.
Anmerkung der Redaktion:
Dieser Artikel basiert auf den aktuellen Steuergesetzen mit Stand Januar 2026. Für die Umrechnung wurde ein Wechselkurs von 1 Euro = 37 THB zugrunde gelegt. Bitte beachten Sie, dass Währungskurse schwanken und die finalen Preise beim Händler abweichen können.




Im Bericht steht ein Satz – “ Im Dschungel der Thailändischen Bürokratie werden Begrifflichkeiten oft vermischt, was zu unnötiger Panik führt“.
Die Überschrift zu dem Artikel – „Autosteuer 2026: Der teure Schock“ bezweckt doch nicht etwa selbiges? Unnötige Panik zu verbreiten. Es gilt doch nur für die Anschaffung von neuen Fahrzeugen, die Plakettensteuer bleibt von der Reform unberührt. Alles gut.
…und wie sieht es bei Motorrädern aus?
Thailand wird bis 2050 allein mit steuerlichen Anreizen beim Neuwagenkauf bestimmt nicht klimaneutral. Es mag ein wichtiger Baustein sein, mehr aber auch nicht. Und richtig ist auch, ein weiterer Ausbau der Ladeinfrastruktur wird mit steigenden BEV-Zulassungszahlen dringend notwendig werden. Derzeit würde ich diese nach meinen Erfahrungen für den Alltag noch als ausreichend halten. An besonderen Peak-Tagen dagegen kann es dagegen schon mal eng werden. Noch gar keinen Lösungsansatz sehe ich für Laternenparker oder Fahrzeuge ganz allgemein die, egal aus welchen Gründen, Zuhause nicht geladen werden können. Für diese würde sogar ich als überzeugter Stromer noch einen Verbrenner als Youngtimer in Betracht ziehen als einen neuen, nun steuerlich künstlich verteuerten Stinker.
Was die Abhängigkeit von Importen der Batteriebestandteile anbelangt mag das schon zutreffend sein. Aber ganz ehrlich, inwieweit sollte sich das vom Import von fossilen Brennstoffen und das sogar über die gesamte Laufzeit eines Autolebens unterscheiden? Ein wichtiger Schritt fehlt bislang in der staatlichen Lenkung hin zur Elektromobilität. Die Verpflichtung der Industrie zur Verwertung und Recycling verbrauchter Batterien. Diese Problemstellung wird in ein paar Jahren eminent. Erst dann wenn es soweit ist darüber nachzudenken wird zu spät sein. Das müsste jetzt ganz dringend in Angriff genommen werden damit dieser Kostenfaktor auch beim Verkauf bereits eingepreist werden kann.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist meines Erachtens gemacht. Aber damit ist es bei weitem noch nicht getan. Wollen wir mal hoffen, dass in den Wirren und Irrungen in diesem Land auch die Nächsten zeitnah gemacht werden.
Wieso fragst du? Du lebst doch in Laos.
Was um Himmels Willen soll „Klima neutral“ sein ?
Da die menschlichen CO² Emmissionen gerade mal 4 % aller CO² Emmissionen ausmachen sind die Grundannahmen bereits falsch.
Wenn man die mit defekten DPF fahrenden Pick-Ups, Trucks und alten LKW’s mal aussortieren würde wäre der Umwelt mehr geholfen als den Menschen beim Kauf eines technisch einwandfreien Neuwagens mehr Geld abzuknöpfen.
Viele Fahrzeuge in Thailand haben keinen Dieselpartikelfilter und bei den neueren Fahrzeugen werden die so oft ausgebaut.
In Thailand sind Dieselpartikelfilter (DPFs) für neue Dieselfahrzeuge seit der Einführung strengerer Emissionsvorschriften um 2009 Pflicht, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen (Quelle: google).
Es gibt nebst der Klimabegründung auch noch andere Gründe den BEV indirekt zu fördern und die Stinker steuerlich zu belasten. Zumindest in Städten. Ich fahre einen BYD Atto3. Der misst die Feinstaubbelastung in und außerhalb des Fahrzeuges und kann das in Echtzeit anzeigen. Wenn man da beispielsweise an einer roten Ampel hinter einem Stinker steht, dann kann man live miterleben wie die Werte nach oben rasen. Da soll mir nochmal so ein VT’ler kommen und erzählen wollen, dass Feinstaub überwiegend vom Reifenabrieb verursacht werden.
Thailand 🇹🇭 hat ja nicht mal ein Recycling System für gebrauchte Haushalt Batterien. (Taschenlampen, Fernbedienungen ect und jetzt soll das das Ei des Kolumbus sein? Auch Europa wird noch mal auf die Welt kommen, wenn die alten Akkus der Autos 🚘 ihr Lebensende erreicht haben. Im übrigen sind Occasions Elektro Autos fast unverkäuflich, da die neuen Batterien 🪫 zu teuer sind und den Wert des Fahrzeugs weit übertreffen können. Ich bleib beim Verbrenner mit dem man 20-30 Jahre bei guter Pflege fahren kann.
Eine gute Nachricht – nicht nur – für Rene Chopard: Ein gerade getesteter Akku in einem 4 Jahre alten Hundai hat immer noch – 100% – der ausgewiesenen Ladeleistung + das nach 70.000 Km Laufleistung, somit ist auf – absehbare Zeit – nicht mit größerem Verschleiß an der Batterie zu rechnen. Das liegt daran – die Hersteller – geben sehr “ konservative Werte “ der Batterie beim Verkauf an, diese liegt als NEU-Zustand zwischen 103-106 %. Also ÜBER den ausgewiesenen Angaben in den Fahrzeugpapieren.
Ausserdem – es gibt wesentlich preisgünstigere Möglichkeiten der Reparatur einzelner Batteriezellen – die Kosten liegen in einem bezahlbarem Rahmen – in Europa bei ca.3000 Euro. Von – wirtschaftlichem Totalschaden – kann man daher sicher nicht sprechen. Allenfalls das die Gebrauchtfahrzeugpreise – mit jedem Modellwechsel + steigendem Angebot – schneller fallen, als einem lieb sein kann.
Diese Erfahrungen mit der Akku habe ich @Jörg Lohkamp bei meinem kleinen, ganz billigen Stadt-BEV auch gemacht. Nach 2 1/2 Jahren und 22.000 km nach wie vor 99% Ladeleistung. Damit konnte ich diesen auch zu einem ganz passablen Preis problemlos verkaufen, allerdings in Thailand. Was, wie in Europa läuft weiß ich nicht. Dieses insbesondere in Deutschland verzweifelte Festhalten an alter, gewohnter Technik mit allen möglichen Ausreden ist schon irgendwie bemerkenswert. Das erinnert mich an ein längeres Gespräch mit einer Entwicklungsingenieurin von Audi in Ingolstadt. War in den Nuller-Jahren. Die hat mir bestimmt eine halbe Stunde lang erklärt warum Elektroautos niemals auf den Massenmarkt kommen würden. Würde mich wirklich interessieren was die heute macht? Vorsprung durch Technik? Na klar doch, aber bestimmt nicht mehr bei Audi. Deutschland schafft sich ab? Und das schafft die deutsche Autoindustrie ganz allein und selbständig und das sogar noch ohne tatkräftige Mitwirkung der AfD.